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Anthony West

Australischer Motorradrennfahrer

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Anthony Keith „Ant“ West (* 17. Juli 1981 in Maryborough) ist ein ehemaliger australischer Motorradrennfahrer.

2010 und 2011 startete er für MZ in der Moto2-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft.

West galt als ausgesprochener Regenspezialist; seine beiden Grand-Prix-Siege gelangen ihm 2003 in der 250-cm³-Klasse und 2014 in der Moto2-Klasse jeweils im Regen bei der Dutch TT in Assen.

Anthony „Ant“ West begann wie viele andere australische Motorradrennfahrer bei Dirt-Track-Rennen erste Erfahrungen auf Motorrädern zu sammeln. Im Alter von zwölf Jahren bestritt er sein erstes Rennen und maß sich in der australischen Meisterschaft beispielsweise bereits mit Chris Vermeulen.

1998 debütierte er beim 125-cm³-Grand-Prix von Australien in der Motorrad-Weltmeisterschaft.

250-cm³-Weltmeisterschaft (1999–2000)

Zur Saison 1999 stieg Anthony West mit dem relativ unerfahrenen Team Shell Advance Honda Team in die 250-cm³-Weltmeisterschaft ein. Mit dem sechsten Platz beim Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring als bestem Resultat wurde er Zwölfter der Gesamtwertung. 2000 steigerte sich Anthony West auf den sechsten Gesamtrang, ohne dabei jedoch eine Podiumsplatzierung erreichen zu können.

500-cm³-Weltmeisterschaft (2001)

Zur Saison 2001 stieg West in die 500-cm³-Klasse auf und startete für das Dee Cee Jeans Racing Team auf unterlegenem Material. Er kam zwar bei fast jedem Rennen ins Ziel, fuhr aber meist nur wenige Punkte ein und belegte am Saisonende mit 27 Zählern den 18. Platz. Für die Saison 2002 hatte Anthony West einen Platz auf einer Aprilia-Werksmaschine in Aussicht, fand aber keine Sponsoren, um sich für diesen Platz einzukaufen.

250-cm³-Weltmeisterschaft (2003–2006)

In der Saison 2003 ging West wieder in der 250-cm³-Klasse für das italienische Privatteam Zoppini Abruzzo an den Start. Er fuhr regelmäßig unter die ersten zehn und feierte bei der verregneten Dutch TT in Assen seinen ersten Sieg in der Motorrad-WM. Mit dem zweiten Platz bei seinem Heim-Grand-Prix in Phillip Island und zwei dritten Rängen belegte Anthony West am Saisonende mit 145 Zählern den siebten Platz in der Gesamtwertung.

Das Jahr 2004 verlief für West, wiederum für das Abruzzo-Team startend, nicht so erfolgreich. Er erreichte keine einzige Podiumsplatzierung und wurde in der Gesamtwertung mit 88 Punkten Elfter.

Für die Saison 2005 wurde Anthony West vom österreichischen Motorradhersteller KTM als Fahrer für das neu ins Leben gerufene 250er-Projekt verpflichtet. Drei Viertel der Saison nahm er jedoch wegen der stockenden Entwicklung des Motorrades und einiger technischer Probleme an keinem Grand Prix teil. In der ersten Saisonhälfte agierte er deshalb als Ersatzpilot für verschiedene Teams. Beim ersten Einsatz der 250er-KTM, dem verregneten Grand Prix von Großbritannien in Donington Park, fuhr West auf einen hervorragenden zweiten Platz. Danach gelangen ihm jedoch nur noch Platzierungen im Mittelfeld, er wurde schließlich 17. der WM. Nach der Saison wurde sein Vertrag mit KTM wegen Meinungsverschiedenheiten über die Entwicklung der Maschine aufgelöst.

Die Saison 2006 bestritt Anthony West im deutschen Privatteam Kiefer-Bos-Racing auf einer Aprilia-Kit-Maschine. Sein Teamkollege war Dirk Heidolf. Nach einer eher unauffälligen Saison auf der unterlegenen Maschine schloss er die WM als Elfter ab.

In die Motorrad-Weltmeisterschaft 2007 startete West wiederum in der 250er-WM, diesmal auf einer Aprilia-Semi-Werksmaschine im Team Sicilia. Nach einem enttäuschenden Saisonstart, in dem er nicht an die Resultate des Vorjahres anknüpfen konnte, entschloss er sich, das Team zu verlassen.

Wie erfolgreich er auf einer konkurrenzfähigen Maschine sein kann, bewies Anthony West dann in der Supersport-Weltmeisterschaft. Dort ersetzte er im Yamaha World Supersport Racing-Team auf einer Yamaha YZF-R6-Werksmaschine seinen verletzten Landsmann Kevin Curtain. Im ersten Rennen in Monza fuhr er auf den dritten Rang. Die beiden folgenden Läufe in Silverstone und Misano gewann er. Mit nur drei bestrittenen Rennen wurde West 2007 Supersport-WM-Neunter.

Nachdem der Franzose Olivier Jacque im Juni 2007 als Kawasaki-Werksfahrer in der MotoGP-Klasse zurückgetreten war, wurde West aufgrund der guten Resultate in der Supersport-WM dessen Platz im Kawasaki-Werksteam bis zum Saisonende angeboten. West akzeptierte und kaufte sich aus seinem zwischenzeitlich mit Yamaha geschlossenen Vertrag für die Supersport-Klasse heraus. Er kam in der Folge bei jedem der elf MotoGP-Läufe an denen er teilnahm ins Ziel, zwei siebte Ränge in den USA und in Japan waren dabei seine besten Saisonresultate. Anthony West beendete die Saison mit 59 Punkten schließlich als 15. der Gesamtwertung.

Auch die Saison 2008 bestritt Anthony West im Kawasaki-Werksteam in der MotoGP-Klasse, sein neuer Teamkollege war der US-Amerikaner John Hopkins. Beide Kawasaki-Piloten blieben weit hinter den Erwartungen zurück, West wurde mit 50 Punkten WM-18. und damit schlechtester Fixstarter. Einzig beim Gran Prix von Tschechien in Brünn gelang dem Australier mit Platz sechs im Qualifikationstraining und Rang fünf im Rennen ein herausragendes Resultat. Sein zum Saisonende auslaufender Vertrag bei den Grünen, die sich am Ende des Jahres sogar komplett aus der MotoGP-Klasse zurückzogen, wurde nicht verlängert. Jedoch gab es Bestrebungen seitens der Japaner, West in einer anderen Meisterschaft als Werkspiloten zu behalten, die aber nicht in die Tat umgesetzt wurden.

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