Allister „Ali“ Carter (* 25. Juli 1979 in Colchester, Essex) ist ein englischer Snookerspieler, der seit den 1990ern Profispieler ist. In dieser Zeit gewann er acht Turniere, wurde zwei Mal Vize-Weltmeister, erreichte Platz 2 der Snookerweltrangliste und spielte vier Maximum Breaks.
Carter begann seine Profikarriere zur Saison 1996/97. Da die Profitour zu diesem Zeitpunkt keine sportlichen Qualifikationsbeschränkungen kannte, genügte die Zahlung eines Startgelds. Obwohl er die Runde der letzten 32 der Benson and Hedges Championship (die keinen Einfluss auf die Weltrangliste hatte) und die finale Qualifikationsrunde des Weltranglistenturniers International Open erreichte, stand er am Saisonende nur auf Platz 286 der Weltrangliste. Zum Beginn der neuen Saison beschränkte der Weltverband die Zahl der Spieler auf der Profitour auf einige Dutzend. Als wichtiges Qualifikationskriterium diente die Weltrangliste. Die notwendige Platzierung in den Top 64 verpasste Carter aber deutlich. Da er auf eine Qualifikation über die WPBSA Qualifying School verzichtete, musste er in der folgenden Spielzeit auf die als zweitklassig beworbene UK Tour 1997/98 ausweichen. Hier gehörte er mit zwei Viertelfinalteilnahmen zu den besten Spielern. Daher kehrte er nach nur einer Saison wieder in die erstklassige Tour zurück.
Zur Absicherung nahm Carter auch an der UK Tour 1998/99 teil, wo er bei einem Event das Halbfinale erreichen konnte. Auf der eigentlichen Profitour konnte er an seine vorherige Form anschließen und erreichte bei den Welsh Open 1999 erstmals die Hauptrunde eines Weltranglistenturniers. Zusätzlich zog er bei der Benson and Hedges Championship wieder in die Runde der letzten 32 ein. Am Ende der Saison wurde er auf Platz 142 der Weltrangliste geführt. Während der folgenden Saison erreichte er die Runde der letzten 32 der Scottish Open. Mit einer Halbfinalteilnahme beim Grand Prix gelang Carter ein überraschender Erfolg. Wenige Wochen später gewann er mit der Benson and Hedges Championship 1999 sein erstes Profiturnier. Zwar hatte dieses weiterhin keinen Einfluss auf die Weltrangliste, verschaffte ihm aber einen Startplatz beim prestigeträchtigen Masters. Hier unterlag er – nach einem Sieg über Altmeister Steve Davis – im Achtelfinale Ken Doherty. Auf der Weltrangliste belegte er mit Rang 92 erstmals einen Platz in den Top 100.
Mitte 2000 wurde Carter vom Weltverband als Newcomer of the Year ausgezeichnet. Zudem benannte ihn der Weltverband als einen Young Player of Distinction. In den folgenden beiden Spielzeiten konnte er sich auf der Profitour etablieren. Regelmäßig erreichte er die Hauptrunden der Ranglistenturniere. Sowohl bei den Scottish Open 2001 als auch bei den Scottish Open 2002 erreichte er das Achtelfinale, bei den British Open 2001 das Viertelfinale. Auf der Weltrangliste war er bereits Mitte 2001 mit Platz 61 erstmals in den Top 64 geführt, ein Jahr später erreichte er mit Rang 31 die Top 32.
2002–2008: Aufstieg in die Top 16 und Vize-Weltmeister 2008
Diese Form konnte Carter in den nächsten drei Saisons beibehalten. Weiterhin stand er regelmäßig in den Hauptrunden der Ranglistenturniere. Bei den British Open 2002, den Scottish Open 2003, dem LG Cup 2003 und der UK Championship 2004 reichte es jeweils sogar für eine Viertelfinalteilnahme. Zusätzlich zog er bei der Snookerweltmeisterschaft 2003 erstmals in die WM-Hauptrunde im Crucible Theatre ein. Während er sowohl in diesem Jahr als auch bei der Ausgabe 2004 in der ersten Hauptrunde ausschied, verlor er bei der Ausgabe 2005 erst im WM-Achtelfinale. Auf der Weltrangliste wurde er in diesen Spielzeiten konstant in den Top 20 geführt, ohne aber die Top 16 zu erreichen. Nach Platz 17 belegte er zwei Spielzeiten in Folge Rang 19.
Noch etwas besser verliefen die anschließenden zwei Saisons. Weitere drei Male schied er bei Ranglistenturnieren erst im Viertelfinale aus; neben den Welsh Open 2007 waren mit der UK Championship 2005 und der Snookerweltmeisterschaft 2007 diesmal gleich die beiden wichtigsten Ranglistenturniere dabei. Zusätzlich erreichte er beim Malta Cup 2007 erstmals seit acht Jahren das Halbfinale eines Ranglistenturnieres. Ferner stand er zum zweiten Mal in seiner Karriere wieder in einem Profifinale. Beim Masters Qualifying Event 2005, dem Nachfolger der Benson and Hedges Championship, unterlag er aber Stuart Bingham. Seine Ergebnisse reichten insgesamt aus, um erstmals in die Top 16 einzusteigen. Mitte 2007 war er auf Platz 14 gelistet.
Über weite Teile sah die Saison 2007/08 nach einem Dämpfer aus. Häufig schied er bei wichtigen Turnieren im Achtelfinale oder in der Runde der letzten 32 aus und erreichte nur bei den Welsh Open das Viertelfinale. Zusätzlich überstand er bei der Championship League ganze sechs Gruppen, ehe er ausschied. Der Durchbruch in die Finalgruppe des Einladungsturnieres gelang ihm trotzdem nicht. Die Snookerweltmeisterschaft wurde dann zum Höhepunkt seiner Saison. Nachdem Carter bereits Barry Hawkins und Shaun Murphy besiegt hatte, gelang ihm in seiner Viertelfinalpartie gegen Peter Ebdon das erste Maximum Break seiner Profikarriere. Anschließend zog er sogar ins WM-Finale ein und traf dort auf Ronnie O’Sullivan, der im Verlauf des Turnieres ebenfalls ein Maximum Break gespielt hatte. Am Ende siegte der favorisierte O’Sullivan zwar 8:18, doch Carter wurde mit seinem ersten Ranglistenturnier-Endspiel direkt Vize-Weltmeister. Das führte ihn auf Platz 7 der Weltrangliste. Nur Tage später gewann er den nicht-professionellen Huangshan Cup.
2008–2013: Jahre in den Top 10 und Vize-Weltmeister 2012
Danach war Carter für einige Zeit ein wichtiger Bestandteil der Weltspitze. So erreichte er in der Saison 2008/09 beim Masters das Viertelfinale und bei gleich drei Ranglistenturnieren die Halbfinale. Gegen Joe Swail gewann er bei den Welsh Open zudem zum ersten Mal in seiner Karriere ein Ranglistenturnier. In der nächsten Saison verpasste er bei den Welsh Open die Titelverteidigung nur knapp und verlor im Endspiel gegen John Higgins. Ferner schied er bei der UK Championship im Viertelfinale sowie bei den China Open und der Snookerweltmeisterschaft im Halbfinale aus. Schließlich gewann er in der Saison 2010/11, neben ähnlich guten anderen Ergebnissen wie in den vorherigen Spielzeiten, mit dem Shanghai Masters seinen zweiten Titel bei einem Weltranglistenturnier. Ende 2010 sogar zeitweise auf Platz 2 der Weltrangliste geführt, war er in dieser Zeit konstant in den Top 10 platziert. Mitte 2010 belegte er Rang 6.
Auch die Saison 2011/12 verlief recht gut: Neben einer Viertelfinalteilnahme beim Brazil Masters verlor er im Endspiel des Wuxi Classic gegen Mark Selby. Beides waren aber nur Einladungsturniere ohne Einfluss auf die Weltrangliste, im Gegensatz zu den China Open, bei welchen er das Viertelfinale erreichte. Zum Saisonende erreichte er zum zweiten Mal das Finale der Snookerweltmeisterschaft. Erneut traf er auf Ronnie O’Sullivan, der ihn erneut besiegte, diesmal mit 11:18. Nichtsdestotrotz war Carters zweiter Vize-Weltmeister-Titel ein großer Erfolg, der aber nur bedingt die Erfolge der vergangenen Saisons ausgleichen konnte, welche nach zwei Jahren nicht mehr für die Weltrangliste zählten. Hinzu kam Carters prozentual schlechtere Wertung, da es aufgrund der Reformen von Barry Hearn nun mehr Turniere gab, von denen Carter prozentual an weniger finalen Runden teilnahm. So rutschte der amtierende Vize-Weltmeister auf der Weltrangliste auf Platz 17 ab. Zum ersten Mal seit 2005 war er nicht mehr Teil der Top 16. Zeitweise dachte er deshalb sogar über einen Rücktritt vom Profi-Snooker nach, verwarf diesen Gedanken aber schnell.
In der nächsten Saison kehrte Carter fulminant zurück: Gute Ergebnisse bei den Events der Players Tour Championship, eine Viertelfinalteilnahme beim Shanghai Masters, eine Halbfinalteilnahme bei der UK Championship und der Sieg beim German Mastes brachten wichtige Weltranglistenpunkte. Zusätzlich erreichte er das Finale der Championship League und verlor dort gegen Martin Gould. Das Turnier hatte aber nach wie vor keinen Einfluss auf die Weltrangliste. Insgesamt reichten seine Ergebnisse knapp für die Rückkehr in die Top 16; er belegte Mitte 2013 exakt den 16. Platz.