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Annemarie von Auerswald

Deutsche Stiftdame, Schriftstellerin und Museumsleiterin

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Annemarie von Auerswald (* 9. November 1876 in Rinkowken; † 3. Mai 1945 in Heiligengrabe) war eine deutsche Stiftdame, Schriftstellerin und Museumsleiterin.

Auerswalds Eltern waren der preußische Rittmeister a. D. Hans Sigismud von Auerswald (1839–1900) und dessen Frau Martha, geb. Nehring, gen. v. Szerdahelyi (1845–1907), Tochter der Autonie von Loga-Wichorze und des Ludwig (Ferdinand) Nehring, gen. v. Szerdahelyi (1797–1874) auf Rinkowken, Mitglied des Preußischen Herrenhauses. Hans von Auerswald war ihr Großvater, Hans Albert von Auerswald ihr Onkel.

Annemarie von Auerswald besuchte eine Höhere Töchterschule in Berlin und begann im Jahr 1900 ihre schriftstellerische Tätigkeit. Seit 1905 war sie als Kunstkritikerin für verschiedene Zeitungen tätig, in denen sie auch eigene Novellen veröffentlichte. Sie war von 1909 bis 1914 Sekretärin der Äbtissin im Kloster Stift zum Heiligengrabe; dort half sie auch beim Aufbau des Museums. Im Ersten Weltkrieg arbeitete sie als Rot-Kreuz-Schwester in verschiedenen Lazaretten im Nahen Osten. 1919 kehrte sie ins Kloster zurück und wurde dort Leiterin des „Heimatmuseums für die Prignitz“. Sie nahm daneben an Ausgrabungen teil und vertrat bereits lange vor 1933 ein völkisches Geschichtsbild. Sie wurde wesentlich geprägt durch Gustaf Kossinna, Professor für "Deutsche Archäologie", dessen Vorlesungen sie an der Universität Berlin hörte.

Nach ihr ist der bedeutendste paläontologische Fund der Prignitz benannt, das Xenusion auerswaldae.

Von 1924 bis 1925 war Annemarie von Auerswald Hilfsarbeiterin an der Staatlichen Abteilung des Völkerkundemuseums in Berlin. 1933 wurde sie in den Vorstand des Brandenburgischen Museumsverbandes berufen.

Von Auerswald war seit Dezember 1931 Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 863.166). Sie wurde am 3. Mai 1945 bei der Besetzung Heiligengrabes durch russische Truppen erschossen, nachdem sie dem Kommandanten mit dem Hitlergruß entgegengetreten sein soll (laut Tagebuchaufzeichnung einer anderen Stiftsdame). Einer anderen Version zufolge hat sie sich an diesem Tag selbst das Leben genommen. Sie wurde auf dem Friedhof des Stifts zum Heiligengrabe anonym begraben.

Ein Teil ihrer Werke wurde 1946 auf die Liste der auszusondernden Literatur in der Sowjetischen Besatzungszone gesetzt.

Biographien von Schriftstellern

Willibald Alexis, sein Leben und seine Werke. In: Willibald Alexis' historische Romane. Band 1: Der falsche Woldemar. A. Weichert, Berlin 1900, S. 3–40 (Digitalisat).

[Biographische Einleitung]. Theodor Körners sämtliche Werke in zwei Bänden. Weichert, Berlin 1902.

Franz von Gaudy: eine Biographie. In: Franz Freiherrn von Gaudys poetische und prosaische Werke. Weichert, Berlin 1902.

[Biographische Einleitung]. In: Ferdinand Raimund, Dramatische Werke in drei Büchern. Weichert, Berlin 1905.

Erzählungen, Gedichte, Romane und Jugendbücher

Werke zu Geschichte und Archäologie

Alfred Tode: Annemarie v. Auerswald zum 60. Geburtstag. In: Hans Reinerth: Mannus. Zeitschrift für deutsche Vorgeschichte. Begründet: Gustaf Kossinna; Band 28, (1936), Curt Kabitzsch Verlag, Leipzig 1936, S. 392–393.

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1939. Jg. 38, Justus Perthes, Gotha 1938, S. 7.

Walter von Hueck, Erik Amburger, F. W. Euler, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1975. Band XIII, Band 60 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1975, ISSN 0435-2408, S. 79–80.

Sarah Romeyke: Vom Nonnenchor zum Damenplatz. 700 Jahre Kloster und Stift zum Heiligengrabe. In: Kultur- und Museumsstandort Heiligengrabe, 1, Lukas Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-86732-058-0 (Kultur- und Museumsstandort Heiligengrabe; 1).

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