Arend Berkholz (seit 1876 Arend von Berkholz; * 8. November 1808 in Riga, Gouvernement Livland, Russisches Kaiserreich; † 11. August 1888 in Majorenhof, Gouvernement Livland, Russisches Kaiserreich) war ein deutsch-baltischer Jurist. Er übte zahlreiche Leitungstätigkeiten in Verwaltung und Organisationen in Riga aus.
Arend Berkholz wurde als Sohn von Martin Balthasar Berckholtz (* 18. September 1775 in Riga; † 25. November 1844), Pastor an der St. Gertrud-Kirche in Riga sowie dessen Ehefrau Christiane Elisabeth (* 21. Mai 1786; † 30. Mai 1849), geb. von Bretschneider, geboren.
Er heiratete am 25. Oktober in Riga Alexandra (* 26. Dezember 1822; † 22. Februar 1874), Tochter des Stadtwrakers (Prüfer von Waren, meist „Flachswraker“) Alexander Götz, und war eine verwitwete Doss. Gemeinsam hatten sie zwei Söhne.
Arend Berkholz erhielt anfangs Schulunterricht durch seinen Vater und besuchte von 1823 bis 1828 das Gouvernement-Gymnasium (Krons-Gymnasium) beim damaligen stellvertretenden Direktor Karl Ludwig Grave. Von 1829 bis 1832 absolvierte er ein Jurastudium an der Kaiserlichen Universität Dorpat. 1832 reiste Berkholz über St. Petersburg nach Moskau, um sich als Student immatrikulieren zu lassen, wurde jedoch vom Kurator Solochwostow und dem Minister Sergei Semjonowitsch Uwarow abgelehnt.
Am 6. Juli 1834 erhielt er von der juristischen Fakultät der Universität Dorpat die Würde eines graduierten Studenten der Rechte zuerkannt. Anschließend trat er als Auscultant in den Dienst des Rigaer Stadtrates. Dort wurde er 1835 Protokollführer der Kommission zur Errichtung des Lombards, im gleichen Jahr wurde er auch Lehrer an der Sonntagsschule. Es folgten 1837 weitere Tätigkeiten als Protokollführer der Kommission zur Feststellung des Verhältnisses der Stadtwache zur Pferde sowie der Kommission zur Regulierung der Grenze zwischen dem Schlossgraben und dem Stadtterritorium.
1836 begann Arend Berkholz als Notar der Krepostexpedition und wurde 1839 Sekretär des evangelisch-lutherischen Stadtkonsistoriums, sowie 1845 Advokat des Stadtrates, bevor er 1847 Ratsherr wurde. 1850 wurde er Kollegien-Assessor.
1851 wurde er Kirchspielrichter-Adjunkt und Kontrolleur der Listen für die 10. Revision im Patrimonialgebiet.
1865 wurde er zum Kirchspielrichter und Präses ernannt, dieses Amt behielt er bis 1880. 1876 wurde er in den russischen Adelsstand erhoben.
1878 wurde Arend von Berkholz zu einem der vier Bürgermeister von Riga gewählt. Daneben übte er weitere Leitungstätigkeiten in der Stadt aus. 1881 beendete er alle Tätigkeiten und ging mit einer Pension in den Ruhestand.
Tätigkeiten und Mitgliedschaften
1847–1851: Beisitzer des Bauerndepartments des Rats;
1847–1855: Beisitzer des Kämmerei- und Amtsgerichts;
1848–1869: Beisitzer der evangelisch-lutherischen Stadt-Konsistorei;
1865–1879: Beisitzer der Rigaschen Polizeiverwaltung;
1872–1881: Beisitzer des Armen-Direktoriums.
1847–1850 und 1868: Inspektor der Landpolizei;
1848: Inspektor der Berkholz-Meintzenschen Stipendiaten-Stiftung;
1850–1881: Inspektor der Strauchschen Familien- und Armenlegats;