Anna Steuerwald-Landmann (geb. Landmann, * 13. Februar 1892 in Fürth; † 24. August 1980 in Nürnberg) war eine deutsch-jüdische Sozialarbeiterin, die als erste Frau in der Nürnberger Jugendgerichtshilfe tätig war.
Anna Steuerwald-Landmann wuchs mit sieben Geschwistern in Fürth auf und arbeitete nach der Schulzeit als Au-Pair in Moskau.
Sie wurde nach einem sozialwissenschaftlichen Studium an der Universität Erlangen und einer Fachausbildung in Köln wissenschaftliche Assistentin beim Wohlfahrtsamt der Stadt Nürnberg.
Nach 1918 engagierte sie sich als Mitglied der SPD in der Nürnberger Erwachsenenbildung.
1920 übernahm sie als erste Frau in einem deutschen Gericht die Leitung der Jugendgerichtshilfe.
1921 wurde sie konfessionslos.
Sie heiratete im Jahr 1923 Richard Steuerwald und übernahm anschließend mit ihm zusammen die Leitung eines Knabenheims.
Die NSDAP wurde wegen ihrer Volkshochschulkurse über Jugendprobleme und Frauenfragen und wegen ihrer jüdischen Wurzeln auf sie aufmerksam. 1929 hatte Steuerwald-Landmann eine Arbeitsgemeinschaft mit dem Titel Die Frau von heute in der Volkshochschule angeboten und im Kurs Besuch von zwei Personen erhalten, die den Vorwurf machten, sie habe „freie Liebe“ als mögliche Lebensform vertreten. Der Stürmer thematisierte dies zuungunsten von Steuermann-Landmann.
Ihr Mann – und damit auch sie – wurde 1933 zwangsweise von der Arbeit im Knabenheim entbunden und pensioniert und er inhaftiert, was die Familie 1938 (oder 1939) zur Ausreise nach Chile bewog. Steuerwald-Landmann entwickelte in der Exilzeitschrift Deutsche Blätter Visionen für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.
1947 kehrte sie nach Nürnberg zurück und wurde erneut aktiv. Sie war führendes Mitglied des Nürnberger Bundes für Geistesfreiheit.
Bis zu ihrem Tod im Jahr 1980 arbeitete Anna Steuerwald-Landmann an Themen wie Frauenrechten, Friedensbewegung und an der literarischen Aufarbeitung der Exilerfahrungen.
Dezember 2013: Eröffnung des Kita-Hauses Anna Steuermann-Landmann von der Humanistischen Vereinigung Nürnberg mit knapp 50 Krippen- und ca. 50 Kindergartengruppenplätzen.
1994: Umbenennung der ehemaligen Treitschke-Straße in Nürnberg in Steuermann-Landmann-Straße
2026: Anna Steuermann-Landmann ist Teil der 2026 wiedereröffneten Dauerausstellung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände Nürnberg im Raum der Ausstellungstafeln jüdischer Individuen.
Nadja Bennewitz, Gaby Franger (Hrsg.): Am Anfang war Sigena. Ein Nürnberger Frauengeschichtsbuch. Ars Vivendi, Cadolzburg 2000, ISBN 978-3-897-16092-7 (2. Auflage).
Angaben in der Deutschen Digitalen Bibliothek