An diesem Tag

Amand von Schweiger-Lerchenfeld

Österreichischer Reisender, Schriftsteller und Offizier

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Amand Schweiger Freiherr von Lerchenfeld, auch Amand von Schweiger-Lerchenfeld (* 17. Mai 1846 in Wien; † 24. August 1910 ebenda), war ein österreichischer Offizier, Journalist und Reiseschriftsteller, der vor allem für seine landeskundlichen Bücher über islamisch geprägte Länder, Südosteuropa und den östlichen Mittelmeerraum bekannt geworden ist.

Der Sohn eines Gutsbesitzers besuchte die Kadettenanstalt in Marburg an der Drau (h. Maribor) und ab 1861 die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt. 1865 trat Schweiger-Lerchenfeld in die Armee ein, nahm am Feldzug 1866 in Italien und dort an der Schlacht bei Custozza teil.

Im April 1870 wurde in Laibach sein erstes Theaterstück Blaues Blut aufgeführt, und im November 1870 erschien seine erste – soweit bekannt – Veröffentlichung in einer Zeitschrift. Im folgenden Jahr nahm Schweiger-Lerchenfeld seinen Abschied vom Militär, um sich von nun ganz der Schriftstellerei und ausgedehnten Reisen zu widmen. Seine Reisetätigkeit führte ihn zuerst nach Südtirol (1871) und Italien, dann im Jahr 1873 in die Europäische Türkei, nach Konstantinopel und Kleinasien, schließlich 1875 nach Griechenland. Er ging 1875 als Korrespondent auch nach Süddalmatien und berichtete darüber in verschiedenen Zeitschriften. Im Mai desselben Jahres gründete er selbst "eine neue illustrierte belletristische Zeitschrift" mit dem Titel Auf der Station, die er auch herausgab. Sie war, erfahren wir in einer Abonnement-Werbung, ausgerichtet "mit der Tendenz, durch gewählte Unterhaltungslectüre, picante Causerie und feuilletonistische Mittheilungen aus aller Herren Länder, namentlich demjenigen Theile des Publicums zu genügen, der speciell an dem internationalen Verkehrsleben participirt", aber sie kam wohl über zwei veröffentlichte Nummern (Mai und Juni) nicht hinaus. Ob das 3. Heft, das eine "General-Fahrordnung der Oesterreichischen Eisenbahnen" enthalten sollte, noch erschien, ist unklar.

Im Jahr 1876 verabschiedete sich Schweiger-Lerchenfeld vom Feld der Belletristik und fasste seine Karriere als Reiseschriftsteller und Auslandskorrespondent mit neuer Entschlossenheit ins Auge. Die seit 1875 schwelende und im Jahr 1876 offen aufflammende "Orientalische Frage" richtete die Aufmerksamkeit des deutschsprachigen Lesepublikums auf den Balkan, und das veranlasste Schweiger-Lerchenfeld, das Material seiner früheren Reisen in Buchform aufzuarbeiten. Schon Anfang des Jahres 1876 erschien deshalb sein Buch Unter dem Halbmonde. Ein Bild des ottomanischen Reiches und seiner Völker. Nach eigener Anschauung und Erfahrung geschildert, das seinem Namen einige Bekanntheit verschaffte; auch wurde er am 22. Februar 1876 als neues ordentliches Mitglied in die Kais. Königl. geographische Gesellschaft in Wien aufgenommen. Später im selben Jahr finden wir Schweiger-Lerchenfeld als Korrespondenten für die Augsburger Allgemeine Zeitung und andere Zeitungen (insbesondere die Wiener Neue Illustrirte Zeitung) im heutigen Bulgarien und in Südrussland. Den Russisch-Osmanischen Krieg von 1877–1878 verfolgte er allerdings nicht vor Ort, sondern aus der Ferne. So sammelte er die täglich eingehenden Nachrichten und redigierte monatliche Nachrichtenblöcke unter dem Titel "Vom Orientalischen Krieg" in der Leipziger Illustrirten Zeitung.

1880–1882 bereiste Schweiger-Lerchenfeld die Adriagebiete und erneut Griechenland. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits ein etablierter Journalist und Redakteur. Nach seiner Tätigkeit als Redakteur bei der bekannten Zeitschrift Über Land und Meer (1886–1888) gründete er 1889 die Zeitschrift Der Stein der Weisen (eine "Illustrirte Halbmonats-Schrift für Haus und Familie") und arbeitete bis zu seinem Tod als Redakteur; Der Stein der Weisen erschien in Wien im Verlag A. Hartlebens, der auch so gut wie alle Bücher Schweiger-Lerchenfelds veröffentlichte.

Ein besonderes Interesse Schweiger Lerchenfelds galt der Technik- und Kommunikationsgeschichte seiner Zeit, namentlich dem Eisenbahnbau und dem Postwesen. Er versuchte sich auch an Theaterstücken und literarischen Themen, doch sollte er damit nicht denselben Erfolg haben wie mit seinen zahlreichen Reisebüchern und landes- oder kulturgeschichtlichen Schriften. Außerdem fertigte er "Original-Skizzen" (für Lithographien) und Zeichnungen an, die seine eigenen Reiseerlebnisse oder auch belletristische Beiträge anderer Autoren illustrierten.

Amand von Schweiger-Lerchenfeld starb 1910 in Wien.

1875ː Die grossen internationalen Transit-Schienenwege nach Vorder- und Zentral-Asien. Ein Beitrag zu den Perspektiven des Welthandels der Zukunft. Wienː Lehmann & Wentzel

1876ː Unter dem Halbmonde. Ein Bild des ottomanischen Reiches und seiner Völker. Nach eigener Anschauung und Erfahrung geschildert. Jenaː Hermann Constenoble (Google)

1878ː Armenien. Ein Bild seiner Natur und seiner Bewohner. Im Anhangeː Anatolische Fragmente. Mit einem Vorwort von Friedrich von Hellwald. Jenaː Hermann Costenoble (Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv) (Google)

1878ː Bosnien, das Land und seine Bewohner. Geschichtlich, geographisch, ethnographisch und social-politisch. Wienː L.C. Zamarski

1879ː Bosnien in Bild und Wort. Zwanzig Federzeichnungen von J. J. Kirchner mit erklärendem Texte von A. v. Schweiger-Lerchenfeld. Wien – Pest – Leipzigː A. Hartleben

1879ː Zwischen Pontus und Adria. Skizzen von einer Tour um die Balkan-Halbinsel. Wien – Pest – Leipzigː A. Hartleben (UB Regensburg)

1879 (anonym)ː Serail und Hohe Pforte. Enthüllungen über die jüngsten Ereignisse in Stambul. Wien – Pest – Leipzigː A. Hartleben

1879. Arabische Landschaften. Wien

1881ː Das Frauenleben der Erde. Wien – Pest – Leipzigː A. Hartleben

1882ː Der Orient. Wien – Pest – Leipzigː A. Hartleben (SSG Vorderer Orient digital Halle/S.)

1882 (anonym)ː Die Orientreise des Kronprinzen Rudolf. Wien

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