Annemie Fontana (* 14. Dezember 1925 in Versoix, Kanton Genf; † 25. Oktober 2002 in Zürich), eigentlich Anne-Marie Jacqueline Fontana, war eine Schweizer Künstlerin und Bildhauerin. Sie wurde von Alois Carigiet entdeckt und gefördert.
Annemie Fontana war die Tochter des Kunstmalers Alois Fontana. Kurz nach ihrer Geburt zog die Familie nach Zürich.
Ausbildung und berufliche Karriere
Von 1941 bis 1944 absolvierte Annemie Fontana widerwillig eine Schneiderinnen-Lehre im Haute-Couture-Atelier von Gaby Jouval. Diese Ausbildung sollte ihr ein sicheres Einkommen ermöglichen. Gleich anschliessend genoss sie von 1944 bis 1950 eine Ausbildung als Keramikerin bei der Firma Gebrüder Müller in Luzern. Sie arbeitete daraufhin zwei Jahre lang für einen Architekten als Modellbauerin.
Bereits nach der Ausbildung 1950 bezog Annemie Fontana ihr erstes Atelier in der «Alten Mühle» an der Mühlebachstrasse und bildete sich dort bis 1955 autodidaktisch in Bildhauerei weiter. Seit 1951 nahm sie bei den Weihnachtsausstellungen im Helmhaus teil.
1954 stellte sie Plastiken in der Galerie 16 aus. 1956 bekam sie ein eidgenössisches und 1958 ein Stadtzürcher Stipendium. 1958 nahm sie an der Ausstellung «Junge Zürcher Künstler» teil. Nach den Plänen und unter der Leitung von Alois Carigiet fertigte sie während zwei Jahren ein Wandmosaik in der Technischen Berufsschule Zürich an. Dafür sammelte sie selbständig Steine und schliff sie zurecht. Es war die erste Arbeit als Künstlerin, die ihr vollständig den Lebensunterhalt sicherte.
Daraufhin verabschiedete sie sich von ihrem Hauptberuf als Schneiderin und verkaufte entschlossen ihre Nähmaschine. Es folgten Ausstellungen an diversen Orten in der Schweiz. 1962 erhielt sie ein Stipendium des Kantons Zürich.
Einzelausstellungen und Gruppenausstellung hatte sie vor allem in der Gegend von Zürich und einige in der übrigen Schweiz. Sie war zudem vertreten an einigen internationalen Gruppenausstellungen in Florenz (1967), Den Haag (1968), Tel Aviv (1972), Haifa, Jerusalem, Budapest, Antwerpen (1973), Lindau (1977) und nochmals Budapest (1978). Seit 1976 war sie Mitglied der Sektion Zürich der GSMBA.
Zu ihren Werken gehören unter anderem Tierplastiken, abstrakte Polyester-Skulpturen («Phantome» genannt), grosse Skulpturen aus Metall und Polyester, Metallköpfe sowie bildliche Werke wie Graphiken und Siebdrucke.
Sie starb am 25. Oktober 2002 in Zürich.
1964 «Wasserorgel» (Brunnen) beim Montalin-Schulhaus Chur
1969 Überbauung Döltschihalde, Zürich
1969–1972 «Sirius» (Brunnen) auf dem Escher-Wyss-Platz, Zürich
1969–1972 «Sitzmuschel» im Schwimmbad Mythenquai, Zürich
1974 «Sunrise» (Skulptur) beim Sportplatz Hardhof, Zürich
1974 «Sitzwellen» im Schwimmbad Zumikon
1980–1983 «Durchschritt» (Skulptur) in der Kantonsschule Bülach
1995–1996 «Sesam-Tür und Bronzeplastik» im Widder Hotel, Zürich