Anton Behmann (* 2. August 1850 in Schwarzenberg (Vorarlberg); † 4. Januar 1932 in Schwarzach (Vorarlberg)) war ein österreichischer Orgelbauer, der nach Anfängen in seinem Geburtsort überwiegend von Schwarzach in Vorarlberg aus wirkte.
Behmann war Sohn des Wundarztes Josef Mathias und seiner Frau Maria Rosa Josefa Behmann geb. Aberer. Er erlernte den Beruf des Tischlers und ließ sich ab 1868 von Alois Schönach in Rankweil als Orgelbauer ausbilden. Ab 1871 arbeitete er nacheinander bei Balthasar Pröbstl in Füssen, Max Maerz in München sowie Martin Hechenberger in Passau.
Im Jahr 1873 gründete Behmann eine eigene Werkstatt in Schwarzenberg, die er 1878 nach Schwarzach (Vorarlberg) verlegte. 1874 fertigte er für die Pfarrkirche Damüls sein op. 1 an. 1879 heiratete er in Schwarzenberg Maria Barbara Hammerer.
In seinem Betrieb beschäftigte Behmann in Spitzenzeiten bis zu zehn Mitarbeiter, zeitweilig arbeitete auch der deutsche Orgelbauer Josef Brandl bei ihm.
Behmann bildete auch seinen Sohn Josef (1880–1932) zum Orgelbauer aus. Seine Söhne Ignaz und Alois wurden zwar gleichfalls Orgelbauer – die Werkstatt ging jedoch 1911 durch Verkauf allein an Josef Behmann über.
Bis op. 11 (Pfarrkirche Warth) baute Behmann ausschließlich mechanische Schleifladen, bis op. 58 (Pfarrkirche Egg) mechanische Kegelladen. Anschließend beschränkte er sich auf pneumatische Kegelladen.
Im Zentrum von Behmanns Bemühen standen solide handwerkliche Ausführung sowie künstlerisch perfekte Intonation. Obwohl die von ihm entworfenen bzw. ausgeführten Dispositionen einzelne Aliquoten vermeiden, legte er auf das Vorhandensein der Klangfarbe der Terz großen Wert: entweder explizit in einem Cornett oder, wenn ein solches nicht vorhanden war, als Chor der Mixtur.
Die Gesamtwerkliste der Firmen Anton Behmann (1873–1910) und Josef Behmann, vorm. Anton Behmann (1911–1932) enthält 151 Nummern, von denen Anton Behmann für die opp. 1–105 verantwortlich zeichnete. Davon weisen die opp. 1–11 sowie 45 mechanische Schleifladen auf, die opp. 12–58 (ohne 45) mechanische Kegelladen und die opp. 59–105 pneumatische Kegelladen. Keine der Orgeln von Anton Behmann überschreitet die Zweimanualigkeit. Der räumliche Schwerpunkt liegt auf Vorarlberg, Tirol und Südtirol.
1873: Schröcken, Pfarrkirche Unserer Lieben Frau Mariä Himmelfahrt (I/9), op. deest, Orgel von Franz Weber aus dem Jahr 1867, von Behmann geringfügig umgebaut, 1918 neue Zinkprospektpfeifen von Josef Behmann, 1983 von Rieger Orgelbau restauriert
1874: Damüls, Pfarrkirche Hl. Nicolaus (I/6), op. 1, offizielles Erstlingswerk, unverändert erhalten
1876: Mellau, Pfarrkirche Hl. Antonius Eremit (II/14), op. 2, erste zweimanualige Orgel Behmanns, 1919 neue Zinkprospektpfeifen von Josef Behmann, 1950 von Gebrüder Mayer umgebaut und dispositionell erweitert, 1980 vor dem Kirchenneubau abgetragen und eingelagert, 1989 endgültig durch einen Neubau von Rieger Orgelbau ersetzt
1876: Bregenz, Dominikanerinnenkloster Thalbach (I/9), op. 8, in neuromanischem Gehäuse, 1896 durch einen Neubau von G. F. Steinmeyer & Co. ersetzt, im selben Jahr von Alois Geist in die Pfarrkirche Hll. Viktor und Markus Nüziders transloziert, 1943 von Gebrüder Mayer umgebaut und dispositionell erweitert (II/13). Seit 2000 steht in Nüziders eine neue Orgel.
1878: Warth, Pfarrkirche Hl. Sebastian (I/9), op. 11, letzte mechanische Schleifladenorgel Behmanns, Neubau unter Verwendung der Orgel aus der Pfarrkirche Hl. Wolfgang Schnepfau von Remigius Haaser aus dem Jahr 1832 und der vorhandenen Orgel von Johann Martin Anwander aus dem Jahr 1792, 1974 von den Gebrüder Mayer abgetragen und 1976 an die Pfarrkirche Brand verkauft, 1976 durch einen Neubau von Rieger Orgelbau ersetzt.
1878: Lorüns, Filialkirche Hl. Johannes Nepomuk (?), op. deest, von Behmann mit Teilen der Orgeln von Warth aus dem Jahr 1791 und Schnepfau aus dem Jahr 1831 erbaut, nicht spielbar, in dem 1960 vollendeten Kirchenneubau kommt stattdessen ein Elektronium von Ahlborn-Orgel zum Einsatz
1879: Schwarzenbach (Württemberg) (I/9), op. 12, erste mechanische Kegellade Behmanns
1880: Lingenau, Pfarrkirche Hl. Johannes der Täufer (II/16), op. 13, 1927 neue Zinkprospektpfeifen von Josef Behmann, 1963 im Gefolge einer Umgestaltung des Kircheninneren abgebaut und durch ein Elektronium ersetzt, 2012 endgültig durch einen Neubau von Rieger Orgelbau ersetzt
1881: Bregenz, Österreichische Landesausstellung (II/15), op. 15, gebaut für die Pfarrkirche Mariä Heimsuchung Dornbirn-Haselstauden, 1927 durch einen Neubau von Gebrüder Mayer ersetzt
1883: Lauterach, Pfarrkirche Hl. Georg (II/20), op. 18, 1912 von Gebrüder Mayer auf pneumatische Traktur umgestellt, 1920 neue Zinkprospektpfeifen von Josef Behmann, 1986 von Siegfried Jehmlich restauriert