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Aloys Blumauer

Österreichischer Schriftsteller

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Aloys Blumauer, gelegentl. Alois Blumauer oder Johannes Aloisius Blumauer, (* 21. oder 22. Dezember 1755 in Steyr; † 16. März 1798 in Wien) war ein österreichischer Schriftsteller in der Zeit der Aufklärung. Seine Pseudonyme waren A. Auer und Aloys Obermayer.

Blumauer war der Sohn des Gschmeidlers (Kleineisenwarenhändlers) Melchior Friedrich Blumauer und dessen Ehefrau Katharina. Die Familie lebte in Steyr in der Engen Gasse Nr. 2, wo der Vater auch sein Geschäft betrieb. Seit 1863 ist an diesem Anwesen eine Gedenktafel zu Ehren Aloys Blumauers angebracht.

Nach Absolvierung der Grundschule wechselte Blumauer an das örtliche Jesuitengymnasium. Mit 17 Jahren erreichte Blumauer erfolgreich die Matura (Abitur) und sollte nun auf Wunsch seiner Eltern eine kirchliche Karriere einschlagen. Im Spätsommer 1772 ging er deshalb nach Wien und trat dort als Novize in die Societas Iesu ein. Bereits ein Jahr später verfügte Papst Clemens XIV. mit der Bulle Dominus ac redemptor noster das Jesuitenverbot. Mit Wirkung vom 16. August 1773 stand Blumauer ohne Anstellung und Einkommen auf der Straße. Da es für ihn unmöglich war, in einem Kloster eines anderen Ordens unterzukommen, begann er an der Universität Wien Philosophie zu studieren.

Hauslehrer – Herausgeber – Zensor – Schriftsteller

Während dieses Studiums machte Blumauer die Bekanntschaft von Joseph von Sonnenfels, der ihm auch verschiedene Anstellungen als Hauslehrer vermittelte. Noch ungesichert ist, ob Blumauer sein Studium abschloss. Bereits als Student hatte Blumauer als Schriftsteller debütiert und wurde von der Kritik mit Karl Mastalier und Michael Denis verglichen. Nach eigenen Aussagen versuchte Blumauer in seiner Lyrik anfangs eher Gottfried August Bürger zu imitieren, als Mastalier, Denis oder andere zu übertrumpfen. Der Direktor der Hofbibliothek, Baron Gottfried van Swieten, wurde auf ihn aufmerksam und verschaffte Blumauer 1780 eine Anstellung in den Magazinen der Hofbibliothek.

Blumauers Freund Sonnenfels stellte ihm den Schriftsteller Joseph Franz von Ratschky vor, mit dem Blumauer dann in den Jahren 1781 bis 1794 den Wiener Musenalmanach herausgab. Mit diesem Almanach, den Ratschky 1777 begründet hatte, wurde die Tradition der Pariser Almancs des muses in Wien fortgeführt.

Als sein Gönner van Swieten 1782 auf Anordnung Kaiser Josephs II. die Censur-Commission reformierte, berief er Blumauer zum k. k. Bücher-Zensor; er blieb in dieser Position bis 1793. Da diese Behörde nur sehr halbherzig arbeitete, hatte Blumauer genügend Zeit für seine eigenen literarischen Arbeiten.

Seit Goethes Götz von Berlichingen war die Thematik des Ritterdramas in Mode und so konnte Blumauer im November 1780 sein einziges Drama Erwine von Steinheim, am k.k. Nationaltheater zur Aufführung bringen. Die Premiere war ein sehr großer Erfolg und wurde von der offiziellen Kritik wie auch vom Publikum begeistert gefeiert. Der Stil des Stückes erinnert durchaus an den des Sturm und Drang, obwohl Blumauer dies immer abgestritten hatte, da er kein Freund dieser Richtung war. Mit Bezug auf Gustav Gugitz sprach Ernst Wangermann dementsprechend von einem spezifisch österreichischen Sturm und Drang.

1781 wurde Blumauer Freimaurer. Der Aufklärer trat der im selben Jahr gegründeten Wiener Loge Zur wahren Eintracht bei, welche ab 1782 von Ignaz von Born als Meister vom Stuhl geleitet wurde. Blumauers Logenbrüder waren u. a. seine Schriftsteller-Kollegen Johann Baptist von Alxinger, Tobias Gebler, Gottlieb Leon, Joseph Franz von Ratschky, Joseph von Retzer und Joseph von Sonnenfels; allesamt dem Illuminatenorden angehörend, wie auch Blumauer selbst unter dem Ordensnamen „Hermionius“, wobei der Zeitpunkt seiner Mitgliedsaufnahme unbekannt ist.

Redakteur – Lyriker – Dramatiker

Zwischen 1782 und 1784 war Blumauer der Chefredakteur der Wiener Realzeitung, in welcher aufklärerische, fast schon revolutionäre Ideen publiziert wurden. Diese Zeit war auch seine schöpferischste; u. a. entstand da sein – heute noch gelesenes – Werk Virgils Aeneis, travestiert. Im selben Jahr veröffentlichte er auch seinen ersten Gedichtband, der ebenfalls sehr erfolgreich war und mehrere Auflagen erlebte. Blumauers Aeneis wurde begeistert gelesen und auch gleich in viele europäische Sprachen übersetzt. Gerade bei diesem Werk bemerkt man Blumauers große Vorbilder auf dem Gebiet der Parodie und Travestie. Le Virgile travesty en vers burlesques (Paul Scarron), Pucelle d'Orleans (Voltaire) und auch Rape of locks (Alexander Pope) wären hier zu nennen.

Zwischen 1784 und 1786 betreute Blumauer die Zeitschrift seiner Loge Zur wahren Eintracht. Durch diese Tätigkeit wurde ihm in den Jahren 1787 bis 1789 immer wieder unterstellt, als Herausgeber des Wochenblatts Die Schwarze Zeitung zu fungieren. 1786 war er auch der Loge Zur Wahrheit beigetreten und wurde Redakteur des Wiener Journal für Freymaurer.

Ganz im Sinne der Reformen des aufgeklärten Monarchen Kaiser Josef II. trat Blumauer in seiner Aeneis gegen die weltliche Macht der Kirche auf und forderte deren Erneuerung. Viele Anachronismen und Anspielungen auf damalige österreichische Zustände sind in dem Werk zu finden. Goethe soll sich, aber erst nach dem Tode Blumauers, über dessen Aeneis sehr abfällig geäußert haben, was auch daran liegen mag, dass Blumauer sich mit Goethe insofern anlegte, wie er dessen Werther in der Hölle den Richtern vorführen lässt, die ihn dann dem Teufel übergeben:

Die Herr’n votierten d’rauf, und da

Im Gegensatz zu anderen Dichtern dieser Zeit, welche das Hohe und Hehre in ihren Gedichten und Balladen besangen, haben Blumauers Gedichte eher prosaischere Titel, wie Ode an den Leibstuhl, An den Magen, An die Langeweile, Lob des Flohs und vieles mehr.

Anlässlich seines Aufenthaltes in Wien erteilte Papst Pius VI. am Ostersonntag, dem 31. März 1782, vom Balkon der „Kirche am Hof“ den anwesenden Menschen seinen Segen. Blumauer, der sich auch dort aufhielt, nahm dabei seinen Hut nicht ab und rechtfertigte sich – darauf angesprochen – mit dem Bonmot:

„Ist der Segen gut, so geht er durch den Hut.“

Mit seinem Zeitgenossen Wolfgang Amadeus Mozart hatte Blumauer einige Berührungspunkte. Mozart unterrichtete für einige Zeit die Ehefrau des Hofbuchdruckers und Verlegers Thomas von Trattner und Blumauer prangerte in seinen Schriften (speziell seinem Aeneas) Trattner als Raubdrucker an, der dieser auch war.

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