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Alice Gurschner

Österreichische Schriftstellerin (1869–1944)

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Alice Gurschner, Pseudonym Paul Althof (geboren 8. Oktober 1869 als Alice Pollak in Wien, Österreich-Ungarn; gestorben 26. März 1944 ebenda), war eine österreichische Schriftstellerin und Feuilletonistin.

Alice Pollak wuchs als Tochter von Ludwig (Lazar) Pollak und seiner Frau Emma (geb. Gutmann de Gelse) in einem großbürgerlichen jüdischen Elternhaus auf und erhielt Privatunterricht in den gymnasialen Schulfächern, in Musik (Klavier und Geige bei Heinrich von Bocklet) und modernen Sprachen. Sie heiratete 1897 den Bildhauer Gustav Gurschner, Mitbegründer der Wiener Secession, mit dem sie drei Kinder hatte. Nach der Heirat lebten sie zwei Jahre in Paris. Ihre Heirat mit dem katholischen Künstler fand nicht das Plazet ihrer Familie. Nachdem ihr Vater 1905 gestorben war, konvertierte sie zum Katholizismus. Möglicherweise war es ihre bei Kriegsausbruch 1914 dokumentierte patriotische Haltung, die sie nach 1941 vor der Deportation bewahrte.

Ihre Gedichte, Erzählungen und Dramen veröffentlichte sie unter dem männlichen Pseudonym Paul Althof. Ihre Feuilletons und andere Texte für Zeitungen und Zeitschriften erschienen nach dem Ersten Weltkrieg vor allem im Neuen Wiener Journal, aber auch im Fremden-Blatt, im Berliner Börsen-Courier etc.

Alice Gurschner war Mitglied im Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen in Wien. Ihre Mutter Emma war eine Cousine von Adele Deutsch, der dritten Ehefrau von Johann Strauß, mit dem Alice gemeinsam musiziert hat. Ihr Sohn Harald gründete 1920 gemeinsam mit Olaf Fjord eine Filmproduktionsfirma und war kurzzeitig als Regisseur tätig; später widmete er sich dem Motorradsport. Ihre Tochter Eva Martina war die Ehefrau des Malers und Graphikers Theodor Zeller.

(ab 1890 alle erschienen unter dem Pseudonym Paul Althof)

Drei Häuser. Roman aus Alt-Österreich. Europa-Verlag, Wien 1938 (Buchvorschau des Reprints von 2015 bei Google Books)

Strauß-Konzert im Augarten. Zwei Bilder aus der Jugend des Walzerkönigs. Hörspiel, Wien 1931

Vor einem Bilde. Gedicht, vertont von A. Albert Noele (Gesangsszene für Sopran und Orchester, 1920)

Semiramis. Ein Märchen für Könige. Heller, Wien 1914 (als Fortsetzungsroman in Moderne illustrierte Zeitung für Reise und Sport Nr. 1/1913 bis Nr. 9/1913; Buchvorschau des Reprints von 2015 bei Google Books)

Der heilige Kuß. Dramatisches Gedicht in drei Aufzügen. Cotta, Stuttgart / Berlin 1911; Textarchiv – Internet Archive.

Die wunderbare Brücke und andere Geschichten. Cotta, Stuttgart 1908

Das verlorene Wort. Roman. J. G. Cotta Nachf., Stuttgart & Berlin 1907

Kunsthyänen. Schauspiel in drei Aufzügen. Bloch, Berlin 1903 (als Manuskript)

Die schlafende Seele. Kurze Geschichte. Berlin 1900

Coghetta. Freund & Jeckel, Berlin 1894 (Digitalisat bei Google Books; Volltext bei ngiyaw-ebooks.org)

Passion. Gedichte. Daberkow’s Verlag, Wien 1897

Die Asolanen. Ein Heldengedicht aus Venedigs Vorzeit. Daberkow, Wien 1893

I Pagliacci. Musikalisch-pantomimische Parodie in einem Aufzug. Musik von Richard Haller, 1893

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