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Anaïs Nin

US-amerikanische Schriftstellerin

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Angela Anaïs Juana Antolina Rosa Edelmira Nin y Culmell, kurz Anaïs Nin [ana.is nin] (* 21. Februar 1903 in Neuilly-sur-Seine bei Paris; † 14. Januar 1977 in Los Angeles), war eine US-amerikanische Schriftstellerin.

Anaïs Nin wurde als Tochter des 23-jährigen kubanisch-spanischen Konzertpianisten und Komponisten Joaquín Nin y Castellanos und der acht Jahre älteren Dänin französisch-kubanischer Herkunft Rosa Culmell y Vigaraud (1871–1954) geboren. Ihr Großvater väterlicherseits war während der Französischen Revolution aus Frankreich geflohen und ging zunächst nach Saint-Domingue, dann nach New Orleans und schließlich nach Kuba, wo er am Bau der ersten Eisenbahn des Landes mitwirkte.

Ihre jüngeren Brüder waren Thorvald (* 1905 in Havanna) und Joaquín (1908–2004, geboren in Berlin). Die Familie zog 1910 nach Brüssel und 1912 nach Arcachon. Als sie elf Jahre alt war, verließ der Vater die Familie. Die Mutter siedelte daraufhin mit ihren drei Kindern nach Barcelona und nach Kriegsbeginn nach New York über. Dort ging Anaïs zur Schule, die sie 1918 abbrach, und arbeitete zeitweise als Modell. Die Trennung vom Vater versuchte sie in ihrem Tagebuch zu verarbeiten.

1923 heiratete sie den Bankangestellten Hugh Parker Guiler, der später als Filmproduzent Ian Hugo bekannt wurde. Mit ihm zog sie 1924 nach Paris. Gemeinsam mit ihrem Mann unterstützte sie avantgardistische Künstler und lernte so auch Henry Miller kennen, auf dessen literarisches Schaffen sie großen Einfluss hatte; darüber entstand 1990 Philip Kaufmans Film Henry & June. Mit Miller hatte sie eine langjährige Affäre.

1940 kehrte sie in die USA zurück. 1947 folgte eine heimliche Eheschließung mit dem siebzehn Jahre jüngeren Rupert Pole. Mit ihm lebte sie in Los Angeles, mit Hugh Guiler weiterhin in New York.

Literarisch bekannt ist Nin vor allem durch ihre Tagebücher, die sie schon in jungen Jahren zu schreiben begonnen hat: Romane und erotische Erzählungen mit explizit beschriebenen sexuellen Handlungen, die u. a. in Das Delta der Venus zusammengefasst sind. In dem Roman Ein Spion im Haus der Liebe hat man eine andere Art Selbstporträt von Anaïs Nin.

In ihren Werken mischen sich Autobiografie und Fiktion. Traumleben und Unterbewusstes spielen eine wesentliche Rolle; sie war von den psychoanalytischen Theorien von Sigmund Freud und Carl Gustav Jung stark beeinflusst. Nin studierte Psychoanalyse bei Otto Rank und ließ sich selbst zeitweise von Carl Gustav Jung behandeln.

1946 wirkte sie in dem kurzen Experimentalfilm Ritual in Transfigured Time von Maya Deren mit.

1974 wurde sie in die American Academy of Arts and Letters gewählt.

1994 wurde der Venuskrater Nin nach ihr benannt. 2022 erschien die Graphic-Novel-Biografie Anaïs Nin. Im Meer der Lügen von Léonie Bischoff.

deutsch: Leitern ins Feuer. Übersetzt von Manfred Ohl und Hans Sartorius. Nymphenburger Verlagsbuchhandlung, München 1980, ISBN 3-485-00387-5.

Children of the Albatross. 1947.

deutsch: Kinder des Albatros: Erzählung. Übersetzt von Manfred Ohl und Hans Sartorius,.Nymphenburger Verl., München, ISBN 3-426-65084-3

The four-chambered Heart. 1950.

deutsch: Djuna oder Das Herz mit den vier Kammern. Übersetzt von Manfred Ohl. Nymphenburger Verl., München 1983.

A Spy in the House of Love. 1954.

deutsch: Spion im Haus der Liebe. Übersetzt von Rolf Hellmut Foerster. Wegner Verlag, 1970.

Seduction of the Minotaur. 1961 (erweiterte Fassung von Solar Barque).

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