An diesem Tag

Apollo 8

Raumfahrtmission der NASA

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Apollo 8 war an Weihnachten 1968 der erste bemannte Flug zum Mond und damit zu einem anderen Himmelskörper. Beim zweiten bemannten Raumflug des US-amerikanischen Apollo-Programms brachte die große Saturn-V-Rakete erstmals eine Besatzung ins Weltall, nicht nur wie schon üblich in eine erdnahe Umlaufbahn in ca. 350 km Höhe, sondern von dort aus mit Hilfe von ca. 100 Tonnen Treibstoff auch gleich in die ca. 1000fache Entfernung, zum Mond, der zehnmal umkreist wurde. Die drei Astronauten Frank Borman, William Anders und James „Jim“ Lovell waren die ersten Menschen, die mit eigenen Augen die Rückseite des Mondes sahen, und einen Erdaufgang.

Apollo 8 startete am Morgen des 21. Dezember 1968 um 7:51:00 Ortszeit (EST), (12:51 UTC) vom Kennedy Space Center in Florida und erreichte drei Tage später, am Heiligabend 1968, die Mondumlaufbahn. Große Bekanntheit erlangte die Fernsehübertragung aus dem Mondorbit, während der die drei Astronauten als Weihnachtsbotschaft den Anfang der biblischen Schöpfungsgeschichte verlasen, und das auf dieser Mission entstandene Earthrise-Foto.

Nach zehn Umkreisungen des Mondes leiteten die Astronauten am 25. Dezember (06:10 UTC) die Rückkehr zur Erde ein, wo Apollo 8 am 27. Dezember (15:51 UTC) im Pazifischen Ozean wasserte. Das Kommandomodul (auch als Apollo-Kapsel oder englisch Command Module bezeichnet) wurde von der Yorktown geborgen. Das Nachrichtenmagazin Time brachte auf dem Titelbild die drei Astronauten samt Mond als Männer des Jahres 1968, einem Jahr, das von Attentaten und Unruhen überschattet war; ein Telegrammschreiber bedankte sich bei Apollo 8 dafür, das Jahr 1968 gerettet zu haben.

Am 22. Dezember 1966 stellte die NASA Frank Borman, Michael Collins und William Anders der Öffentlichkeit als Besatzung für den dritten bemannten Flug des Apollo-Programms vor. Ihre Mission E sollte die Mondlandefähre (Lunar Module, LM) in einer hohen Erdumlaufbahn erproben und war für Frühjahr 1969 angesetzt. Collins musste sich im Juli 1968 einer Operation wegen eines Bandscheibenvorfalls unterziehen, weshalb sein Ersatzmann James Lovell in die Crew aufrückte.

Im Juni 1968 wurde klar, dass Grumman die Mondlandefähre nicht bis zum geplanten Flugtermin Ende des Jahres fertigstellen konnte, da noch über 100 verschiedene Fehler und Probleme einen Einsatz verhinderten. Der früheste Fertigstellungstermin wurde von den Grumman-Ingenieuren mit Februar 1969 angegeben, was die NASA vor Probleme bei der Missionsplanung stellte. Ohne das Lunar Module wäre die nächste Mission eine reine Wiederholung des Fluges von Apollo 7, eine Verschiebung des Fluges ins Jahr 1969 hätte möglicherweise das gesamte Mondflugprogramm aufgeschoben und das Ziel einer Mondlandung bis zum Ende des Jahrzehnts unmöglich gemacht.

George Michael Low, Manager des Apollo Spacecraft Program Office, schlug daher Anfang August vor, die Apollo-Missionen neu zu strukturieren: die Mission D, die erste von drei Erprobungen des Lunar Module, sollte entsprechend der Verfügbarkeit verschoben und der zweite Test namens Mission E gestrichen werden. Stattdessen sollte die Mission-E-Besatzung als Apollo 8 erstmals mit der nun verfügbaren großen Saturn V fliegen, und da diese enorm große Mengen an Treibstoff ins All bringen konnte, diese auch bestimmungsgemäß nutzen und damit gleich bis zum Mond reisen. Unterstützung erhielt Low hierbei von Wernher von Braun, der, nach anfänglichen Problemen mit der Rakete, diese nun bereit für einen bemannten Flug sah. “Once you decide to man [a Saturn 5] it doesn’t matter how far you go” (deutsch: „Wenn man sich dazu entscheidet, sie [die Saturn 5] zu bemannen, ist es egal, wie weit man fliegt.“)

Vor einer endgültigen Entscheidung sprach Deke Slayton, der Direktor des NASA-Astronautenbüros, mit den Astronauten über die geplante Mission. Alle drei stimmten den Planänderungen sofort zu, lediglich Anders war enttäuscht darüber, dass sein 18-monatiges Training für das Lunar Module umsonst gewesen war. James Webb, Direktor der NASA, war zunächst nicht besonders angetan von der Idee (“Are you out of your mind?” (deutsch: „Seid ihr verrückt?“)), da er, wie einige andere hochrangige NASA-Mitglieder, Sicherheitsbedenken hatte. Zum einen stand der Besatzung von Apollo 8 mit dem Service Propulsion System (SPS) nur ein Triebwerk zur Verfügung, ein Versagen konnte nicht durch ein weiteres Triebwerk des LM kompensiert werden. (Allerdings war für Apollo 8 ohnehin eine freie Rückkehrbahn zum Mond vorgesehen, im Gegensatz z. B. zu Apollo 13, wo erst das Triebwerk des LM die Rückkehr zur Erde ermöglichte.) Vor allem aber hätte es bei einem Ausfall der Lebenserhaltungssysteme des Kommandomoduls, wie es sich später bei Apollo 13 ereignen sollte, ohne die Energie- und Sauerstoff-Ressourcen des LM keine Rettungsmöglichkeit für die Astronauten gegeben. Letztendlich ließ Webb sich jedoch überzeugen, auch weil die CIA Erkenntnisse über sowjetische Vorbereitungen für den Start einer eigenen Mondrakete lieferte. Die NASA begann am 19. August mit der Planung für die jetzt C’ (C prime) genannte Mission, die erstmals Menschen zum Mond bringen sollte. Webb entschied, die Öffentlichkeit über das genaue Ziel des Fluges erst nach dem Abschluss der vorherigen Apollo-7-Mission zu informieren; bis dahin wurden die genauen Flugpläne nicht veröffentlicht. Am 8. September begann die Besatzung mit dem Training für den Raumflug. Im Simulator übte Borman die Steuerung des Raumschiffs während der Wiedereintrittsphase, Lovell trainierte die Navigation des Raumschiffs mittels Fixsternen, um im Fall eines Funkverbindungsabbruchs zur Erde die Flugbahn weiterhin berechnen zu können. Anders oblag die Kontrolle der Funktionen des Raumschiffs.

Nach dem erfolgreichen Jungfernflug des Apollo-Raumschiffs vom 11. bis zum 22. Oktober 1968 und zwei Starts sowjetischer Zond-Raumschiffe im September und November verkündete die NASA am 12. November, dass Apollo 8 an der Spitze der Saturn V zum Mond fliegen werde. Die endgültige Entscheidung dafür war zwei Tage früher während eines Treffens aller Verantwortlichen gefallen und sollte einem bemannten sowjetischen Start zum Mond zuvorkommen, der ebenfalls für Dezember 1968 erwartet wurde.

Kommandant von Apollo 8 war Frank Borman, Colonel der Air Force. Er war Mitglied der zweiten Astronautengruppe, die am 17. September 1962 ausgewählt wurde. Zuvor hatte er 1957 einen Master of Science in Luft- und Raumfahrttechnik erhalten und bis 1960 als Assistenzprofessor für Thermodynamik und Fluidmechanik an der Militärakademie in West Point gelehrt. Borman hatte 1965 bereits mit Gemini 7 einen 14-tägigen Langzeitraumflug unternommen.

Pilot des Kommandomoduls war James Lovell, Captain der US Navy und ebenfalls Astronaut der zweiten Auswahlgruppe. Er hatte 1952 an der United States Naval Academy den Grad des Bachelor of Science erworben. Lovell war bereits während des Rekordfluges von Gemini 7 zusammen mit Frank Borman geflogen und hatte als Kommandant von Gemini 12 einen zweiten Raumflug absolviert. Lovell galt als einer der erfahrensten Astronauten der NASA.

William Anders, das dritte Mitglied der Besatzung, Major der Air Force und Astronaut der dritten Auswahlgruppe vom 17. Oktober 1963, war Weltraumneuling. Ursprünglich als Pilot des Lunar Module eingeteilt, übernahm er nun die Aufgabe des Bordingenieurs und Fotografen. Er war neben Borman ein Besatzungsmitglied mit einer gut fundierten wissenschaftlichen Ausbildung, Anders hatte einen Bachelor in Elektrotechnik sowie einen Master of Science in Nukleartechnik, zudem hatte er bei der NASA mehrere Kurse zur Geologie besucht.

Ersatz- und Unterstützungsmannschaft, Personal im Kontrollzentrum

Die Ersatzmannschaft, die die reguläre Besatzung im Falle von Krankheit oder anderweitig bedingtem Ausfall ersetzen sollte, wurde von Neil Armstrong als Kommandant geleitet. Ursprünglich waren Jim Lovell der Command Module Pilot und Edwin Aldrin der Lunar Module Pilot. Als Lovell Collins in der Hauptmannschaft als Command Module Pilot ersetzte, nahm Aldrin seinen Posten ein, und neuer Lunar Module Pilot wurde Fred Haise.

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