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Anglo-Irischer Vertrag

Übereinkommen zwischen Irland, Großbritannien und Nordirland

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Der Anglo-Irische Vertrag (irisch Conradh Angla-Éireannach, englisch Anglo-Irish Treaty, auch The Treaty oder Articles of Agreement) aus dem Jahr 1921 zwischen der britischen Regierung und Abgesandten der republikanischen Führung in Irland beendete den Irischen Unabhängigkeitskrieg und besiegelte die Entstehung des irischen Freistaates. Mit der Ratifizierung wurden fünf Sechstel von Irland – der Irische Freistaat – zu einem eigenständigen Herrschaftsgebiet innerhalb des British Empire, während die anderen sechs Grafschaften unter dem Namen Nordirland beim Vereinigten Königreich verblieben. Der Vertrag wurde am 6. Dezember 1921 in London von Repräsentanten der britischen Regierung und Generalbevollmächtigten der Irischen Republik unterzeichnet. Die Ratifizierung dieses Vertrags war der Hauptgrund für den Beginn des irischen Bürgerkrieges. Am 6. Dezember 1922 trat der Vertrag in Kraft und beendete so das Vereinigte Königreich Großbritannien und Irland. 1927 wurde dieses schließlich offiziell in Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland umbenannt.

Die Hauptpunkte des Vertrags waren:

Britische Streitkräfte werden aus nahezu ganz Irland abgezogen.

Irland wird ein Herrschaftsgebiet mit eigenständiger Regierung innerhalb des British Empire, wie Kanada, Neufundland, Australien, Neuseeland und Südafrika.

Wie bei den anderen Herrschaftsgebieten wäre das formale Staatsoberhaupt des irischen Freistaates der britische Herrscher, der durch einen Repräsentanten der Krone vertreten wird.

Mitglieder des neuen Parlaments müssen einen Treueeid auf den Freistaat ablegen. Ein zweiter Teil des Eides betrifft die Treue gegenüber „König Georg V., seinen Erben und Nachfolgern“.

Nordirland (das bereits durch die Home Rule (1920) – auch Government of Ireland Act 1920 – gebildet wurde) bekommt die Möglichkeit, innerhalb eines Monats aus dem Freistaat auszutreten.

Falls Nordirland austreten sollte (was auch geschah), würde eine Grenzkommission (Boundary Commission) geschaffen, die den Grenzverlauf zwischen dem Freistaat und Nordirland festlegen sollte.

Großbritannien behält – zum eigenen Schutz – die Kontrolle über einige Häfen in Irland (als die Treaty Ports bekannt).

Der Freistaat ist für seinen Teil der Verbindlichkeiten gegenüber der Krone eigenverantwortlich.

Der Vertrag steht über der neuzuschaffenden Verfassung des Irischen Freistaates.

Unter den Verhandlungsführern waren:

David Lloyd George, Premierminister

Winston Churchill, Secretary of State for the Colonies

Austen Chamberlain, Lordsiegelbewahrer

Gordon Hewart, Attorney General for England and Wales

Michael Collins, Finanzminister der irischen Republik und Kopf der Irish Republican Brotherhood

Robert Childers Barton, Wirtschaftsminister

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