Anne Jacqueline Hathaway [ˈhæθəweɪ] (* 12. November 1982 in New York City) ist eine US-amerikanische Filmschauspielerin. Sie spielte in einer Reihe von international bekannten Filmen wie Plötzlich Prinzessin und dessen Nachfolgerfilm, Der Teufel trägt Prada oder Geliebte Jane. Für ihre Rolle in dem Film Les Misérables erhielt sie einen Oscar. Nach der Oscarverleihung wurde Hathaway Ziel von Hasskommentaren, die zu ihren teilweisen Rückzug aus der Öffentlichkeit und zu deutlich weniger Filmangeboten führten.
Die Tochter einer Bühnenschauspielerin und eines Richters wurde in Brooklyn geboren und wuchs in New Jersey auf. Hathaways Großvater mütterlicherseits, Joe McCauley, war ein bekannter Radiosprecher. Ihre Mutter Kate hat irische Vorfahren, während ihr Vater Gerald irisch-, französisch-, englisch- und deutschstämmig ist. Der Nachname Hathaway ist englischen Ursprungs. Sie wurde nach der Ehefrau von William Shakespeare benannt. Hathaway besuchte das Vassar College und wechselte dann zur Gallatin School of Individualized Study, einer Einrichtung der New York University. Bereits während ihrer Ausbildung gewann sie mehrere Preise.
Zum ersten Mal stand sie für die Fernsehserie Sechs unter einem Dach vor der Kamera. Weltweit bekannt wurde sie 2001 durch den Film Plötzlich Prinzessin, in dem sie an der Seite von Julie Andrews zu sehen ist. In der Komödie stellt sie ein unscheinbares US-amerikanisches Mädchen dar, das erfährt, in Wirklichkeit Prinzessin und Thronerbin in einem europäischen Zwergstaat zu sein. Dem 37 Mio. US-Dollar teuren ersten Teil, der allein über 108 Mio. US-Dollar in Nordamerika einspielte, folgte drei Jahre später die ebenso erfolgreiche Fortsetzung Plötzlich Prinzessin 2.
Im Jahr 2005 besetzte Ang Lee Hathaway für sein mehrfach Oscar-prämiertes Drama Brokeback Mountain. Sie spielt dort Lureen Twist, die Frau von Jack Twist (dargestellt von Jake Gyllenhaal). 2006 folgte die Komödie Der Teufel trägt Prada, in der sie das Schauspielensemble um Meryl Streep, Emily Blunt, Simon Baker, Stanley Tucci und Adrian Grenier anführte. 2007 folgte der Film Geliebte Jane, in dem sie die junge Jane Austen verkörperte und an der Seite von James McAvoy, Julie Walters, James Cromwell und Maggie Smith auftrat. Im Jahr darauf erhielt sie gute Kritiken für die Hauptrolle in Jonathan Demmes Rachels Hochzeit. Für den Part einer labilen Ex-Drogenabhängigen, die ihre Entziehungsklinik für einige Tage verlässt, um an der Hochzeit ihrer Schwester teilnehmen zu können, erhielt Hathaway unter anderem den Preis des National Board of Review und Nominierungen für den Golden Globe sowie für den Oscar. Außerdem spielte sie 2007/08 an der Seite von Steve Carell, Dwayne Johnson und Alan Arkin in dem Film Get Smart als Agentin 99 mit.
Neben einer Musical-Einlage mit dem damaligen Moderator Hugh Jackman bei der Eröffnungszeremonie der 81. Oscarverleihung moderierte sie am 27. Februar 2011 gemeinsam mit ihrem Schauspielkollegen James Franco die 83. Oscarverleihung. Mit 28 Jahren war sie die jüngste Moderatorin in der Geschichte der Preisverleihung.
Im Januar 2011 gab Warner Bros. bekannt, dass sich Hathaway beim Casting für die Rolle der Selina Kyle alias Catwoman in dem Film The Dark Knight Rises durchsetzen konnte. 2012 folgte der Part als Fantine in der Verfilmung des Musicals Les Misérables. Für diese Rolle nahm sie elf Kilogramm ab und ließ sich in einer Filmszene die Haare abschneiden. Für ihre Darbietung gewann sie 2013 u. a. einen Oscar und einen Golden Globe als beste Nebendarstellerin.
Sie erhielt am 9. Mai 2019 einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.
Im Jahr 2026 wurde Hathaway vom People-Magazin zur schönsten Frau der Welt gekürt.
Hathaway hatte vier Jahre lang eine Beziehung mit dem italienischen Geschäftsmann Raffaello Follieri, Mitte 2008 trennte sich das Paar. Sie ist seit 2008 mit dem Schauspieler Adam Shulman liiert und seit dem 29. September 2012 verheiratet. Der erste gemeinsame Sohn wurde im März 2016 geboren. Im November 2019 kam der zweite Sohn des Paares zur Welt.
Nachdem sie von der Homosexualität ihres Bruders erfahren hatte, distanzierte sie sich innerlich von der römisch-katholischen Kirche, später wechselte sie samt ihrer Familie zur Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von Amerika. Hathaway bezeichnete sich 2010 als „nicht-konfessionelle Christin“ („non-denominational Christian“).
In den 2010er-Jahren, insbesondere nach der Oscarverleihung 2013, war Hathaway Anfeindungen und Hass im Internet ausgesetzt, die Frage „warum jeder Anne Hathaway hasst“ wurde zu einem wiederkehrenden Motiv in der Berichterstattung. Diese Anfeindungen führten teilweise zu einem Rückzug aus der Öffentlichkeit und dazu, dass sie weniger Filmrollen angeboten bekam. Vielfach wurde dies auch als Sexismus und Misogynie gegenüber erfolgreichen und öffentlich präsenten Frauen eingeordnet.
Seit 2008 wird sie – mit Ausnahme der Rio-Filme – von Marie Bierstedt synchronisiert. Davor war es überwiegend Shandra Schadt.
Auszeichnungen und Nominierungen (Auswahl)
2009: nominiert als Beste Hauptdarstellerin für Rachels Hochzeit
2013: Beste Nebendarstellerin für Les Misérables
2013: Beste Nebendarstellerin für Les Misérables
2010: Beste Synchronsprecherin für Die Simpsons – Es war einmal in Springfield (Prinzessin Penelope)
2009: nominiert als Beste Hauptdarstellerin – Drama für Rachels Hochzeit