Alison Lurie (* 3. September 1926 in Chicago, Illinois; † 3. Dezember 2020 in Ithaka, New York) war eine US-amerikanische Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin.
Alison Lurie verbrachte ihre Kindheit in White Plains (New York). Sie besuchte das Radcliffe College in Cambridge (Massachusetts), wo sie 1947 den Grad eines Bachelor of Arts in den Fächern Englisch und Geschichte erlangte. 1948 heiratete sie Jonathan Peale Bishop Jr., mit dem sie drei Söhne hatte. Die Ehe wurde 1985 geschieden. Während ihrer Zeit als Hausfrau veröffentlichte sie bereits ihre ersten Romane. Von 1969 bis 1973 war sie Lektorin, von 1973 bis 1976 stellvertretende außerordentliche Professorin, von 1976 bis 1979 außerordentliche Professorin und von 1979 bis zu ihrer Emeritierung 1998 Professorin für amerikanische Literatur an der Cornell University in Ithaca, New York. Sie war mit dem Schriftsteller Edward Hower verheiratet. Selbst in hohem Alter betätigte sie sich noch gelegentlich als Literaturkritikerin, die weiterhin Beiträge für The New York Review of Books verfasste. Ihr Buch Reading for Fun (2017) gibt davon Zeugnis.
Alison Lurie befasste sich als Hochschullehrerin u. a. mit der mündlichen Überlieferung unter Kindern und mit Kinderliteratur. Mit The language of clothes zeigte sie sich als Semiotikerin des femininen Alltagslebens. In ihren erzählerischen Werken hat sie ein eindrucksvolles, psychologisch stimmiges und stets von Humor geprägtes Bild des Familienlebens der amerikanischen Mittelschicht und der Angehörigen der Ostküsten-Intelligenz geliefert. In ihrer Erzählweise und ihrem Stil ist sie häufig mit Jane Austen verglichen worden.
1963, 1964 und 1966 erhielt Lurie ein Stipendium der Yaddo Foundation, 1965 ein Guggenheim-Stipendium, 1968 ein Rockefeller-Stipendium, 1972 ein Stipendium des New York Council on the Arts, 1979 den American Academy Award, 1985 den Pulitzer-Preis für ihren Roman Foreign affairs, 1989 den französischen Prix Femina Étranger für The truth about Lorin Jones. 1989 wurde Lurie in die American Academy of Arts and Letters und 2005 in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.
Frances Hodgson Burnett: The secret garden, New York 1999
The Oxford book of modern fairy tales, Oxford [u. a.] 1993
Familienkrieg, Frankfurt am Main 1976 (übersetzt von Hermann Stiehl), auch Ein ganz privater kleiner Krieg, engl. The War Between The Tates
Vom Salamander, der im Feuer lebt und anderen Fabeltieren, Frankfurt am Main 1981 (übersetzt von Ingrid Westerhoff)
Affären, Zürich 1986 (übersetzt von Otto Bayer), engl. Foreign Affairs
Liebe und Freundschaft, Zürich 1987 (übersetzt von Otto Bayer), engl. Love and Friendship
Varna oder Imaginäre Freunde, Zürich 1988 (übersetzt von Otto Bayer), engl. Imaginary Friends
Die Wahrheit über Lorin Jones, Zürich 1990 (übersetzt von Otto Bayer), engl. The Truth about Lorin Jones
Nowhere city, Zürich 1991 (übersetzt von Otto Bayer), engl. The Nowhere City
Von Kindern und Leuten, Zürich 1994 (übersetzt von Otto Bayer), engl. Only Children
Frauen und Phantome, Erzählungen, Zürich 1996 (übersetzt von Otto Bayer), engl. Women and Ghosts
Sommer in Key West, Zürich 2000 (übersetzt von Hans-Christian Oeser), engl. The Last Resort
Paare (2008), engl. Truth and Consequences
1977: The War Between The Tates (NBC Fernsehfilm)