Anton Alexander Albrecht Freiherr von Perfall (* 11. Dezember 1853 in Landsberg am Lech; † 3. November 1912 in Schliersee) war ein bayerischer Heimat- und Jagdschriftsteller.
Anton von Perfall entstammte dem alten bayerischen Adelsgeschlecht Perfall. Sein Vater Maximilian Freiherr Perfall zu Perfall (1814–1877) war Landrat, Königlich Bayerischer Kämmerer, Fideikommissherr und Gutsbesitzer auf Schloss Greifenberg am Ammersee, seine Mutter Amalia, geb. Gräfin von Holnstein aus Bayern. 1877 heiratete er die aus Wien stammende Schauspielerin Magda Irschick (1841–1935), mit der er 1883 eine Villa am in Schliersee bezog.
Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums St. Stefan in Augsburg studierte Perfall zunächst das Bergfach am Polytechnikum in München, wechselte aber bald zum Studium der Philosophie und Geschichte an der Universität München. Perfall wurde 1873 im Corps Franconia München recipiert, dem schon sein Vater als Ehrenmitglied angehörte. Zuletzt widmete er sich in Freiberg/Sachsen wieder dem Bergbaustudium. Nach seiner Eheschließung mit der Hofschauspielerin Magda Irschick begleitete er seine Frau einige Jahre auf ihren Kunstreisen durch Deutschland, die Niederlande, Russland und die Vereinigten Staaten. Nach seiner Rückkehr ließ er sich als freier Schriftsteller auf seinem Besitz am Schliersee nieder. Er schrieb Novellen, Skizzen, Beiträge in Zeitschriften und zahlreiche Romane, darunter die Jagdromane Der Jagdteufel (1899), Jägerblut (1907) und Baronin Burgl (1913). Ende des 19. Jahrhunderts war er einer der bekanntesten Jagdschriftsteller im deutschsprachigen Raum. Einige seiner Bücher sind damals auch in dänischer Übersetzung erschienen.
1904 wurde Perfall zum Königlich bayerischen Hofrat ernannt.
Dämon „Ruhm“, 2 Bände. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/Leipzig/Berlin/Wien 1889/1911.
Justiz der Seele. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/Leipzig/Berlin/Wien 1889, 290 S.
Gift und Gegengift. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/Leipzig/Berlin/Wien 1890.
Das Erdmannshaus. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/Leipzig/Berlin/Wien 1891.
Truggeister. Keil, Leipzig 1892.
Klippen. M. Freyhoff, Nauen 1892.
Unterwühlter Grund. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/Leipzig/Berlin/Wien 1892.
Sein Dämon. Bong & C., Berlin 1893.
Aus Kunst und Leben. Eckstein, Berlin 1894.
Das verlorene Paradies. H. Steinitz, Berlin 1895.
Ein Weidmannsjahr. Mit Originalzeichnungen von Chr. Kroener, E. Otto, A. Singer, A. Wagner u. a. Parey, Berlin 1896.
König Erfolg. Eckstein, Berlin (um 1900), 173 S. (Eckstein’s Illustrierte Roman-Bibliothek, 4).
König Wiglaf. Epische Erzählung. Schlesische Verlags-Anstalt, Breslau 1901.
Die Finsternis und ihr Eigentum. Roman. Lutz, Stuttgart 1905.