Ein starkes Tief über der Adria (Tief Norbert, eine Vb-Wetterlage) führte zwischen dem 20. und 23. August 2005 große Wassermengen über den Balkan, Österreich und Süddeutschland an die Alpen, wo sich die Wolken als starker Regen entluden, was zum Alpenhochwasser 2005 in den nördlichen Vor- und Zentralalpen führte. Neben den Katastrophen in den Alpen war vom Tief auch der untere Donauraum betroffen, insbesondere Rumänien und Bulgarien, wo große Landstriche bis September 2005 sechsmal überschwemmt wurden (Donauhochwasser August 2005).
Das von der Flutkatastrophe betroffene Gebiet reichte (zeitlich gestaffelt) von Ostösterreich (Niederösterreich, Steiermark und Kärnten), über die Zentral- und Ostalpen (Berner Oberland über die Innerschweiz, Graubünden, Tirol und Vorarlberg) bis in das Alpenvorland nach Bayern und weiter die Donau abwärts.
Während in den Bergregionen vor allem Erdrutsche das Schadensbild prägten und ganze Ortschaften von der Außenwelt abschnitten, waren in den flacheren Gebieten die über die Ufer getretenen Flüsse und Seen das Problem. Dadurch wurde in den betroffenen Regionen der Verkehr komplett lahmgelegt.
Wegen der Überschwemmungen mussten verschiedene Kraftwerke stillgelegt und Stromleitungen aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden, sofern sie nicht durch die Unwetter in Mitleidenschaft gezogen wurden. Auch die Wasserversorgung und -entsorgung musste in einigen Regionen abgestellt werden. Ebenso fielen in den betroffenen Gebieten die Kommunikationsmittel (Festnetz, Handy, Internet) aus.
Funkamateure übernahmen den Notfunkverkehr und halfen bei der Aufrechterhaltung der Kommunikation.
Allein in der Schweiz kamen bei dem als Jahrhunderthochwasser bewerteten Ereignis je nach Quelle sieben bis zehn Menschen ums Leben.
Am Abend des 21. August traten zahlreiche Bäche und Flüsse im südlichen Niederösterreich über die Ufer und kleinere Muren gingen ab. Besonders betroffen war der Bezirk Neunkirchen, und hier vor allem der Raum Edlitz und Wartmannstetten. Insgesamt standen 26 Feuerwehren mit 258 Mann im Einsatz. Auch die Tage darauf waren noch zahlreiche Keller auszupumpen. Weiters wurden aus dem Raum St. Pölten, sowie im Waldviertel im Einzugsgebiet der Lainsitz zahlreiche Feuerwehreinsätze gemeldet.
Befürchtungen, dass die Donau eine extreme Wassermenge führen würde, bestätigten sich nicht, da die Flutwellen des hochwasserführenden Inn und des Oberlaufes der Donau zeitverzögert sowohl in Oberösterreich als auch in Niederösterreich eintrafen. Außerdem war bei den Flüssen in Niederösterreich der Pegel schon früher wieder zurückgegangen. Die erste Flutwelle (des Inn) traf am 24. August ein. Seitdem stieg der Pegel nur langsam. An verschiedenen Stellen trat die Donau trotzdem über die Ufer, da die Wassermenge ungefähr einem dreijährigen Hochwasser entsprach. Ab 25. August fiel der Pegel der Donau laufend.
Betroffen war in der Steiermark vor allem die Landeshauptstadt Graz bereits am 21. August, sowie der Bezirk Deutschlandsberg. In Graz selbst wurde am 21. August die Katastrophe ausgesprochen, nachdem alle sechs Bäche über die Ufer getreten sind. Die Südbahn wurde bei Mixnitz durch eine Mure unterbrochen. Der Bezirk Leibnitz wurde in Mitleidenschaft gezogen, als die Mur über die Ufer trat. Ein Todesopfer war zu beklagen, nachdem eine Mure ein Haus regelrecht weggerissen hatte.
Infolge der langanhaltenden Niederschläge kam es im Raum Birkfeld zu mehr als 780 Rutschungen auf etwa 60 km² Fläche. Sowohl die Ortschaften als auch die Verbindungsstraßen wurden vielerorts verwüstet, so dass viele Bewohner evakuiert werden mussten und tagelang von der Außenwelt abgeschnitten waren. Dabei waren 2 Todesopfer zu beklagen, 3 Wohnhäuser wurden zerstört, 22 beschädigt.
Während sich in der Steiermark die Situation beruhigte, verwandelten sich in Vorarlberg in den Regionen Bregenzerwald, Arlberg, Montafon und Kleinwalsertal sowie in flussnahen Gebieten des Rheintales ansonsten kleine Bäche in reißende Wildwasser.
Durch Murenabgänge im Arlberggebiet wurden wichtige Stromleitungen zerstört, die das gesamte Stromnetz der Österreichischen Bundesbahnen lahmlegten, sodass der Zugverkehr im ganzen Land eingestellt werden musste. In Ludesch zwischen Bludenz und Feldkirch entgleiste ein Güterzug mit Tankwagen. Nach kurzer Zeit der Besorgnis wurde bekannt gegeben, dass die Tankwagen ungefährliche Ladung hatten.
Vorarlberg konnte mehrere Tage lang nicht vom benachbarten Bundesland Tirol erreicht werden, da alle Straßen- und Schienenverbindungen durch Murenabgänge gekappt wurden. Am 29. August wurde ein vorläufiger Schienenersatzverkehr zwischen Bludenz und Landeck eingerichtet. Der reguläre Zugbetrieb auf der Arlbergbahn konnte erst wieder am 3. Dezember 2005 aufgenommen werden. Auch die Montafonerbahn war einige Tage unterbrochen.
Auch die Haupttelefonverbindung zwischen Vorarlberg und Tirol und somit zwischen Vorarlberg und dem Rest von Österreich brach zusammen. Unzählige Glasfaser- und Kupferleitungen wurden auf einer Länge von mehreren Kilometern nach Murenabgängen komplett zerstört. Die Folge war, dass neben der Festnetzkommunikation auch die Mobilkommunikation und das Internet in Vorarlberg stark beeinträchtigt wurde. Die Telekom Austria konnte aber gemeinsam mit dem Bundesheer die Störungen innerhalb von zwei Tagen beheben, bzw. Ersatzschaltungen über das Ausland oder Sat schalten.
Mehrere Ortschaften (Gargellen, Bizau, Lech) wurden von der Außenwelt abgeschnitten, insgesamt wurden am 22. August etwa 400 Personen evakuiert.
Insgesamt standen allein in Vorarlberg 3.300 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Trinkwasserversorgung in den Gemeinden Bezau, Mittelberg und Lech brach zusammen, in Lech gab es außerdem keine Stromversorgung mehr. In Reuthe löste eindringendes Wasser in ein Wohnhaus eine Kettenreaktion aus, die zu einer Explosion führte. Sechs Menschen wurden dabei zum Teil schwer verletzt.
Ein weiteres Problem stellten die von der Umwelt abgeschnittenen Almen dar, da viele Güterwege abrutschten oder verschüttet wurden. Mittels Luftbrücke mussten die Tiere mit Futter versorgt werden.
Der Inn in Tirol erreichte am 22. August einen gefährlichen Höchstwert und drohte in Innsbruck über die Ufer zu treten. Sämtliche Innbrücken der Stadt wurden gesperrt, mehrere Gebäude der Universität Innsbruck mussten geräumt werden. Am Pegel Innsbruck wurde der höchster jemals gemessener Hochwasserabfluss HHQ von 1525 m³/s registriert.