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Alfred Vincent

Schweizer Arzt und Politiker

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Alfred-Louis Vincent (* 4. Juni 1850 in Sankt Petersburg; † 5. Juli 1906 in Genf; heimatberechtigt in Genf) war ein Schweizer Mediziner und Politiker.

Alfred Vincent war der Sohn des Dachdeckermeisters Jean-Louis Vincent und von dessen Ehefrau Augustine Amélie Caroline (geb. Schmidt).

Er war seit 1874 in erster Ehe mit Marie, der Tochter des Gutsbesitzers Paul Terroux, verheiratet. In zweiter Ehe heiratete er 1887 Emilie Rodolphine Marguerite, die Tochter von Heinrich Stülcken; die Schwester seiner Ehefrau, Alwine Stülcken (1863–1918), war mit dem deutschen Generalleutnant Arthur von Dietlein verheiratet.

Er verstarb an den Folgen eines Sturzes und wurde auf Staatskosten auf dem Cimetière des Rois in Genf beigesetzt.

Seine umfangreiche Bibliothek vermachte er der Stadtbibliothek Genf und stiftete dazu 50'000 Schweizer Franken für einen Fonds, dessen Zinsgewinn zu philanthropischen Zwecken verwendet werden sollte.

Der Maler Léon Gaud fertigte eine Porträtmalerei von Alfred Vincent an.

Von 1878 bis 1870 betrieb Alfred Vincent natur- und geisteswissenschaftliche Studien an der Akademie Genf (siehe Universität Genf) und immatrikulierte sich 1872 zu einem Medizinstudium an der Universität Strassburg, das er an der Universität Bern fortsetzte und 1876 beendete.

Seit 1876 war er in Genf und war im Quartier Les Paquis als Arzt tätig; 1878 promovierte er mit seiner Dissertation Contribution à l’étude des anomalies artérielles zum Dr. med.

1881 wurde er zum Inspektor des öffentlichen Gesundheitswesens ernannt.

Er wurde 1883 Lehrer für Hygiene an der Höheren Töchterschule und am Gymnasium und war von 1884 bis zu seinem Rücktritt 1897 Direktor des kantonalen Gesundheitsamts; 1884 konnte er durch rechtzeitiges Eingreifen den Ausbruch einer Choleraepidemie in Genf verhindern.

Von 1889 bis zu seinem Rücktritt 1900 dozierte er, nach der Ernennung durch den Staatsrat, als ordentlicher Professor für Hygiene an der Medizinischen Fakultät der Universität Genf. 1889 wurde er auch Mitglied der ärztlichen Fachprüfungskommission.

1890 reiste er nach Berlin, um sich mit den Heilmethoden gegen Lungenleiden von Robert Koch vertraut zu machen.

Er war, als Nachfolger des verstorbenen Georges Favon, von 1902 bis zu seinem Tod im Verwaltungsrat der Schweizerischen Bundesbahnen; sein Nachfolger dort wurde Victor Charbonnet.

In der Schweizer Armee wurde er bei den Sanitätstruppen 1878 zum Oberleutnant und 1883 zum Hauptmann befördert. 1886 wurde er aus der Wehrpflicht entlassen.

Politisches und gesellschaftliches Wirken

Alfred Vincent war von 1881 bis 1906 radikalliberaler Genfer Grossrat und von 1881 bis 1882 deren Sekretär, von 1882 bis 1883 Vizepräsident sowie von 1883 bis zur Ablehnung seiner Wiederwahl 1884, von 1888 bis 1890 und von 1892 bis 1895 deren Präsident.

1889 lehnte er eine Wahl zum Staatsrat ab, weil er seine Stellung als Direktor der Sanitätsbehörde bevorzuge.

Er wurde 1896 Präsident des Komitees der Gruppe 37 (Hygiene, Medizin, Chirurgie) der Schweizerischen Landesausstellung 1896 in Genf.

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