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Alice (italienische Sängerin)

Italienische Popsängerin

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Alice ([aˈliːtʃɛ]; * 26. September 1954 als Carla Bissi in Forlì) ist eine italienische Sängerin und Songschreiberin. Bekannt wurde sie mit dem Lied "Per Elisa" mit dem sie 1981 das Sanremo-Festival gewonnen hat.

Carla Bissi stammt aus einer Musikerfamilie im norditalienischen Forli in der Region Emilia-Romagna. Ab dem siebten Lebensjahr nahm sie an verschiedenen Gesangswettbewerben teil und erhielt Gesangs- und Klavierunterricht. 1971 meldeten ihre Eltern sie zum Festival di Castrocaro an, bei dem sie den ersten Platz erzielte. Es folgte der erste Plattenvertrag mit dem Produzenten Giancarlo Lucariello, der auch den Künstlernamen Alice Visconti erfand. Nach zwei Studioalben trennten sich die Wege wieder. Sie traf Franco Battiato und stellte ihm ihre selbstgeschriebenen Liedern vor. Daraus entstand die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Battiato unter dem schlichten Künstlernamen Alice.

Sie ist mit dem Musikprofessor Francesco Messina verheiratet, mit dem sie seit 2001 in der Nähe von Udine im Friaul lebt.

Im Mailänder Studio des Musikproduzenten Lucariello entstanden die beiden Alben "La mia poca grande età" ("Mein kleines großes Alter'", 1975) und "Cosa resta un fiore" ("Was bleibt... eine Blume", 1978).

Erst die Zusammenarbeit mit dem Cantautore Franco Battiato brachte den Durchbruch. Das erste gemeinsame Album "Capo Nord "(1980) brachte den Durchbruch für Alice und die daraus ausgekoppelte Single " Il vento caldo dell’estate" wurde zum Überraschungserfolg. Mit Per Elisa gewann sie das Sanremo-Festival 1981, die Single erreichte Platz eins der italienischen Charts und wurde eine halbe Million Mal verkauft. Der Erfolg wiederholte sich in vielen europäischen Ländern (Deutschland, Schweiz, Österreich, Holland, Belgien, Finnland), wo sie zusammen mit Künstlern wie Gianna Nannini, Loretta Goggi und Ricchi e Poveri Teil einer Welle italienischer Pop- und Rockmusik wurde. Es folgten zwei Alben mit angerockter Popmusik, "Per Elisa" und "Azimut", beide von Battiato produziert. Ihr erstes selbstproduziertes Album "Falsi allarmi " (1983) war weniger erfolgreich als seine Vorgänger. Ihren größten Erfolg in Deutschland hatte sie mit "Una notte speciale", das auf der Liste der meistverkauften Singles des Jahres 1982 Platz 8 belegte; es wurde von Tony Holiday auch in einer deutschen Version aufgenommen.

Im Jahr 1984 hatte sie zwei Hitsingles mit Duetten: "Zu nah am Feuer" mit dem deutschen Sänger Stefan Waggershausen, das in der Schweiz und Österreich Nummer eins der Charts wurde, sowie " I treni di Tozeur", eine erneute Zusammenarbeit mit Battiato, mit dem sie beim Eurovision Song Contest 1984 den fünften Platz belegte. 1985 folgte das Album Gioielli rubati "(„Gestohlene Juwelen“) mit Coverversionen von Battiato-Songs, das sich insbesondere in Frankreich und Deutschland gut verkaufte. Die Single daraus, "Prospettiva Nevski", erreichte trotz ihres eigenwilligen Charakters in Italien und Österreich Chartplatzierungen.

Ab 1986 wollte Alice vermehrt eigene Ideen umsetzen, noch introvertierter, persönlicher und mit ungewöhnlichen Tonfolgen. Mit jedem Album kamen neue musikalische Aspekte hinzu. Durch Einflüsse aus Folk, New Age, Hip-Hop, Dance, Electro, Rock und andere Musikrichtungen erweiterte sich ihr Spektrum kontinuierlich. Erstes Ergebnis dieses „neuen künstlerischen Lebens“ war das 1986er Album "Park Hotel", auf dem sie u. a. mit Tony Levin und Phil Manzanera zusammenarbeitete. Von diesem Album stammt die melancholische Single "Nomadi", die sich in Deutschland sechs Wochen in den Charts hielt, nicht aber in Italien. In dieser Zeit der musikalischen Neuorientierung kippte das Erfolgsverhältnis: Alices Popularität in Deutschland übertraf nun fast jene in Italien, wo ihre Anhängerschaft abzunehmen schien. So wurde sie etwa 1987 mit der „Goldenen Europa“ des Saarländischen Rundfunks ausgezeichnet. Ihr 1987er-Album "Elisir" mit neuen Versionen ihrer bekannten Titel, erreichte nur noch in Deutschland hintere Chartplätze.

Ab Ende der 1980er Jahre ließ ihr kommerzieller Erfolg nach, ihre Ambitionen dagegen nahmen noch zu. Alben wie Il sole nella pioggia " (1989) oder "Charade" (1995) wurden, obwohl mit deutlichen Einflüssen der jeweils aktuellen Musiktrends versehen und immer noch weltweit veröffentlicht, weithin ignoriert. Auch ihre Mitwirkung an dem experimentellen Ambient-Projekt Devogue fand kein nennenswertes Echo.

Im Jahr 2000 nahm Alice nach 19 Jahren erneut am Sanremo-Festival teil, doch das erhoffte kommerzielle Comeback blieb aus. Der Titel "Il giorno dell’indipendenza" landete auf einem der hinteren Ränge. 2003 kam "Viaggio" in Italia heraus – eine Art musikalische Reise durch italienische Befindlichkeiten. Mit Songs wie "Auschwitz" verband sie ernste Themen mit harmonischen Popklängen. Alice absolvierte auch Gastspiele mit Pasolini-Texten oder sang in Kirchen spirituelle Lieder aus ihrem Album "God Is My DJ". Ihre beiden jüngsten Studioalben, "Samsara" von 2012 und "Weekend" von 2014, und ihre Live-Alben von 2013 und 2016 verzeichneten in Italien wieder spürbare Resonanz.

Am 25. November 2022 erschien das Album "Eri con me." - Sedici canzoni di Franco Battiato ("Du warst bei mir". - Sechzehn Lieder von Franco Battiato), auf dem Alice von dem Streichorchester I Solisti Filarmonici Italiani (Leitung und Klavier: Carlo Guaitoli) begleitet wird.

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

1975: La mia poca grande età (als Alice Visconti)

1978: Cosa resta… un fiore (als Alice Visconti)

1972: Il mio cuore se ne va / Un giorno nuovo (als Carla Bissi)

1972: La festa mia / Fai tutto tu (als Carla Bissi)

1973: Il giorno dopo / Vivere un po’ morire un po’ (als Carla Bissi)

1975: Io voglio vivere / Sempre tu sempre di più (als Alice Visconti)

1976: Piccola anima / Mondo a matita (als Alice Visconti)

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