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Alonso Fernández de Lugo

Andalusischer Adliger, Eroberer und Seefahrer

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Alonso Fernández de Lugo y de las Casas (* um 1456 in Sanlúcar de Barrameda, Spanien; † 20. Mai 1525 in San Cristóbal de La Laguna) war ein kastilischer Eroberer und Kolonisator. Sein offizieller Titel war Adelantado de las Islas Canarias, Capitán General de la costa de África desde cabo de Guer hasta el de Bajador.

Alonso Fernández de Lugo war der Sohn der Eheleute Pedro Fernandez de Lugo Señorino und Inés de las Casas. Er hatte einen älteren Bruder, Pedro und zwei jüngere Schwestern, Inés und Isabel. Nachkommen der Geschwister wurden später in bedeutende Verwaltungsstellen auf den Kanarischen Inseln berufen. Die Familie hatte enge persönliche und wirtschaftliche Beziehungen zu wichtigen Persönlichkeiten in Sevilla und Genua.

Von seinem Leben bis zum Jahr 1478 ist wenig bekannt.

Am 24. Juni 1478 landeten Truppen aus dem Königreich Kastilien unter der Führung von Juan Rejón und Juan Bermudez auf der Insel Gran Canaria. Die Kastilier beherrschten nach kurzer Zeit einen großen Teil der Insel, als sich ein Streit zwischen dem Eroberer und Gouverneur Juan Rejon und Juan Bermudez entwickelte. Die Katholischen Könige schickten am 27. August 1478 Pedro de Algaba als neuen Gouverneur auf die Insel. Dieser ließ Juan Rejon festnehmen und nach Kastilien vor das Gericht der Königin Isabella bringen. Im Gefolge des neuen Gouverneurs kam Alonso Fernández de Lugo nach Gran Canaria. Die Ehefrauen von Pedro de Algaba und Alonso Fernández de Lugo waren Schwestern. Nachdem das königliche Gericht Juan Rejon freigesprochen hatte, kehrte dieser nach Gran Canaria zurück und ließ Pedro de Algaba töten. Die Rückkehr von Juan Rejon auf die Insel hatte für Alonso Fernández de Lugo keine negativen Folgen. Er beteiligte sich weiter an Feldzügen zur Eroberung des Restes der Insel. Im Juni 1481 wurde Juan Rejon auf der Insel Gomera ermordet.

Als der neue Gouverneur Pedro de Vera 1481 eine Festungsanlage in Puerto de Agaete errichten ließ, ernannte er Alonso Fernández de Lugo zum Festungskommandanten. Die Festung war mit einer Besatzung von 50 Mann und zehn Pferden ausgestattet. Für seine hervorragenden Leistungen bei der Eroberung der Insel erhielt Alonso Fernández de Lugo eine Fläche Land, die rund dreimal so groß war wie heute das Fürstentum Monaco. Er ließ Bewässerungsanlagen anlegen, und Zuckerrohr anbauen, zu dessen Verarbeitung er eine Zuckerfabrik errichten ließ. Mit diesen Siedlungsmaßnahmen, weit entfernt von der Hauptstadt der Insel, gilt er als der erste spanische Kolonisator. Im Jahr 1483 wurde die Eroberung der Insel Gran Canaria als abgeschlossen erklärt.

Im Jahr 1490 verstarb seine erste Frau Catalina Suárez Gallinato, mit der er drei Kinder hatte: Pedro, Fernando und Beatriz.

Ein königlicher Erlass vom 2. Februar 1492 gewährte Alonso Fernández de Lugo das Recht, die Insel La Palma (damals: San Miguel de La Palma) zu erobern. Dieses Recht war zuvor bereits Juan Rejon gewährt worden, ohne dass er von diesem Recht Gebrauch machen konnte. In einer weiteren Urkunde (Cedula) garantierten die Katholischen Könige Alonso Fernández de Lugo das Recht, lebenslang als Gouverneur die Regierung über La Palma auszuüben, wenn er die Insel einnehmen könne. Alonso Fernández de Lugo stellte mit finanzieller Hilfe von Geldgebern aus Sevilla eine Truppe zusammen, die im August 1492 auf der Insel landete. Bereits im September 1492 konnte er, ohne dass es zu Kämpfen kam, mit einem Teil der zwölf Stammesfürsten in Tazacorte ein Übereinkommen erzielen, in dem diese Königin Isabella I. als ihre Oberherrin anerkannten. Sie zeigten sich auch bereit zum Christentum überzutreten. Nach einigen Kämpfen ergaben sich im April 1493 auch die restlichen Stammesfürsten mit Ausnahme von Tanausú, dem Fürsten von Aceró, der weiterhin Widerstand leistete. Alonso Fernández de Lugo bot im Mai 1493 Tanausú einen Waffenstillstand an, auf den dieser einging. Als Tanausú sein Gebiet verließ, um zu verhandeln, wurde er von den Kastiliern gefangen genommen. Er verstarb auf dem Transport nach Spanien durch Verweigerung der Nahrungsaufnahme.

Nach der Unterwerfung der Insel La Palma übernahm Alonso Fernández de Lugo entsprechend der Verträge mit der Krone von Kastilien die Herrschaft als Gouverneur. Als Stellvertreter setzte er seinen Neffen Juan Fernández de Lugo ein. Der blieb in der Folgezeit zwar offiziell als Stellvertreter, de facto aber Gouverneur der Insel. Er verteilte auch das Land der Insel unter die Mitkämpfer und Geldgeber. Dies wurde Alonso Fernández de Lugo zwar in den Verträgen mit der Krone zugestanden, aber erst nachträglich am 28. Februar 1486 durch einen königlichen Erlass legalisiert. Das in den Verträgen vereinbarte Recht auf einen Anteil an den Gefangenen und an dem Vieh nutzte Alonso Fernández de Lugo, um seine Gläubiger mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Gefangenen als Sklaven zu befriedigen. Die von ihm gegründete Stadt Apurón (heute Santa Cruz de La Palma) wurde zum Sitz der neuen Verwaltung der Insel erklärt.

Nach der erfolgreichen Unterwerfung La Palmas schlossen die Katholischen Könige am 2. Februar 1494 mit Alonso Fernández de Lugo einen Vertrag über die Eroberung der Insel Teneriffa. Diese Eroberung sollte innerhalb von zehn Monaten abgeschlossen sein. Am 30. April 1494 verließen die Truppen Gran Canaria. Sie waren, wie schon die Truppen für das Unternehmen aus La Palma, von sevillanischen Geschäftsleuten ausgerüstet worden. An der Ausrüstung für das Unternehmen auf Teneriffa waren allerdings auch Kaufleute beteiligt, die ihren Sitz auf Gran Canaria hatten. Die Angaben über die Stärke der Truppe schwanken zwischen 1000 und 2000 Mann und 120 und 200 Pferden. Bei den für die Truppentransporte und die Lieferung des Nachschubs verwendeten Schiffen handelte es sich nicht um Kriegsschiffe, sondern um normale Handelsschiffe. Landeplatz war, wie schon bei früheren Eroberungsversuchen, der Strand von Añasa in der Bucht von Santa Cruz de Tenerife. Nicht weit von der Stelle der Landung wurde ein befestigtes Lager errichtet. Der Guanchen-Fürst (Mencey) von Güímar hatte früher verschiedentlich Kontakt zu spanischen Missionaren gehabt. Auf seinem Gebiet befand sich in einer Höhle die Kapelle mit der Figur der Jungfrau von Candelaria. Er gab Alonso Fernández de Lugo einige seiner Leute mit, die die Eroberer mit ihren Ortskenntnissen unterstützen sollten. Im Juni zog ein großer Teil der Eroberungsarmee erst in Richtung der heutigen Stadt La Laguna, dann weiter in Richtung der heutigen Stadt La Orotava. Im Barranco de Acentejo wurden die Kastilier von den Guanchen überrascht. Es kam zu einer erbitterten Schlacht, der ersten Schlacht von Acentejo, die als das Gemetzel von Acentejo (spanisch: La Matanza de Acentejo) bekannt wurde.

Die Reste der kastilischen Eroberungstruppe, etwa 200 Mann, meist verletzt, flüchteten sich an den Strand von Añasa. Unter ihnen Alonso Fernández de Lugo, der durch einen Stein im Gesicht verletzt worden war. Die Invasionstruppen verließen Teneriffa am 8. Juni 1494. Mit dabei waren einige der Guanchen aus Güímar, die Alonso Fernández de Lugo später in Spanien als Sklaven verkaufte.

Der Misserfolg beim ersten Versuch der Eroberung der Insel Teneriffa brachte Alonso Fernández de Lugo nicht von seinem Ziel ab, die Insel unter die Herrschaft der Krone von Kastilien zu bringen und die Einwohner zu guten Christen zu machen. Um einen neuen Eroberungszug zu unternehmen, benötigte er erhebliche Mittel. Er nahm Kontakt zum Herzog von Medina-Sidonia auf, der eine Truppe von 700 Mann unter dem Befehl von Bartolomé de Estopiñan aufstellte, die im Oktober 1495 Andalusien verließ. Alonso Fernández de Lugo verkaufte seinen gesamten Besitz, das Landgut mit der Zuckerfabrik und einer Mühle in Agaete, selbst den Schmuck seiner verstorbenen Frau, und gründete mit den Genueser Kaufleuten Mateo Viña und Francisco Palomar, dem Kleriker Nicolás Angelate sowie dem Kaufmann Guillermo de Blanco eine Handelsgesellschaft (compañia comercial) zur Eroberung der Insel Teneriffa. Darüber hinaus erhielt er von Verwandten aus Sevilla Kredite. Auf Wunsch der Königin Isabella I. schickten auch Inés Peraza, die Herrin der Inseln Lanzarote und Fuerteventura sowie Beatriz de Bobadilla (La Cazadora), die Herrin der Inseln Gomera und El Hierro Soldaten. Einige der Teilnehmer der Feldzüge nach La Palma sagten ihre Teilnahme mit einer Anzahl von ihnen besoldeter Soldaten zu, nach der Zusicherung, dass sie nach der Eroberung mit Land auf der Insel entschädigt würden.

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