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Antoine de Saint-Exupéry

Französischer Schriftsteller und Pilot (1900–1944)

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Antoine Marie Jean-Baptiste Roger de Saint-Exupéry (* 29. Juni 1900 in Lyon; † 31. Juli 1944 nahe der Île de Riou bei Marseille) war ein französischer Schriftsteller und Pilot. Er war schon zu seinen Lebzeiten ein anerkannter und erfolgreicher Autor, obwohl er selbst sich eher als einen nur nebenher schriftstellernden Berufspiloten sah. Seine märchenhafte Erzählung Der kleine Prinz gehört mit über 140 Millionen verkauften Exemplaren zu den erfolgreichsten Büchern der Welt.

Saint-Exupéry wurde 1900 in Lyon als drittes von fünf Kindern und als erster Sohn von Jean-Marc de Saint Exupéry (1863–1904) und Marie Boyer de Fonscolombe La Môle (1875–1972) geboren. Der Vater starb, als der Junge drei Jahre alt war.

Saint-Exupéry wuchs zunächst in Lyon und auf Gütern der Familie in Südfrankreich auf. 1909 kam er mit seinem jüngeren Bruder in ein von Jesuiten geführtes Internat in Le Mans. Im Juli 1912 wurde er während der Sommerferien in Ambérieu-en-Bugey zum ersten Mal auf einen Flug vom Piloten und Konstrukteur Gabriel Salvez-Wroblewski mitgenommen, dem er vorgelogen hatte, eine Erlaubnis seiner Mutter für den Flug zu haben. Er war fasziniert vom Fliegen. Die letzten Gymnasialjahre (1915–17) verbrachten er und sein Bruder im Kollegium Heilig Kreuz, einem Internat der Marianisten, in Freiburg/Schweiz.

Nach dem Abitur (Baccalauréat 1917) besuchte Saint-Exupéry am Lycée Saint-Louis in Paris die Vorbereitungsklassen (classes préparatoires) für die Aufnahmeprüfung (concours) der École navale, weil er Marineoffizier werden wollte. Er hatte jedoch keinen Erfolg bei der Prüfung, fiel zweimal im Fach Literatur durch und erhielt keinen der kontingentierten Studienplätze. Ein weiterer Schlag war der plötzliche Tod seines Bruders 1917, der an den Folgen einer Herzbeutelentzündung starb. Dieser Verlust erschütterte ihn zutiefst.

1920/1921 studierte er an der École nationale supérieure des beaux-arts in Paris Architektur, erwarb jedoch keinen Abschluss. Von 1921 bis 1923 absolvierte er seinen Wehrdienst bei der Kavallerie in Straßburg und wurde zum Flugzeugmechaniker ausgebildet. Die Armee verweigerte ihm eine Ausbildung zum Piloten, weil er den Vorbereitungskurs hierzu nicht absolviert hatte. Er absolvierte dann seine Pilotenausbildung, indem er privat Flugstunden nahm.

Erste Jahre als Pilot und Autor

Danach hätte Saint-Exupéry als Berufsoffizier und -pilot bei den Luftstreitkräften bleiben können, doch war die adelige Familie seiner Verlobten Louise de Vilmorin, der Schwester eines Pariser Klassenkameraden, vehement gegen eine derart gefährliche Existenz ihres künftigen Schwiegersohns. In Erwartung der Eheschließung, zu der es dann aber doch nicht kam, arbeitete Saint-Exupéry als Angestellter bei Pariser Firmen. Nebenbei flog er, wann immer er konnte, und hatte im Salon einer adeligen Tante, Yvonne de Lestrange, Herzogin von Triest, erste Kontakte mit Pariser Literaten. 1923 war Saint-Exupéry völlig mittellos und begann erstmals als Pilot zu arbeiten, indem er Touristen zu fünfzehnminütigen Rundflügen über Paris mitnahm. 1925 trat er mit der Novelle L’Aviateur („Der Flieger“) erstmals als Autor hervor.

1926 wurde Saint-Exupéry von der Luftfrachtgesellschaft Latécoère in Toulouse eingestellt, zunächst beim Bodenpersonal. Bald kam er zu den Piloten und flog anfangs die Etappe Toulouse–Casablanca, dann Casablanca–Dakar. 1927/28 war er 18 Monate lang Chef des einsamen Zwischenlandeflugplatzes auf dem Cabo Juby mit dem Hauptort Tarfaya, das zur damaligen Kolonie Spanisch-Marokko gehörte, wo ein Denkmal an ihn erinnert. In seiner Funktion als Flugplatzchef hatte er öfter Probleme mit den kriegerischen Berbern der Gegend.

Mehrfach musste er auch in der Wüste notgelandete Kollegen retten. Für die Rettung von insgesamt 14 Piloten bekam er 1930 den höchsten Orden Frankreichs, der an Zivilisten vergeben wird, den „Chevalier de la Légion d'Honneur“ verliehen. Die meiste Zeit jedoch verbrachte er mit Warten auf das nächste Flugzeug. Hierbei schrieb er seinen ersten längeren Text, den kleinen Roman Courrier Sud („Südkurier“, 1928), der den letzten Flug eines Piloten samt einer eingeschobenen, ebenfalls traurigen Liebesgeschichte erzählt.

1929 absolvierte Saint-Exupéry eine Fortbildung in Navigation bei den Marinefliegern in Brest und ging anschließend für seine Gesellschaft nach Argentinien, um in diesem damals reichsten Land Südamerikas Flugpost- und Luftfrachtlinien einzurichten. Seine Erlebnisse und Erfahrungen als Verantwortlicher für die ersten Nachtflüge, die trotz aller Gefahren pflichtgemäß durchgeführt wurden, verarbeitete er in dem Roman Vol de nuit („Nachtflug“, Dezember 1930), dessen Handlung um den tödlichen letzten Flug eines Piloten kreist. Das Werk wurde mit dem renommierten Prix Femina ausgezeichnet und brachte Saint-Exupéry den Durchbruch als Autor.

Im April 1931 heiratete er Consuelo Suncín Sandoval, eine jung verwitwete Malerin aus El Salvador. Die standesamtliche Hochzeit fand in Nizza statt, die kirchliche Trauung feierte das Paar in Agay, wo seine Familie einen Landsitz hatte. Saint-Exupéry ging danach wieder teils als Streckenpilot nach Westafrika, teils betätigte er sich als Versuchspilot für Wasserflugzeuge, wobei er einmal fast ertrank. 1934 wurde er von der neuen Air France eingestellt, zu der sich mehrere Luftfahrtgesellschaften zusammengeschlossen hatten.

In den nächsten Jahren arbeitete er als Flieger, Werbebeauftragter, Journalist und Autor. So flog er beispielsweise 1934 werbewirksam nach Saigon (damals Hauptstadt der damaligen französischen Kolonie Vietnam) und unternahm 1935 per Flugzeug eine Vortragsreise rund ums Mittelmeer. Im Mai 1935, als die französische und die sowjetische Regierung gerade einen Beistandspakt gegen das Deutsche Reich geschlossen hatten, besuchte er im Auftrag der Zeitung Paris-Soir Moskau und schrieb eine vielbeachtete Artikelserie über seinen Aufenthalt.

Am 29. Dezember 1935 stürzte Saint-Exupéry bei einem Versuch, den Streckenrekord Paris–Saigon aufzustellen, 200 Kilometer vor Kairo in der ägyptischen Wüste ab, nachdem es bei schlechter Sicht zu einer Bodenberührung gekommen war. Saint-Exupéry und sein Mechaniker Prévot überlebten die Bruchlandung unverletzt, waren nun aber ohne ausreichenden Trinkwasservorrat Sonne und Hitze der Wüste ausgesetzt. Nach einem fünftägigen Marsch durch die Wüste stießen sie auf eine Karawane und wurden gerettet.

Im Frühjahr 1937 verbrachte Saint-Exupéry für Paris-Soir einen Monat als Reporter im Spanien des Bürgerkriegs, den er von der republikanischen Seite her schilderte, die von der neuen französischen Volksfront-Regierung unterstützt wurde. Mitte Februar 1938 unternahm er den Versuch eines Rekordfluges von New York City nach Feuerland in Südargentinien, stürzte aber in Guatemala beim Start nach einer Zwischenlandung ab und wurde schwer verletzt. Mehrere Autoren behaupten, dass die Kolonialstadt Antigua und ihre Umgebung mitsamt dem Atitlán-See Inspirationsquellen für den Kleinen Prinzen (z. B. für die Vulkane) gewesen seien.

Während seiner Genesung stellte er in New York den Sammelband Terre des hommes

(Wind, Sand und Sterne, in neuerer Übersetzung auch unter dem Titel Die Erde des Menschen veröffentlicht) zusammen, dessen teils neue und teils ältere Texte vor allem ein Hohelied der Kameradschaft unter Männern, der Pflichterfüllung und des Idealismus sowie der Solidarität und Menschlichkeit singen. Das Werk traf bei seinem Erscheinen Anfang 1939 den Nerv der Zeit und hatte großen Erfolg. Es erhielt den Grand Prix du Roman de l’Académie française; auch die amerikanische Übersetzung unter dem Titel Wind, Sand and Stars verkaufte sich bestens und wurde preisgekrönt.

Saint-Exupéry war gerade von einer Reise zu seinem amerikanischen Verleger zurückgekehrt, als Anfang September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach. Er wurde eingezogen und diente zunächst als Ausbilder für Piloten. Später wurde er selbst Pilot bei einem Aufklärungsgeschwader und im Mai/Juni 1940 Zeuge, wie Nordostfrankreich nach dem deutschen Angriff, dem Blitz allemand, im Chaos versank. Den Waffenstillstand am 25. Juni und die anschließende Demobilisierung der französischen Streitkräfte erlebte er in Algerien, danach hielt er sich zunächst auf dem Landgut einer Schwester in Agay in Südfrankreich auf. Hier schrieb er an einem schon 1936 begonnenen größeren philosophisch-moralistischen, lyrisch-erzählerischen Werk: Citadelle („Die Stadt in der Wüste“), dessen Fragment erst postum erschien.

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