Gustav Anton Kolm (* 12. Oktober 1865 in Wien, Kaisertum Österreich; † 11. September 1922 in Wien, Österreich) war ein österreichischer Fotograf, der als einer der ersten Filmregisseure und -produzenten in die österreichische Filmgeschichte einging.
Ab 1906 fertigte der gelernte Fotograf privat bereits einige Kurzfilme an, die jedoch noch nicht für die Kinos bestimmt waren. Auf seine Aufbauarbeit hin gründete er gemeinsam mit Jacob Fleck und seiner Frau Luise Kolm 1910 die Erste österreichische Kinofilms-Industrie, die ein Jahr später in Wiener Kunstfilm-Industrie umbenannt wurde und lange Zeit führende Produktionsfirma Österreich-Ungarns, und später, Österreichs, blieb. Während er sich vor allem um die Finanzen und Leitung des Unternehmens kümmert, und nur bei einem Teil der hauseigenen Filmproduktionen aktiv mitwirkte, war seine Frau für die Kreativarbeit zuständig.
1919 gründete er die Wiener Kunstfilm-Industrie mit seiner Frau und finanzieller Unterstützung durch die Depositenbank als Vita-Film neu. Sogleich wurde mit der Errichtung der Rosenhügel-Ateliers begonnen, die bereits vor der kompletten Fertigstellung 1923 bespielbar waren. Diese Filmproduktionsgesellschaft produzierte dort unter anderem Großprojekte und Monumentalfilme wie Samson und Delila (1922), ging aber bereits 1924, wie viele andere europäische Filmproduktionsunternehmen aufgrund der enormen Konkurrenz durch US-amerikanische Filme zu dieser Zeit pleite.
Anton Kolm hatte mit Luise einen Sohn, Walter Kolm-Veltée, der selbst im Filmgeschäft tätig wurde und unter anderem an der Wiener Universität eine Filmakademie einrichtete.
Er ruht in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Ober Sankt Veiter Friedhof (Gruppe C, Reihe 1, Nummer 1) in Wien, wie auch Luise (Aloisia) Kolm, Walter Kolm, Jacob Fleck, Louis und Johanna Veltee.
Neben seinen Regie- und Produzentenarbeiten zeichnet er auch für zahlreiche (Kurz-)Dokumentarfilme und Wochenschauen verantwortlich.
1910: Die böse Schwiegermutter
1911: Die Glückspuppe (gemeinsam mit Jacob Fleck, Luise Kolm und Claudius Veltée)
1911: Hoffmanns Erzählungen (gemeinsam mit Jacob Fleck, Luise Kolm und Claudius Veltée)
1912: Karl Blasel als Zahnarzt
1912: Trilby (gemeinsam mit Jacob Fleck, Luise Kolm und Claudius Veltée)
1911: Der Müller und sein Kind
1913: Johann Strauß an der schönen blauen Donau
1916: Mit Gott für Kaiser und Reich
1918: Don Cäsar, Graf von Irun
1918: So fallen die Lose des Lebens
Kolm Gustav Anton. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 4, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1969, S. 92 f. (Direktlinks auf S. 92, S. 93).