Aljona Savchenko, ursprünglich ukrainisch Оле́на Валенти́нівна Са́вченко, Olena Walentyniwna Sawtschenko (* 19. Januar 1984 in Obuchiw, Oblast Kiew, Ukrainische SSR, Sowjetunion), ist eine ehemalige ukrainisch-deutsche Eiskunstläuferin, die im Paarlauf startete. Sie wurde bei den Olympischen Spielen 2018 zusammen mit Bruno Massot für Deutschland Olympiasiegerin und bei den Weltmeisterschaften 2018 in Mailand Weltmeisterin. Mit ihrem ehemaligen Eiskunstlauf-Partner Robin Szolkowy gewann sie fünfmal die Welt-, viermal die Europameisterschaft sowie zwei Olympia-Bronzemedaillen.
Karrierebeginn in der Ukraine (bis 2002)
Aljona Savchenko begann im Alter von drei Jahren zusammen mit ihrem Vater auf einem zugefrorenen See mit dem Eislaufen. Als sie vier Jahre alt war, wollte ihr Vater sie bei einer Eiskunstlaufschule in Kiew zum Training anmelden. Dort wurde ihm gesagt, sie sei noch zu klein und solle in einem Jahr wiederkommen.
Savchenkos erster Partner beim Paarlaufen war Dmytro Bojenko. Mit ihm startete sie für die Ukraine und für Dynamo Kiew. Ihr Trainer war Oleksandr Artytschenko. Das Paar trennte sich 1998 nach den Juniorenweltmeisterschaften.
Savchenko lief fortan zusammen mit Stanislaw Morosow. Ihre Trainerin war Halina Kuchar. Sie starteten für Dynamo Kiew und somit für die Ukraine. Das Paar wurde 2000 Juniorenweltmeister. 2002 starteten sie das erste Mal bei Olympischen Winterspielen. In Salt Lake City wurden Savchenko/Morosow 15.
Mit Robin Szolkowy für Deutschland (2003–2014)
Nach der sportlichen Trennung von Stanislaw Morosow 2002 suchte Savchenko weltweit einen neuen Partner und fand ihn in Robin Szolkowy. Sie siedelte 2003 nach Deutschland über und trainierte dann in Chemnitz bei Ingo Steuer. Das Paar gewann auf Anhieb die Deutsche Meisterschaft 2004.
Beim Cup of Russia hatten Savchenko und Szolkowy im November 2004 in Moskau ihr Grand-Prix-Debüt und beendeten es auf dem Bronzerang. Im Jahr 2005 hatten die amtierenden deutschen Paarlaufmeister dann ihr gemeinsames Debüt bei Welt- und Europameisterschaften, das sie als Sechste bzw. Vierte abschlossen.
Im Oktober 2005 gewannen sie mit Skate Canada ihren ersten Grand-Prix-Wettbewerb und qualifizierten sich damit für ihr erstes Grand-Prix-Finale, das sie mit dem Gewinn der Bronzemedaille abschlossen.
Ihre erste Medaille bei bedeutenden internationalen Meisterschaften folgte im Januar 2006. Sie wurden in Lyon Vizeeuropameister hinter den Russen Tatjana Totmjanina und Maxim Marinin.
Aljona Savchenko hatte am 29. Dezember 2005 die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten und somit konnte das Eiskunstlaufpaar nun an seinen ersten gemeinsamen Olympischen Spielen teilnehmen. Die Teilnahme wurde jedoch wegen der Stasi-Vorwürfe gegen ihren Trainer Ingo Steuer erheblich erschwert. Steuer war vom olympischen Team ausgeschlossen worden und musste sich die Teilnahme gerichtlich erstreiten. Savchenko und Szolkowy beendeten ihr Olympiadebüt in Turin trotz aller Querelen auf dem sechsten Platz. Dieses Ergebnis wiederholten sie bei der nachfolgenden Weltmeisterschaft.
Das Innenministerium übte wegen der Stasi-Vergangenheit Steuers weiterhin Druck auf den deutschen Eislaufverband aus. Dies führte dazu, dass Steuer keine Akkreditierung für die bevorstehenden Turniere bekommen sollte; die Justiz gab Steuer aber Recht. Dennoch kostete die weitere Zusammenarbeit mit Steuer Robin Szolkowy seine Anstellung bei der Bundeswehr und deren finanzielle Unterstützung. Dies konnte durch private Sponsoren und Fans ausgeglichen werden, so dass das Paar seine Karriere fortsetzen konnte.
Sportlich unbeeindruckt von den Querelen gewannen Savchenko und Szolkowy im November 2006 beim Cup of Russia und qualifizierten sich erneut für das Grand-Prix-Finale, bei dem sie die Silbermedaille errangen. Am 24. Januar 2007 wurden sie in Warschau Europameister. Dabei distanzierten sie die russischen Silbermedaillengewinner Marija Petrowa und Alexei Tichonow um fast zwanzig Punkte. Es war der erste Europameisterschaftstitel für ein deutsches Paar, seit 1995 ihr Trainer Ingo Steuer mit Partnerin Mandy Wötzel gewonnen hatte. Bei den Weltmeisterschaften in Tokio errangen sie mit Bronze hinter den beiden chinesischen Paaren Shen Xue und Zhao Hongbo sowie Pang Qing und Tong Jian ihre erste Weltmeisterschaftsmedaille. Es war die erste Medaille eines deutschen Paares bei Weltmeisterschaften seit der Bronzemedaille von Peggy Schwarz und Mirko Müller 1998.
Die Saison 2007/08 wurde eine der erfolgreichsten Saisons des Eiskunstlaufpaares. Sie gewannen bei Skate Canada und der NHK Trophy, qualifizierten sich somit für das Grand-Prix-Finale und gewannen dieses zum ersten Mal. Sie waren damit das einzige deutsche Paar nach Mandy Wötzel und Ingo Steuer, das das Grand-Prix-Finale gewinnen konnte.
Bei den Deutschen Meisterschaften am 6. Januar 2008 durchbrachen Savchenko und Szolkowy mit 214,67 Punkten erstmals die 200-Punkte-Marke. Dies hätte Weltrekord bedeutet, doch gehen nationale Meisterschaften nicht in die Wertung der Internationalen Eislaufunion ein.
Im Januar 2008 verteidigten sie bei den Europameisterschaften in Zagreb ihren Titel und übertrafen nun auch offiziell die 200-Punkte-Marke. Sie hatten auf die zweitplatzierten Russen Marija Muchortowa und Maxim Trankow fast 33 Punkte Vorsprung.
Im März 2008 wurden Aljona Savchenko und Robin Szolkowy in Göteborg zum ersten Mal Weltmeister. Sie verwiesen die Chinesen Zhang Dan und Zhang Hao, die nach dem Kurzprogramm noch in Führung gelegen hatten, auf den zweiten Platz. Es war der erste Weltmeisterschaftstitel für ein deutsches Paar seit Mandy Wötzel und Ingo Steuer 1997 in Lausanne.
Die Saison 2008/09 begann mit Siegen bei Skate America und der Trophée Eric Bompard. Beim Grand-Prix-Finale reichte es allerdings nur zur Bronzemedaille.