Amélie Beaury-Saurel (* 17. Dezember 1848 in Barcelona; † 30. Mai 1924 in Paris) war eine französische Malerin.
Beaury-Saurel war eine Tochter des Unternehmers Camille Georges Beaury und dessen Frau Irma Catalina Saurel (1821 – 10. April 1907), die seit 1845 in Barcelona lebten und dort eine Teppich- und Gobelinfabrik betrieben. Sie hatte noch zwei weitere Schwestern, eine ältere Irmeta Beaury-Saurel (1846–1943), ebenfalls Malerin wurde, und eine jüngere Dolores Beaury-Saurel (1858–1944). Ihre ersten Zeichenstunden erhielt sie bei einem lokalen Maler. Bevor sie 10 Jahre alt war, zog sie mit ihrer verwitweten Mutter und ihren Schwestern nach Paris, wo sie zunächst in der Porzellanmalerei unterwiesen wurde. Sie begleitete ihre Mutter in den Louvre, wo sie Bilder berühmter Künstler anschauen konnte. Später studierte sie an der renommierten Académie Julian, bei Jules Joseph Lefebvre, Tony Robert-Fleury und Jean-Paul Laurens. Mit ihren Klassenkameradinnen Louise-Cathérine Breslau und Marie Bashkirtseff verband Beaury-Saurel bald eine enge Freundschaft.
Im Jahr 1874 nahm sie erstmals an einer Ausstellung im Salon de Paris teil, an denen sie sich bis 1895 regelmäßig beteiligte. In dieser Zeit eröffnete sie ihr erstes Atelier in Paris und erwarb einen Ruf als bekannte Porträtmalerin. So fertigte sie 1923 beispielsweise ein Bildnis des Kunsthistorikers Léonce Bénédite.
Im Jahr 1895 heiratete Beaury-Saurel den Maler und Begründer der Académie Julian, Rodolphe Julian (1839–1907). Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Schon bald übernahm sie die Leitung des Atelier „pour Dames“ an dessen Académie. 1898 wurde sie in die Société des Artistes Français aufgenommen. Nach dem Tod ihres Mannes übernahm sie die Leitung der Akademie und erwarb sie das Château Julian in Lapalud, Provence-Alpes-Côte d’Azur, wo sie bis kurz vor ihrem Tod lebte. 1923 erhielt sie das Ritterkreuz der Ehrenlegion, ehe sie neun Monate später in ihrer Pariser Wohnung starb. Sie wurde auf dem Friedhof Père Lachaise beigesetzt.
Beaury-Saurel, Amélie. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 1: A–D. E. A. Seemann, Leipzig 1953, S. 145 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
Karin Sagner: Beary-Saurel, Amélie. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 8, Saur, München u. a. 1993, ISBN 3-598-22748-5, S. 86 f.
M. Hérold: L’Académie Julian à cent ans. Paris 1968, S. ?.