Alhaji Aliko Dangote (* 10. April 1957 in Kano, Nigeria) ist ein nigerianischer Unternehmer. Der Multi-Milliardär galt im April 2022 als der reichste Mann Afrikas und war dies auch im März 2026 noch.
Dangote wurde als Sohn einer wohlhabenden Familie in Kano geboren. Sein Urgroßvater war im Nusshandel tätig und gelangte damit bereits zu beträchtlichem Wohlstand. Er studierte Wirtschaftswissenschaft an der al-Azhar-Universität in Kairo und erreichte dort 1977 den akademischen Grad eines Bachelors.
Nach dem Studium machte er sich in Nigeria im Zementhandel selbständig, zunächst in Kano, dann in Lagos. Dort befasste er sich vor allem mit Importgeschäften. Wie zahlreiche Angehörige seiner Familie begann er als Händler und führte seit den 1970er-Jahren Salz und Zucker nach Nigeria ein. 1981 gründete er das Unternehmen, aus dem sich die Dangote Group entwickelte. In den 1980er und 1990er Jahren diversifizierte er sein Handelsunternehmen, unter anderem im Lebensmittelbereich. In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre transformierte er sein Unternehmen und konzentrierte sich seither auf die Produktion von Gütern, weniger auf den Handel.
Der Aufstieg zum Milliardär begann 1999/2000 unter der zweiten Präsidentschaft von Olusegun Obasanjo mit dem Bau einer Zuckerraffinerie und eines Zementterminals. Der Ausbau der Zementproduktion wurde zugleich kritisch begleitet, weil Dangote von staatlichen Steuervergünstigungen und Einfuhrbeschränkungen profitiert haben soll und der rasche Kapazitätsausbau potenzielle Wettbewerber abschreckte. Seitdem expandierte Dangotes Konzern, unter anderem ist er der größte Zementhersteller Afrikas, besitzt Produktionsstätten für Lebensmittel und hat Anteile an einem Mobilfunknetz sowie an Ölfeldern. Die Dangote Group ist inzwischen in 16 weiteren afrikanischen Staaten tätig. 2023 eröffnete Dangote am Rand von Lagos den größten Raffineriekomplex Afrikas mit einer Verarbeitungskapazität von 650.000 Barrel Erdöl pro Tag. Die Raffinerie kann bei voller Auslastung den nigerianischen Benzinbedarf mehr als decken und so die Importabhängigkeit des Landes sowie dessen Bedarf an US-Dollar verringern. Der Internationale Währungsfonds schätzte 2025, dass der Komplex bei voller Auslastung das nigerianische Nicht-Öl-Bruttoinlandsprodukt zwischen 2025 und 2026 um 1,5 Prozent erhöhen und die offiziellen Devisenreserven jährlich um 5,5 Milliarden US-Dollar steigern könnte. Im Mai 2026 stellte er Planungen zum Bau einer weiteren Raffinerie in Ostafrika vor, die die Abhängigkeit von Treibstoffeinfuhren aus dem Persischen Golf verringern soll.
Im März 2022 eröffnete Dangote in Lagos die größte Düngemittelfabrik Afrikas. Die Anlage ist auf eine Jahresproduktion von rund drei Millionen Tonnen Düngemittel ausgelegt. Der Industriekomplex produziert darüber hinaus Polypropylen für die Kunststoffindustrie; weitere Vorprodukte für die Waschmittelherstellung waren 2026 angekündigt. Mitte der 2020er-Jahre verfolgte der Konzern zudem weitere Industrieprojekte in mehreren afrikanischen Staaten, darunter ein Düngemittel-Joint Venture in Äthiopien sowie Zement- und Energieprojekte in Simbabwe. Dangote stellte diese Projekte in den Zusammenhang einer stärkeren Industrialisierung und wirtschaftlichen Eigenständigkeit Afrikas.
Dangote galt im April 2022 als der reichste Mann Afrikas. Zu diesem Zeitpunkt schätzte Bloomberg sein Vermögen auf 18,5 Milliarden US-Dollar. Im März 2026 schätzte Forbes Dangotes Vermögen auf 28,5 Milliarden US-Dollar. Damit war er neben Elon Musk der einzige Afrikaner unter den 100 reichsten Menschen der Welt. 2016 betrug sein Vermögen 15,4 Milliarden US-Dollar.
Der Unternehmer gründete die Dangote Foundation, um mit dieser Stiftung wohltätige Zwecke zu fördern, unter anderem im Bereich der Hochschulen, der Mikrokredite und der Katastrophenhilfe. Zusammen mit der Bill & Melinda Gates Foundation beteiligt sie sich am Kampf gegen Polio in Nigeria. 2014 spendete die Dangote Group nach Angaben der nigerianischen Regierung 150 Millionen Naira (750.000 US-Dollar) zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie.
Dangote ist muslimischen Glaubens, ist zweimal geschieden, hat drei Kinder und lebt in Lagos, wo auch sein Unternehmen den Sitz hat.
Im Jahr 2000 wurde er Officer of the Order of Niger, fünf Jahre später Commander of the Order of Niger. 2019 wurde Dangote in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Drei Jahre später wurde er mit dem Verdienstorden Nigers (Kommandeur) ausgezeichnet.
Aliko Dangote in: Internationales Biographisches Archiv 31/2013 vom 30. Juli 2013, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)