Andreas Münzer (* 25. Oktober 1964 in Pack; † 14. März 1996 in München) war ein österreichischer Bodybuilder, der an multiplem Organversagen mit Leberdystrophie infolge jahrelangen Dopings bzw. Medikamentenmissbrauchs starb. Er war dafür bekannt, dass er auf Wettkampfbühnen stets einen extrem niedrigen Körperfettanteil und hohe Vaskularität, im Bereich Bodybuilding die Sichtbarkeit der Venen, präsentierte.
Seine Kombination aus niedrigem Körperfettanteil, dadurch sichtbarer Muskeldefinition, geringem subkutanen Wassergehalt und Vaskularität wird auch als sogenannte „Härte“ bezeichnet. Seine Skelettmuskulatur galt im Profibereich als eine der ausgeprägtesten überhaupt.
Folgende Wettkampfmaße werden für Andreas Münzer angegeben: Körpergröße: 1,73 m; Gewicht: 108 kg; Brustumfang: 147 cm; Oberarmumfang: 53 cm.
Seinen letzten Wettkampf bestritt er fünf Tage vor seinem Tod im kalifornischen San José.
Münzer war gelernter Werkzeugmacher. Diesen Beruf übte er jedoch nur kurze Zeit aus. Im Jahr 1985 machte er sich selbständig und eröffnete in Köflach zusammen mit einem Freund den Fitneßclub Florida Köflach. Im Jahr 1989 erhielt er die IFBB-Profilizenz und war fortan Profi-Bodybuilder. Nebenbei arbeitete er im Fitnesszentrum von Albert Busek in München als Trainer und Studioleiter.
Münzer wuchs zusammen mit seiner vier Jahre älteren Schwester Maria auf einem abseits gelegenen Bauernhof mit Milchviehhaltung unweit des Modriacher Sees auf.
Münzer zeigte früh sportliches Talent: Im Sommer spielte er Fußball, im Winter fuhr er Ski. Daneben spielte er im örtlichen Musikverein Trompete. Zum Kraftsport kam er, als er sich in einem Fitnesscenter anmeldete, um nach Arbeitsschluss die zwei Stunden Wartezeit auf den nächsten Bus zurück nach Pack sinnvoll zu überbrücken. Aus dem anfänglichen Spaß wurde sehr bald Leidenschaft, als er sich von Trainingspartnern zur Teilnahme an Wettkämpfen überreden ließ und auf Anhieb Erfolg hatte, den er in den folgenden Jahren bestätigen konnte:
2. Platz bei der steirischen Meisterschaft in der Juniorenklasse bis 80 kg
Sieg bei den Österreichischen Meisterschaften (Junioren- und Erwachsenenklasse)
6. Platz Europameisterschaft in Hamburg 1986
3. Platz Weltmeisterschaft in Madrid 1987
3. Platz Weltmeisterschaft in Brisbane 1988
Sieg bei den World Games in Karlsruhe 1989 (bis 90 kg)
Der Erfolg in Karlsruhe markierte einen Wendepunkt in der noch jungen Karriere von Andreas Münzer. Er erhielt eine Profi-Lizenz der IFBB und zog die Aufmerksamkeit von Albert Busek auf sich, der ihn nach München holte. Busek, der als enger Vertrauter von Arnold Schwarzenegger gilt, verschaffte Münzer nicht nur einen lukrativen Job in seinem Münchner Fitnesszentrum, sondern auch das nötige Sprungbrett für eine internationale Karriere.
Münzer trainierte nun an sechs Tagen in der Woche zwischen sechs und acht Stunden täglich. Sein Gewicht stieg bei einer Körpergröße von 1,73 m auf deutlich über 100 kg. Während er in der Aufbauphase pro Tag zwischen 25.000 und 33.500 kJ (6.000 bis 8.000 kcal) zu sich nahm, fuhr er in der anschließenden Diätphase bei unvermindertem Trainingsumfang seinen Konsum nicht nur drastisch auf 8.400 kJ (2.000 kcal) herunter, sondern beschränkte in den letzten zehn Tagen vor einem Wettkampf auch die tägliche Flüssigkeitsaufnahme auf einen halben Liter Wasser, um auf diese Weise Gewebsflüssigkeit abzubauen. Sein Körperfettanteil lag unter 5 Prozent, und die Hautschicht, die seine Muskeln bedeckte, war Messungen zufolge weniger als einen Millimeter dick.
Trotz seiner außerordentlichen Physiognomie, die ihm von Fachkreisen bescheinigt wurde, gelang ihm nie der große Durchbruch:
Platz 2 Night of the Champions 1993
Platz 3 Grand Prix Germany 1990