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Alicante

Stadt in Spanien

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Alicante (spanisch) bzw. Alacant (valencianisch) ist eine spanische Hafenstadt an der Costa Blanca mit 366.221 Einwohnern (Stand: 2025). Alicante ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und nach Valencia die wichtigste Stadt der autonomen Valencianischen Gemeinschaft.

Ihre Wirtschaft basiert hauptsächlich auf Tourismus und Weinproduktion. Neben Wein werden auch Olivenöl und Obst exportiert. Daneben gibt es Leichtindustrien wie die Lebensmittelverarbeitung sowie eine Leder-, Textil- und Steinzeugindustrie.

Außerdem ist Alicante seit 1994 der Sitz des Amts der Europäischen Union für Geistiges Eigentum.

Die ältesten Zeugnisse menschlicher Siedlung auf dem Stadtgebiet finden sich in der Cova del Fum in Fontcalent aus dem dritten Jahrtausend vor Christus. Südlich des Flugplatzes von Alicante, an der Mündung des Rio Segura, liegt die älteste Ansiedlung der Gegend, die phönizische Gründung La Fonteta aus dem 9. Jahrhundert v. Chr.

Alicante wurde erst 500 Jahre später, um das Jahr 325 v. Chr., von griechischen Siedlern aus Marseille als Akra Leuke (griechisch: Ἄκρα Λευκή = „weißer Berg“ oder „weiße Spitze“) gegründet. Hamilkar Barkas errichtete 3 km nördlich des heutigen Stadtzentrums eine Festung. Sein Sohn Hannibal soll hier seine Elefanten abgeladen haben. 201 v. Chr. wurde es von den Römern erobert, die es Lucentum nannten. Zwischen 718 und 1249 n. Chr. wurde die Stadt von den Mauren beherrscht, die sie اللقنت / al-Laqant nannten. 1265 wurde die Stadt von Jakob I. zurückerobert und in das Königreich von Aragon einbezogen. Das Stadtwappen zeigt eine Festung, darüber ein Schildchen mit dem Wappen des Königreichs Valencia. Die Kette des Ordens vom Goldenen Vlies und die Initialen erinnern an Karl I.

1490 erhielt Alicante das Stadtrecht. 1684 wurde es von der Pest heimgesucht und fast völlig entvölkert. 1691 schoss der Graf d’Estrées mit einem französischen Geschwader die Stadt in Brand. Im Spanischen Erbfolgekrieg erstürmten die Engländer 1706 die Stadt für Karl III. Während der Belagerung von Alicante durch die Franzosen unter General Asfeld im Jahr 1709 wurde der englische Kommandant der Zitadelle, Oberst Richard, mit seinem ganzen Stab in die Luft gesprengt. Auch 1812 wurde die Stadt von den Franzosen belagert. Am 27. Januar 1844 fand hier ein Volksaufstand unter Bonnet statt, der am folgenden 6. März unterdrückt wurde, als die Stadt vor den Regierungstruppen kapitulierte. Im Sommer 1873 erklärte sich Alicante während der föderalistischen Revolution gleich Cartagena für unabhängig von der Zentralregierung in Madrid, unterwarf sich jedoch bald wieder. Es wurde deshalb am 27. September 1873 von zwei aus Cartagena ausgelaufenen Kriegsschiffen der Insurgenten zur Anerkennung des Kantons Cartagena aufgefordert und nach der Weigerung mit 700 Geschossen, darunter vielen Petroleum-Bomben, beschossen. Alicante widerstand aber dem Angriff durch tapfere Verteidigung und zwang die beschädigten Kriegsschiffe zum Rückzug.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Alicante eine überwiegend katalanischsprachige Stadt.

Die Attraktivität des Standortes brachte bereits Ende der 19. Jahrhundert auch spanischsprachige Menschen in die Stadt.

Während der Franco-Diktatur wurde die Nutzung der regionalen Sprache so stark unterdrückt, dass die spanische Sprache noch stärker Fuß fasste. Auch der katalanische Name der Stadt, Alacant, durfte nicht mehr verwendet werden. Heute sind beide Sprachen (Spanisch und Valencianisch) Amtssprachen. Nicht zuletzt durch die intensive Förderung der Regionalregierung der Valencianischen Gemeinschaft erlebt das Valencianische/Katalanische eine Renaissance. So ist auch der Name Alacant, neben der spanischen Bezeichnung Alicante, seit 1990 wieder amtlich. Die jüngste Bevölkerungsgruppe (15 bis 24 Jahre) konnte 2008 am besten in Valencianisch schreiben und sprechen, während beim Sprechen sonst die älteren dies besser beherrschen als die jüngeren.

Für das Jahr 2003 gab das spanische Instituto Nacional de Estadística einen Anteil der Katalanisch sprechenden Bürger an der Gesamtbevölkerung der Stadt Alicante von 33 Prozent an. Eine Studie des valencianischen Bildungsministeriums ermittelte 2008, dass nur 2,9 % der Bevölkerung der Stadt zu Hause überwiegend Valencianisch sprechen, während 76,2 % nie Valencianisch sprechen.

Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören die Burg Castillo de Santa Bárbara und der Hafen von Alicante. Der letztere war in den Jahren 2006 und 2007 heftig umstritten, als die Bewohner erfolgreich seine Industrialisierung verhinderten. Die Burg Santa Bárbara befindet sich auf dem Hügel Benacantil hoch über der Stadt. Der Turm an ihrer Spitze ist der älteste Teil der Burg, während Teile ihres Unterbaus und ihre Grundmauern erst später im 18. Jahrhundert konstruiert wurden.

Die Promenade Explanada de España, bestehend aus 6,5 Millionen Marmorsteinchen, gesäumt von Palmen, ist ein abendlicher Treffpunkt der Alicantiner. Sie ist der Ort für den typischen spanischen Paseo oder für Musikkonzerte unter freiem Himmel. Die Promenade nimmt ihren Lauf vom Hafen, in dem der Nachbau der Santísima Trinidad liegt, bis zur Gran Vía. Am Ende der Promenade befindet sich ein Monument von Vicente Bañuls aus dem 19. Jahrhundert.

Das Viertel Santa Cruz (Spanisch: Barrio de la Santa Cruz) ist ein farbenfroher Teil der Altstadt, der südwestlich der Burg Santa Bárbara liegt. Die kleinen Häuser sind entlang des Hügels gebaut und führen in engen Gassen, die mit Flaggen und Blumentöpfen dekoriert sind, hinauf zur Burg und den Stadtmauern.

Hauptkirche Alicantes und Bischofssitz der Diözese Orihuela-Alicante ist die Concatedral de San Nicolás de Bari. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist im Herrera-Stil gehalten.

Der Park El Palmeral ist einer der Parks von Alicante. Er ist, ursprünglich hervorgegangen aus einem großen Palmengarten, mit Spazierwegen, Kinderspielplätzen, Seen und Bächen, Picknicktischen, einem Auditorium für Konzerte und einer Aussicht über die Bucht von Alicante.

Ein weiterer Park, der „Parque de la Ereta“, befindet sich auf dem Berg Benacantil und verläuft von der Burganlage bis hinunter in die Altstadt Alicantes. Der Park wurde von den französischen Landschaftsarchitekten Marc und Frédéric Bonnet Bigarnet gestaltet. Im Rahmen der Sanierung der Burganlage wurde 1994 von der Stadtverwaltung ein europaweiter Wettbewerb veranstaltet.

Von Alicante aus wird die wenige Kilometer entfernte Insel Tabarca verwaltet. Einst ein Schlupfwinkel für Piraten, wird die Insel heute von Touristen besucht. Sehenswert ist die Stadtbefestigung mit Toren und Schanzen, die Wehrkirche Iglesia de San Pedro y San Pablo, das Haus des Gouverneurs, die Grotte Cueva del Llop Marí mit Zugang vom Meer aus und der Torre de San José, ein 27 m hoher, einzel stehender Wachturm, dessen Bau auf Plänen aus dem 14. Jahrhundert beruht. Zu erreichen ist die Insel mit Booten vom Hafen von Alicante oder von Santa Pola aus.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind:

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