An diesem Tag

Anna Maria Mühe

Deutsche Schauspielerin (geb. 1985)

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Anna Maria Mühe (* 23. Juli 1985 in Ost-Berlin) ist eine deutsche Schauspielerin. Sie wirkt seit 2002 in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit. Für ihre Darstellung der Rechtsextremistin Beate Zschäpe in Die Täter – Heute ist nicht alle Tage und Die Ermittler – Nur für den Dienstgebrauch erhielt sie im November 2016 einen Bambi.

Anna Maria Mühe wurde 1985 in Ost-Berlin geboren. Sie stammt aus einer Künstlerfamilie und ist die Tochter der Schauspieler Jenny Gröllmann und Ulrich Mühe sowie die Stieftochter der Schauspielerin Susanne Lothar. Sie hat fünf Halbgeschwister, darunter der Fotograf Andreas Mühe und der Künstler Konrad Mühe, und sie ist die Enkelin des Bühnenbildners Otto Gröllmann. Ihre Eltern trennten sich, als sie vier Jahre alt war. Sie wuchs bei ihrem Vater in Berlin, Wien und Hamburg auf.

2002 lernte Mühe bei den Dreharbeiten zu dem Film Was nützt die Liebe in Gedanken den Regisseur Timon Modersohn kennen. Mühe und Modersohn waren zunächst viele Jahre nur befreundet, bevor sie eine Beziehung miteinander eingingen. Auf der Berlinale 2012 zeigten sie sich erstmals öffentlich als Paar. Sie haben seit November 2012 eine gemeinsame Tochter und trennten sich Anfang 2016. Ende 2023 machte sie ihre Beziehung mit Lucas Gregorowicz öffentlich und heiratete ihn im August 2025. Mühe lebt in Berlin-Prenzlauer Berg.

Mühe wurde 2001 im Alter von 15 Jahren von der Regisseurin Maria von Heland in einem Berliner American Diner angesprochen und zu einem Casting eingeladen, bei dem es um die Hauptrolle in Große Mädchen weinen nicht (Kinostart: Oktober 2002) ging. Mühe spielte in dem Film die Kati, die zusammen mit ihrer besten Freundin Steffi (Karoline Herfurth) das Erwachsenwerden meistern muss. Später erhielt sie ihre künstlerische Ausbildung bei Marianne Fischer-Kupfer und deren Tochter Kristiane Kupfer (Schauspiel). Jede ihrer Rollen erarbeitet sie jeweils individuell in einem persönlichen Schauspiel-Coaching.

In Jobst Oetzmanns Delphinsommer (2004) verkörperte sie die Hauptrolle Nathalie Wagner, die in eine Religionsgemeinschaft hineinwächst und diese durch äußere Einflüsse in Frage stellt. In dem Filmdrama Was nützt die Liebe in Gedanken aus demselben Jahr spielte sie an der Seite von Daniel Brühl die kleine Schwester Hilde des 19-jährigen Oberschülers Günther Scheller (August Diehl). Sie erhielt für diese Rolle den Goldenen Schwan beim Copenhagen International Film Festival als „Beste Darstellerin“. Für den Soundtrack zu dem Film nahm sie mit Brühl den Song Die Liebe in Gedanken auf und sang als Solistin das Lied An die Liebe ein.

Neben Ulrich Matthes spielte sie die weibliche Hauptrolle in dem vielfach prämierten Kinofilm Novemberkind (2008), der sich mit Spuren der Teilung Deutschlands in den vorgestellten Einzelschicksalen befasst. In Julie Delpys Historienfilm Die Gräfin (2009), die das Leben der ungarischen Gräfin Elisabeth Báthory nachzeichnet, übernahm sie die Rolle der Bertha. In Bernd Böhlichs Filmkomödie Bis zum Horizont, dann links! (2012) spielte sie die Rolle der Bewegungstherapieschwester Amelie, die ungefragt gemeinsam mit den von ihr betreuten Senioren bei einem kurzen Rundflug durch den unzufriedenen Klienten Eckehardt Tiedgen (Otto Sander) entführt wird.

In der Romanverfilmung Nicht mein Tag (2014) verkörperte sie Miriam Reiners, die Frau des frustrierten Bankangestellten Till Reiners (Axel Stein), der seine Arbeit und seine Ehe in Frage stellt. In der Tragikomödie Mein Blind Date mit dem Leben (2017) spielte sie die Rolle der alleinerziehenden Laura, die den blinden Deutsch-Singhalesen Saliya Kahawatte kennenlernt und sich in ihn verliebt. Charly Hübner besetzte sie in seinem Spielfilm Sophia, der Tod und ich, der in Deutschland im August 2023 in die Kinos kam, in einer der drei Titelrollen.

Ihr Fernsehdebüt gab Mühe im September 2004 im Kölner Tatort: Verraten und verkauft neben Petra Kleinert als Internatsschülerin Daniela Paulke. Danach war sie mehrfach im ARD-Tatort zu sehen. 2006 war sie an der Seite von Wotan Wilke Möhring im Charlotte-Lindholm-Fall Pauline als Cornelia „Nele“ Kandis, der älteren Schwester eines getöteten 12-jährigen Mädchens, zu sehen. Im Januar 2009 spielte sie im Kölner Tatort: Rabenherz mit, diesmal in der Hauptrolle der Krankenpflegerin Maria Everbeck. 2011 sah man sie im Bremer Tatort in der Episode Stille Wasser als Nachbarin und Ehefrau Rebecka Gressmann, die Kommissarin Inga Lürsen um Hilfe bittet.

In dem ZDF-Kriminalfilm Der Tote in der Mauer (2008) spielte sie die Hauptkommissarin Simone Westermann. In dem österreichischen Liebesfilm Geliebter Johann Geliebte Anna (2009) war sie Anna Plochl, die Postmeistertochter und spätere Ehefrau des Erzherzogs Johann von Österreich (Tobias Moretti). In dem ARD-Märchenfilm Die kluge Bauerntochter (2010) übernahm sie die Titelrolle an der Seite von Maxim Mehmet. In der SWR-Produktion Alpha 0.7 – Der Feind in dir, die 2010 im SWR-Fernsehen, vom Radiosender SWR 2 und im Internet crossmedial ausgestrahlt wurde, spielte sie als Mila Antonovic eine der Hauptrollen. In dem im März 2011 erstausgestrahlten Filmdrama In der Welt habt ihr Angst von Hans W. Geißendörfer war sie in der Hauptrolle der Eva Baumann zu sehen. Im ZDF-Zweiteiler Deckname Luna (2012) übernahm Mühe an der Seite von Götz George die weibliche Hauptrolle als dessen Enkelin und Doppelagentin in der Zeit des Kalten Krieges.

In dem letzten Film der Fernsehreihe Bloch, Die Lavendelkönigin (2013), übernahm Mühe die Rolle der Architekturstudentin Stefanie Rudolf, die dem Psychotherapeuten Dr. Maximilian Bloch (Dieter Pfaff) eine Vergewaltigung unterstellt. In dem dokumentarischen Historienfilm Junges Deutschland (2014) stellte sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Kostja Ullmann das Leben der Jugend in Deutschland im 20. Jahrhundert von 1910 bis 1989 nach. In Sternstunde ihres Lebens (2014) spielte sie Irma Lankwitz, die Sekretärin der Politikerin Elisabeth Selbert (Iris Berben). Im selben Jahr war sie an der Seite von Devid Striesow in dem ARD-Fernsehfilm Göttliche Funken zu sehen. Sie verkörperte die Rolle der Diana, die ihre große Liebe Matthias heiratet, der bei der Trauung seine Jugendliebe Lily (Jeanette Hain), die inzwischen Pfarrerin ist, wiedersieht. In der ZDF-Serie Schuld nach Ferdinand von Schirach (2015) spielte sie 2015 in der Folge Ausgleich die des Mordes angeklagte junge Ehefrau Alexandra Läufer, die von ihrem Mann über Jahre hinweg gedemütigt, geschlagen und vergewaltigt wurde.

2016 war Mühe als Rechtsextremistin Beate Zschäpe in den ARD-Fernsehfilmen Die Täter – Heute ist nicht alle Tage und Die Ermittler – Nur für den Dienstgebrauch zu sehen. Für ihre schauspielerische Leistung in diesem Film wurde sie im November 2016 in der Kategorie „Schauspielerin national“ mit dem Bambi ausgezeichnet. In dem Fernsehfilm Lotte Jäger und das tote Mädchen, der im September 2016 im ZDF ausgestrahlt wurde und in dessen Mittelpunkt die Aufklärung eines Mordes an einer Gästebetreuerin im Jagdhaus Hubertusstock im Jahre 1988 steht, verkörperte Mühe die Rolle von Sonja Plaschek, eine Freundin der Toten, die ihre Vergangenheit als Prostituierte für die Machthaber der DDR verschweigen will. Mühe spielte die Rolle nach Auffassung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung „ganz herausragend“; ihre Dialoge mit der Hauptdarstellerin Silke Bodenbender gehören, so Der Spiegel, „zu den stärksten Momenten im Film“.

In dem zweiteiligen ZDF-Drama Familie!, das im Oktober 2016 erstausgestrahlt wurde, hatte Mühe neben Iris Berben die zweite weibliche Hauptrolle. Sie spielte, an der Seite von Jürgen Vogel, Melanie Behrwaldt, die Ehefrau des Berliner Sternekochs Lennart Behrwaldt, die gemeinsam mit ihrem Mann einem alten Familiengeheimnis auf die Spur kommt.

Seit November 2016 ist Mühe als LKA-Zielfahnderin Nora Weiss in der Titelrolle der ZDF-Krimireihe Solo für Weiss zu sehen. In dem Fernsehfilm Kilimandscharo – Reise ins Leben (Erstausstrahlung: November 2017) spielte Mühe die arbeitsunfähige und „körperlich versehrte“ Ärztin Anna, die innerhalb einer sechsköpfigen Gruppe den Gipfel des Kilimandscharo erreichen will. In der Netflix-Serie Dogs of Berlin, die im Dezember 2018 veröffentlicht wurde, spielte die Schauspielerin die alkoholkranke Sozialhilfeempfängerin Sabine Ludar, die versucht, ihr Leben in den Griff zu bekommen. In der sechsteiligen Fernsehserie Die Neue Zeit (2019) über die Gründerjahre des Staatlichen Bauhauses in Weimar stellte Mühe die Kunststudentin Dörte Helm dar, die von einer braven jungen Frau zu einer rebellischen Künstlerin und Kämpferin für Gleichberechtigung wird.

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