Andrzej Mieczysław Adamczyk (* 4. Januar 1959 in Krzeszowice, Powiat Krakowski) ist ein polnischer Politiker (PC, AWS, PiS). Er ist seit 2005 Abgeordneter des Sejm in der V., VI., VII., VIII., IX. und X. Wahlperiode. Von 2015 bis 2018 war Adamczyk Minister für Infrastruktur und Bau und nach der Umbenennung des Ministeriums von 2018 bis 2023 Infrastrukturminister.
Adamczyk ist ausgebildeter Bautechniker, 1979 beendete er die Baufachschule in Krzeszowice. Anschließend arbeitete er zunächst im Konstruktionsbüro der Feuerwerksfabrik in Chrzanów. Von 1982 bis 1984 war er in der Investitions- und Sanierungsabteilung der Bezirsversorgungs- und -betriebsgenossenschaft in Krzeszowice tätig. Ab 1984 war er in einem Bau- und Sanierungsunternehmen als Bauleiter, Baumanager und Werksleiter tätig. Er spezialisierte sich auf Baumanagement und Baukostenkalkulation. Er ist Mitglied der Bauingenieurkammer der Woiwodschaft Kleinpolen.
2014 erlangte er an der Außenstelle Olkusz der Akademie für Gesellschaftswissenschaften Łodz einen Abschluss in Rechnungswesen und Finanzen. Sein 2016 an derselben Akademie erworbener Master steht unter Plagiatsverdacht.
Ende der 1980er Jahre war Adamczyk Mitbegründer mehrerer regionaler Bürgerkomitees im westlichen Teil der Woiwodschaft Krakau, die mit der unabhängigen Gewerkschaft Solidarność zusammenarbeiteten. Nach der politischen Wende war er zunächst in der Porozumienie Centrum (PC) aktiv, danach trat er in die Prawo i Sprawiedliwość (PiS) ein und wurde deren Vorsitzender für den Regionalbereich Krakau. Für die PC kandidierte er bei der Parlamentswahl 1993. Diese scheiterte aber mit 4,4 % der Stimmen an der neu eingeführten 5-%-Hürde.
Zweimal (1998, auf der Liste des Wahlbündnisses Akcja Wyborcza Solidarność, an dem sich die PC beteiligt hatte, und 2002 für die PiS) wurde er in den Kreisrat des Powiat Krakowski gewählt und war in diesem Gremium Vorsitzender der Kommission für Infrastruktur und Kommunalwirtschaft.
Bei den Parlamentswahlen 2005 wurde er über die Liste der PiS mit 1.582 Stimmen für den Wahlkreis Krakau in den Sejm gewählt. Bei den Wahlen zum Sejm 2007 wurde er mit 3.421 Stimmen, bei den Wahlen zum Sejm 2011 mit 14 297 und Wahlen zum Sejm 2015 mit 18 514 Stimmen wiedergewählt. Nach dem Wahlsieg der PiS wurde er im November 2015 zum Minister für Infrastruktur und Bauwesen im Kabinett von Beata Szydło ernannt. Die Plagiatsvorwürfe bezüglich seiner Masterarbeit wurden 2017 in einer parlamentarischen Anfrage des Abgeordneten Artur Dunin im Sejm thematisiert. Er wurde jedoch auch im ersten Kabinett von Mateusz Morawiecki im November 2017 erneut in das Ministeramt berufen. Das Ministerium wurde (ohne Zuschnittsänderung) im Januar 2018 in Infrastrukturministerium umbenannt. Bei der Parlamentswahl 2019 wurde er erneut in den Sejm gewählt und anschließend auch in das zweite Kabinett von Mateusz Morawiecki als Infrastrukturminister berufen. Bei der Parlamentswahl 2023 errang er zwar zum sechsen Mal ein Mandat, musste aber nach dem Regierungswechsel aufgrund der Wahlniederlage der PiS aus dem Ministeramt ausscheiden. Anschließend wurde er stellvertretender Vorsitzender des Sejm-Ausschusses für Infrastrukturfragen.
2025 Offizierskreuz des Orden Polonia Restituta
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