Apollo 17 war der elfte bemannte und der letzte Flug des Apollo-Programms. Mit Apollo 17 landeten zum sechsten und vorerst letzten Mal Menschen auf dem Mond.
Die Mission startete am 7. Dezember 1972 um 00:33 Uhr Eastern Standard Time vom Kennedy Space Center in Florida – der erste Nachtstart in der bemannten US-amerikanischen Raumfahrt. An Bord waren der Kommandant Eugene Cernan, der Pilot des Apollo-Raumschiffs Ron Evans und der Pilot der Mondlandefähre Harrison „Jack“ Schmitt.
Während sich Evans in der Apollo-Kommandokapsel im Mondorbit befand, verbrachten Cernan und Schmitt etwas mehr als drei Tage im Taurus-Littrow-Tal auf dem Mond. Sie unternahmen drei Außenbordeinsätze, entnahmen Mondgesteinsproben und verwendeten das Apollo Lunar Surface Experiments Package (ALSEP) auf der Mondoberfläche. Evans führte wissenschaftliche Messungen durch und erstellte Fotografien aus dem Mondorbit unter Verwendung eines Moduls, welches am Service Module angebracht war. Der Landeplatz für Apollo 17 war mit dem vorrangigen Ziel gewählt worden, Mondgestein aus einem Hochland zu untersuchen, das älter ist als die Auswirkungen, die das Mare Imbrium gebildet haben.
Cernan, Evans und Schmitt kehrten am 19. Dezember 1972 nach zwölf Tagen zur Erde zurück. Nach Apollo 17 wurden verbliebene Apollo-Raumfahrzeuge in den Skylab- und Apollo-Sojus-Programmen verwendet. Apollo 17 blieb bis zur Mission Artemis 2 im Jahr 2026 der letzte bemannte Mondflug und das letzte Mal, dass Menschen über eine erdnahe Umlaufbahn hinaus reisten.
Am 13. August 1971, kurz nach dem Flug von Apollo 15, gab die NASA die Besatzung für die Mission Apollo 17 bekannt. Turnusgemäß wäre die Ersatzmannschaft von Apollo 14 an der Reihe gewesen, zur Hauptmannschaft aufzusteigen. So war die Nominierung von Eugene Cernan als Kommandant und Ron Evans als Pilot der Apollo-Kommandokapsel America an sich keine Überraschung, die Nominierung von Cernan stand allerdings kurzzeitig in Frage, weil er durch ein gewagtes Flugmanöver den Absturz eines Hubschraubers verursacht hatte und damit die persönliche Eignung als Kommandant eines Raumfluges diskutiert wurde. Statt Joe Engle wurde dagegen Harrison Schmitt aus der Ersatzmannschaft von Apollo 15 als Pilot der Mondlandefähre Challenger eingeteilt. Schmitt war einer der Wissenschaftsastronauten, die die NASA 1965 ausgewählt hatte, und von denen noch keiner zum Einsatz gekommen war. Auf Druck der NASA-Wissenschaftler wurde Schmitt vor Engle der Vorzug gegeben.
Als Ersatzmannschaft wurde zunächst die komplette Mannschaft von Apollo 15 eingeteilt: Kommandant David Scott, Pilot der Kommandokapsel Alfred Worden und Landefährenpilot James Irwin. Diese wurde als Folge der Briefmarkenaffäre im Mai 1972 vollständig ausgetauscht. Kommandant und Mondfährenpilot von Apollo 16, John Young und Charles Duke sprangen ein, ebenso der Pilot der Kommandokapsel von Apollo 14, Stuart Roosa.
Die Unterstützungsmannschaft (Support-Crew) bestand aus dem Wissenschaftsastronauten Robert Parker sowie aus Gordon Fullerton und Robert Overmyer, die ihre Astronautenausbildung bei der US-Luftwaffe bekommen hatten und zur NASA gewechselt waren, nachdem die Air Force die Pläne eines eigenen bemannten Raumfahrtprogramms (Manned Orbiting Laboratory, MOL) aufgegeben hatte.
Apollo 17 ist bis heute (Stand: Artemis 2) der einzige Mondflug, dessen Kommandant kein Testpilot war und der keinen Testpiloten an Bord hatte. Der X-15-Testpilot Joe Engle war durch Harrison Schmitt ersetzt worden. Die Mission brach die Rekorde für den längsten Aufenthalt auf dem Mond, die längsten EVAs, die größte Mondprobe und die längste Zeit im Mondorbit.
Das Missionsabzeichen zeigt auf nachtblauem Grund den Kopf des griechischen Sonnengottes Apollon vor den hellblauen Umrissen eines Adlers, des Wappentiers der Vereinigten Staaten. In den Umrissen des Adlers liegen unter drei weißen fünfzackigen Sternen vier rote horizontale Streifen. Sterne und Streifen zitieren die Flagge der Vereinigten Staaten; die drei Sterne repräsentieren zudem die drei Besatzungsmitglieder. Im Hintergrund sind Mond, der Planet Saturn und eine Galaxie oder ein Nebel zu sehen. Der Flügel des Adlers überdeckt teilweise den Mond und deutet damit auf die dortige Präsenz des Menschen hin. Der Blick Apollos und die Richtung der Bewegung des Adlers verkörpern die Absicht der Menschheit, weitere Ziele im Weltraum zu erforschen.
Neben den Farben der US-Flagge (rot, weiß und blau) enthält das Missionsabzeichen die Farbe Gold, die für ein goldenes Zeitalter der Raumfahrt, das mit der Mondlandung von Apollo 17 beginnen sollte, steht.
Der Kopf des Apollons ist eine Abbildung einer antiken Skulptur, des „Apollo von Belvedere“. Das Abzeichen wurde von Robert McCall entworfen; die Mannschaft brachte ihre Vorstellungen in die Gestaltung ein.
Die einzelnen Stufen der Saturn-V-Rakete AS-512 wurden zwischen Oktober 1970 und Juni 1972 in Cape Kennedy angeliefert. Das Apollo-Raumschiff CSM-114 erhielt den Namen America, die Mondlandefähre LM-12 den Namen Challenger (Herausforderer).
Am 28. August 1972 konnte die Rakete zur Startrampe 39-A gerollt werden.
Als Verbindungssprecher (Capcom) während des Fluges dienten hauptsächlich Fullerton, Parker und Overmyer von der Unterstützungsmannschaft sowie Young, Duke und Roosa von der Ersatzmannschaft, Alan Shepard von Apollo 14, Ken Mattingly von Apollo 16, sowie Joseph Allen, ein Wissenschaftsastronaut, der schon bei Apollo 15 Capcom gewesen war.
Wie Apollo 15 und Apollo 16 wurde Apollo 17 als J-Mission bezeichnet, ein Apollo-Missionstyp, der Mondoberflächenaufenthalte von drei Tagen, umfangreichere wissenschaftliche Tätigkeiten und die Verwendung des Lunar Roving Vehicle beinhaltete. Da Apollo 17 die letzte Mondlandung des Apollo-Programms sein sollte, wurden geeignete Landeplätze, die vorher noch nicht in Betracht gezogen wurden, nun einer genaueren Untersuchung unterzogen. Es wurde eine Landung im Krater Copernicus erwogen, diese wurde aber letztlich abgelehnt, weil Apollo 12 bereits Proben von diesem Krater gesammelt hatte, und drei weitere Apollo-Landungen bereits in der Nähe von Mare Imbrium durchgeführt worden waren. Eine Landung im lunaren Hochland in der Nähe des Kraters Tycho wurde ebenfalls in Erwägung gezogen, wurde aber wegen des dort vorgefundenen Geländes und einer Landung auf der Mondrückseite verworfen. Am Tsiolkovskiy Krater wären zusätzliche Kommunikationssatelliten für eine Landung nötig gewesen, um die Verbindung zwischen Bodenmannschaft und dem Landeteam sicherzustellen, dadurch wäre die Mission sehr viel teurer geworden. Eine Landung in einer Region südwestlich von Mare Crisium wurde ebenfalls in Betracht gezogen, diese wurde aber mit der Begründung abgelehnt, dass ein sowjetisches Raumfahrzeug den Ort leicht erreichen könnte; Luna 20 sollte schließlich eine Woche später in der Nähe von Apollo 17 landen. Nach einer Auswahl blieben drei Standorte für die Landung von Apollo 17 übrig: der Alphonsus-Krater, der Gassendi-Krater und das Taurus-Littrow-Tal. Bei der endgültigen Entscheidung berücksichtigten die Missionsplaner die primären Ziele für Apollo 17: Erlangung von altem Hochlandmaterial aus einer beträchtlichen Entfernung von Mare Imbrium, Probeentnahmen von junger vulkanischer Aktivität (weniger als drei Milliarden Jahre), und mit einer minimaler Überlappung von Bodenproben der Missionen von Apollo 15 und Apollo 16, um die Menge neuer Proben zu maximieren. Alle Landeplätzen außer Taurus-Littrow schieden aus wissenschaftlichen oder technischen Gründen aus. Eine Landung bei Tycho wurde wegen des rauen Geländes als zu gefährlich angesehen.
Die Besatzung sollte in der Lage sein, Proben von altem Hochlandmaterial aus den Resten eines Erdrutsches zu erhalten, das an der Südwand des Tals auftrat und die Möglichkeit von geologisch jungen Material, welches von vulkanischer Aktivität in diesem Gebiet stammt. Obwohl das Tal ähnlich dem Landungsort von Apollo 15 war, welches am Rand der dunklen Tiefebene des Mondes liegt, wurde angenommen, dass die Vorteile von Taurus-Littrow die Nachteile überwiegen, was zu seiner Auswahl als Landeplatz für Apollo 17 führte. Apollo 17 war die einzige Mondlandungsmission, die das Traverse Gravimeter Experiment (TGE), ein Experiment das vom Draper Laboratory am Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt wurde, durchführte, um relative Gravitationsmessungen während der Landung vor Ort und an verschiedenen Orten während des Aufenthalts auf der Mondoberfläche zu liefern. Die Wissenschaftler würden dann diese Daten verwenden, um Informationen über die geologische Substruktur des Landeplatzes und der Umgebung zu sammeln.