Die amerikanische Besatzungszone (zeitgenössisch meist US-Zone, anfangs auch Südwestzone) war eine der vier Besatzungszonen, in die Deutschland westlich der Oder-Neiße-Linie von den alliierten Siegermächten im Juli 1945, rund zwei Monate nach der deutschen Kapitulation und dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa, aufgeteilt wurde. Sie unterstand der US-Militärregierung (OMGUS) und endete nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland mit dem Inkrafttreten des Besatzungsstatuts am 21. September 1949.
Die mit dem Besatzungsstatut verbundenen alliierten Vorbehaltsrechte verloren erst 1990 mit der deutschen Wiedervereinigung und dem Inkrafttreten des Zwei-plus-Vier-Vertrages am 15. März 1991 auch völkerrechtlich ihre Wirkung, als Deutschland die volle Souveränität wiedererlangte.
Die US-Zone umfasste zum einen Bayern einschließlich der thüringischen Exklave Ostheim und ausschließlich des Kreises Lindau und der Pfalz, außerdem die Provinzen Kurhessen und Nassau (ausschließlich der zugehörigen Exklaven und der Kreise Oberwesterwald, Unterwesterwald, Unterlahn und Sankt Goarshausen) und rechts des Rheins gelegene Gebiete des Landes Hessen-Darmstadt, also die Provinzen Oberhessen und Starkenburg mit dem damals hessischen Bad Wimpfen, sowie die östlich des Rheins gelegenen Teile von Rheinhessen (Grenze war die Mitte der Schifffahrtsrinne des Rheins).
Schließlich gehörten die nördlich der Reichsautobahn Karlsruhe–Ulm, der heutigen A 8, gelegenen Kreise von Württemberg und Baden zur amerikanischen Besatzungszone. Dabei handelte es sich um die Stadtkreise Stuttgart, Heilbronn und Ulm sowie die Landkreise Aalen, Backnang, Böblingen, Crailsheim, Esslingen, Schwäbisch Gmünd, Göppingen, Schwäbisch Hall, Heidenheim, Heilbronn, Künzelsau, Leonberg, Ludwigsburg, Mergentheim, Nürtingen, Öhringen, Ulm, Vaihingen, Waiblingen in Württemberg sowie die Stadtkreise Karlsruhe, Heidelberg, Mannheim und Pforzheim und die Landkreise Bruchsal, Buchen, Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim, Mosbach, Pforzheim, Sinsheim und Tauberbischofsheim in Baden.
Zusätzlich waren Bremen und Bremerhaven (bis Dezember 1945, einschließlich der Landkreise Wesermünde, Osterholz und Wesermarsch) Bestandteil der Zone, aufgrund der Eigenschaft als Versorgungshafen der amerikanischen Besatzungstruppen.
Der südwestliche Teil Groß-Berlins (Bezirke Zehlendorf, Steglitz, Schöneberg, Kreuzberg, Tempelhof, Neukölln) unterstand als amerikanischer Sektor ebenfalls der US-Militärverwaltung (→ Viersektorenstadt).
Im Wanfrieder Abkommen wurden Ortschaften an der Werra mit Ortschaften in der Sowjetischen Besatzungszone getauscht, um die Bahnstrecke Bebra–Göttingen durchgehend nutzen zu können. Damit gelangte ein Teil des Eichsfelds in diese Zone und später nach Hessen.
Aufgrund der „Proklamation Nr. 2“ entstanden am 19. September 1945 im Rahmen eines föderalistischen Konzeptes die ersten Länder in der amerikanischen Besatzungszone.
Am 5. März 1946 trat das Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus in Kraft und wurde zum Vorbild für die Entnazifizierung in den übrigen westlichen Zonen: Alle Deutschen über 18 Jahren mussten in Fragebögen über ihre Funktion im nationalsozialistischen Deutschland Auskunft geben.
Aus dieser Zone bildete die Militärregierung der Vereinigten Staaten 1945 bzw. 1946 die Länder Bayern, Württemberg-Baden, Groß-Hessen und Bremen, die im Länderrat des amerikanischen Besatzungsgebietes zusammenarbeiteten und am 23. Mai 1949 Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland wurden. Am 1. Januar 1947 wurde die amerikanische mit der Britischen Besatzungszone zur Bizone zusammengeschlossen.
1952 fusionierte das Land Württemberg-Baden mit den in der französischen Besatzungszone gebildeten Ländern Baden und Württemberg-Hohenzollern zum Land Baden-Württemberg.
US-Militärregierung für Deutschland
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde zunächst der spätere Präsident Dwight D. Eisenhower Oberbefehlshaber über die amerikanischen Truppen in Europa und übernahm auch das Amt des Militärgouverneurs in der amerikanischen Zone (siehe Alliierter Kontrollrat).
Seine Nachfolger als Leiter der US-Militärregierung für Deutschland mit Sitz in Berlin und Frankfurt waren:
George S. Patton (November 1945, kommissarisch)
Joseph T. McNarney (November 1945–Januar 1947)
Lucius D. Clay (Januar 1947–Mai 1949)
Clarence R. Huebner (Mai–September 1949, kommissarisch)