Angelika Overath (* 17. Juli 1957 in Karlsruhe) ist eine deutsche Schriftstellerin und Journalistin.
Mütterlicherseits stammt Overath von Sudetendeutschen ab, was sie im Reportagenband Fließendes Land essayistisch verarbeitete und in ihrem ersten Roman Nahe Tage im Motiv des Heimatverlusts der Mutter der Protagonistin thematisierte. Sie studierte in Tübingen Germanistik, Geschichte, Italianistik und Empirische Kulturwissenschaft und promovierte 1986 mit einer Arbeit über das Blau in der modernen Lyrik. Im Anschluss arbeitete sie drei Jahre als Autorin in Griechenland und kehrte 1991 nach Deutschland zurück. Inzwischen lebt Overath in Sent (Unterengadin, Schweiz). Seit 2019 ist sie deutsch-schweizerische Doppelbürgerin; ihr Heimatort ist Scuol.
Während des Studiums schrieb Overath für das Schwäbische Tagblatt und für das Magazin TransAtlantik. Später verfasste sie regelmäßig Reportagen und Essays für die Zeitungen Frankfurter Rundschau, die Neue Zürcher Zeitung (NZZ), die NZZ am Sonntag sowie für Die Zeit, für das Reisemagazin Merian und Das Magazin, für die Zeitschriften du, GEO und mare sowie für die Schriftenreihe der Vontobel-Stiftung, gegenwärtig v. a. für die FAZ.
Seit 1998 sind von ihr vorwiegend Prosawerke erschienen; daneben hat sie mehrere Anthologien herausgegeben. Bis 2020 war sie Dozentin an der Schweizer Journalistenschule MAZ. Ihren 2014 erschienenen Roman Sie dreht sich um widmete sie Henrike Lähnemann. Nach ihrem Umzug in das Engadin eignete sie sich die rätoromanische Sprache an, wurde Mitglied in der rätoromanischen Schriftstellervereinigung (Uniun per la Litteratura Rumantscha) und veröffentlichte (Stand 2021) auch drei zweisprachige Gedichtbände in Vallader (dem Idiom des Unterengadins) und deutsch. Die Schreibschule Sent, die sie mit ihrem Mann betreibt, ist ebenfalls zweisprachig ausgerichtet.
2019 wurde sie als ordentliches Mitglied der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften in die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste berufen, 2025 in die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz.
Angelika Overath ist mit dem Literaturwissenschaftler Manfred Koch verheiratet und hat drei Kinder.
1996: Egon-Erwin-Kisch-Preis für die Reportage Bis ins Mark
1999: Stipendium Literatur der Kunststiftung Baden-Württemberg
2001: Arbeits-Stipendium des Förderkreises Deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg
2002/2003: Jahres-Stipendium des Deutschen Literaturfonds
2006: Nominierung für den Ingeborg-Bachmann-Preis (auf Einladung von Ursula März), dort Ernst-Willner-Preis.
2006/2007: Jahresstipendium des Deutschen Literaturfonds
2007: London-Stipendium des Deutschen Literaturfonds: Writer in Residence (Winter 2007) an der Queen Mary University of London* 2008: Schweizer Preis für unabhängigen Journalismus
2009: Shortlist für den Schweizer Buchpreis
2009: Longlist Deutscher Buchpreis für Flughafenfische
2012: Sudetendeutscher Kulturpreis für Literatur
2023: Longlist Deutscher Buchpreis für Unschärfen der Liebe
Das andere Blau. Zur Poetik einer Farbe im modernen Gedicht. Metzler, Stuttgart 1987, ISBN 3-476-00616-6.