An diesem Tag

Alois Hitler

Vater Adolf Hitlers

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Alois Hitler (* 7. Juni 1837 als Aloys Schicklgruber in Strones, Gemeinde Döllersheim, am 6. Juni 1876 als Aloys Hitler legitimiert; † 3. Jänner 1903 in Leonding bei Linz) war ein österreichisch-ungarischer Zollbeamter. Aus drei Ehen hatte er acht Kinder, mit Klara Pölzl sechs, unter ihnen den Sohn und späteren Diktator Adolf Hitler.

Alois Hitler, bis 1877 als Alois Schicklgruber aktenkundig, war der uneheliche Sohn von Maria Anna Schicklgruber (* 1. Juli 1796 in Strones; † 7. Jänner 1847 als Mariana Hiedler in Kleinmotten). Diese hatte zwei Schwestern und drei Brüder, die jedenfalls das Kindesalter überlebt hatten. Ihr Bruder Josef Schicklgruber hatte 1817 den etwa 10 ha großen Hof in Strones vom Vater übernommen. Dieser, Johann Schicklgruber, lebte danach in einem Ausgedingehaus, wo nach dem Tod seiner Frau im Jahr 1821 auch seine Tochter Maria Anna hinzog, um ihm den Haushalt zu führen. Alois wurde im Haus des Bauern Johann Trummelschlager entbunden, der auch sein Taufpate war. Danach lebte Maria Anna Schicklgruber mit dem Kind wieder bei ihrem Vater im Ausgedingehaus.

Alois’ leiblicher Vater ist nicht identifiziert – die Spalte des Vaters blieb im Taufbuch aus kirchenrechtlichen Gründen leer, was jedoch nicht zwangsläufig bedeutet, dass er der Kindesmutter unbekannt war. In Betracht kommen in der historischen Forschung Johann Nepomuk Hiedler (* 19. März 1807 in Spital; † 17. September 1888 ebenda), der den elterlichen Bauernhof mit der Anschrift Spital Nr. 30 übernommen hatte und später Alois’ „Ziehvater“ wurde, und dessen Bruder, der Müllerknecht Johann Georg Hiedler (* 28. Februar 1792 in Spital; † 9. Februar 1857 in Spital Nr. 49), den Alois’ Mutter fünf Jahre danach heiratete.

Eine dritte Variante, die sogenannte „Frankenberger-These“, die Alois Hitler als Sohn eines wohlhabenden jüdischen Kaufmannes namens Frankenberger aus Graz darstellt, gilt mittlerweile als widerlegt. Alois’ Mutter habe im Haushalt dieses Kaufmannes gearbeitet; Adolf Hitler habe um derartige Umstände gewusst, behauptete Hans Frank, von 1939 bis 1945 Generalgouverneur im besetzten Polen, in seinen Erinnerungen. Weiter spekulierte er: „Ich muss also sagen, dass es nicht vollkommen ausgeschlossen ist, dass der Vater Hitlers demnach ein Halbjude war, aus der außerehelichen Beziehung der Schicklgruber zu dem Grazer Juden entsprungen. Demnach wäre dann Hitler selbst ein Vierteljude gewesen.“

Nachdem die Frankenberger-These von einigen Autoren, etwa Dietrich Bronder und Hennecke Kardel, in den 1960er und 1970er Jahren aufgegriffen worden war, widerlegte spätestens Werner Maser diese Gerüchte als gegenstandslos: In Graz habe es bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein gar keine ansässigen Juden gegeben. Ein Jude namens Frankenberger sei für das 19. Jahrhundert nirgendwo erwähnt, noch nicht einmal sei Maria Anna Schicklgruber zur fraglichen Zeit in Graz gewesen. Brigitte Hamann nimmt auf dieser Grundlage an, „hier wolle der wütende Antisemit Frank den verhassten Juden auch noch die Verantwortung für einen angeblich jüdischen Hitler zuschieben und sie durch Gerüchte verunsichern“.

Die in diesem Zusammenhang genannten mutmaßlichen Erpressungsversuche William Patrick Hitlers mit dem Hinweis auf familiäre Geheimnisse können nach Hamann und Maser nicht auf die Möglichkeit jüdischer Vorfahren Adolf Hitlers zurückgeführt werden, sondern auf seine inzestuösen Verwandtschaftsverhältnisse, mit denen „Hitler mindestens genauso gut erpressbar gewesen wäre“.

Im Jahr 1876 ließ sich Alois in Weitra, zuerst notariell und dann kirchlich, von Schicklgruber auf Hitler umbenennen, wobei die Beweggründe und Umstände dieses Vorgangs unklar sind. Laut Notariatsakt bezeugen am 6. Juni 1876 Josef Romeder, Johann Breiteneder und Engelbert Paukh gegenüber Notar Josef Penkner (1817–1879), dass Johann Georg Hiedler der leibliche Vater von Alois Schicklgruber sei. Johann Georg Hiedler war zu jenem Zeitpunkt seit 19 Jahren tot. Ob dessen jüngerer Bruder Johann Nepomuk Hiedler, Ziehvater von Alois Schicklgruber, und Alois selbst bei diesem Vorgang ebenfalls anwesend waren, wird im Notariatsakt nicht erwähnt. Einen Tag später – am 7. Juni 1876 – wurde das Dokument Joseph Zahnschirm (1809–1886) vorgelegt, damals Pfarrer von Döllersheim, der daraufhin den Taufeintrag im Kirchenbuch entsprechend abänderte. Der Hitler-Historiker Wolfgang Zdral vermutet, dass die drei genannten Zeugen bei diesem Termin nicht persönlich anwesend sein mussten, da das notarielle Dokument ausgereicht habe. Der Eintrag unter der Rubrik Anmerkung lautet: „Daß der als Vater eingetragene Georg Hitler, welcher den Gefertigten Zeugen wohlbekannt ist, sich als den von der Kindesmutter Anna Schicklgruber angegebenen Vater des Kindes Alois beken̅t, u. die Eintragung seines Namens in das hiesige Taufbuch nachgesucht habe, wird durch die Gefertigten bestätiget. Josef Rameder +++ Zeuge Johann Breiteneder, Engelbert Perutsch +++ andre Zeugen +++“. Die drei Kreuz-Gruppen sind die anstelle von Unterschriften geleisteten Handzeichen der offenbar schreibunkundigen drei Zeugen; der Geistliche selbst hat eine Gegenzeichnung unterlassen. Nach kirchlicher und amtlicher Auffassung war die Frage der Vaterschaft damit hinlänglich geklärt, und die Namensänderung wurde am 6. Jänner 1877 bestätigt.

Die Hintergründe der Namensänderung, sowie die posthume Legitimierung Alois Hitlers als Sohn seines Stiefvaters, wurden von mehreren Historikern diskutiert und werden unterschiedlich gedeutet. So merkt etwa Roman Sandgruber an, dass das Schriftstück vom 6. Juni 1876 für einen Notariatsakt „überraschend fehlerhaft und schlampig“ sei: es fehlte der vollständige Name des angeblichen Vaters, dessen Geburtsdatum, sein Sterbedatum war falsch eingetragen, eine Anwesenheitsliste wurde nicht geführt und auch zur neuen Schreibweise Hitler anstatt Hiedler oder Hüttler wurde keine Anmerkung gemacht. Während Ian Kershaw Alois Hitler selbst als Initiator seiner Namensänderung und damit nachträglichen Legitimierung als eheliches Kind vermutet, geht Anna Maria Sigmund von seinem Ziehvater Johann Nepomuk Hiedler als treibende Kraft dahinter aus. Letzteren Standpunkt vertritt auch John Toland, demzufolge „der Anstoß zu dieser dörflichen Intrige [...] zweifellos von Johann Nepomuk Hüttler ausgegangen“ sei, der aus Stolz über seinen Ziehsohn, der es so weit gebracht hatte, das Bedürfnis gehabt habe, seinen eigenen Namen an diesen weiterzugeben. Sandgruber hingegen sieht auch die Tatsache, dass der Zeuge Josef Romeder der Schwiegersohn von Johann Nepomuk Hiedler war – und somit ein Interesse gehabt hätte, einer Anerkennung der Vaterschaft durch Johann Nepomuk selbst und damit einhergehender erbrechtlicher Folgen dadurch zuvorzukommen, stattdessen Johann Georg eintragen zu lassen – als mögliches Motiv dahinter.

Jugend und Eintritt in die Zollverwaltung

Im Jahre 1842, als der außereheliche Sohn fünf Jahre alt war, heiratete Maria Anna Schicklgruber den 50-jährigen Müllerknecht Johann Georg Hiedler. Nachdem das Kind auch nach der Verehelichung der Kindesmutter nicht offiziell adoptiert worden war, hieß es auch weiterhin Schicklgruber. Vermutlich lebte das Ehepaar mit dem Kind für eine Zeit weiterhin bei Johann Schicklgruber, der sein Ausgedingehaus jedoch 1844 aufgab und nach Kleinmotten zog, wohin ihm auch seine Tochter mit ihrem nunmehrigen Ehemann folgte. Möglicherweise bereits 1842, spätestens jedoch nach dem Tod der Mutter und des Großvaters im Jahr 1847, wurde Alois als Ziehkind zu Johann Nepomuk Hiedler, dem jüngeren Bruder seines Stiefvaters, nach Spital geschickt, wo er mit dessen drei Töchtern aufwuchs.

Über Alois Hitlers frühe Jugend ist nur wenig bekannt. Nach dem Besuch einer einklassigen Volksschule ging er seit 1850 in Spital beim Schuster Anton Ledermüller in die Lehre, aus der er am 28. März 1852 als Geselle freigesprochen wurde. Anschließend begab sich der Schustergeselle nach Wien, wo er sich 1855 statt zum Militärdienst zur k.k. Finanzwache meldete, der damals paramilitärisch organisierten Zollverwaltung der Donaumonarchie. Sein erster Dienstort war Saalfelden. 1860 in den Unteroffiziersdienstgrad Finanzwache-Oberaufseher (bei der k.u.k. Armee etwa Korporal oder Zugsführer) befördert, wurde er bald Finanzwach-Respicient (etwa Feldwebel) und 1864 provisorischer Amtsassistent im Zolldienst (Beamten-Rangklasse XI, entsprechend einem Leutnant). Inzwischen zum definitiven, d. h. zum tatsächlichen Amtsassisten mit entsprechender Planstelle avanciert, übernahm er 1869 die Funktion eines Nebenzollamts-Einnehmers in Mariahilf. Damit war Alois Hitler der Sprung aus den Mannschaftsrängen in die (gehobene) Beamtenlaufbahn gelungen (eine eigene Laufbahn der Finanzwach-Unterbeamten entstand erst 1907, nach Abschaffung der bisherigen Finanzwach-Mannschaften). Ab 1871 kam Amtsassistent Schicklgruber als Controlor in Braunau am Inn in Verwendung.

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