An diesem Tag

Alfred Geist

Evangelisch-reformierter Geistlicher, deutsch-baltischer Bekenner

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Alfred Geist (* 28. Novemberjul. / 10. Dezember 1863greg. in Riga, Gouvernement Livland, Russisches Kaiserreich; † 2. Oktober 1919 in Riga, Lettische SPR), mit vollem Namen Karl Alfred Geist, auch Alfred Karl Geist geschrieben, war ein deutsch-baltischer Pastor. Er gilt als evangelisch-reformierter Bekenner und ist auf dem Rigaer Märtyrerstein verzeichnet.

Die Datumsangaben in diesem Artikel richten sich, wenn nicht anders angegeben, für den Zeitraum bis 1918 nach dem julianischen Kalender.

Jugend, Ausbildung und Amtseinführung

Alfred Geist wurde in der Reformierten Kirche in Riga getauft. Von 1883 bis 1884 studierte er an der Kaiserlichen Universität Dorpat. Danach arbeitete er bis 1885 zunächst als Hauslehrer. Vom 5. Mai 1885 bis zum 5. Mai 1886 setzte er dann sein Studium in Heidelberg und Jena fort. Am 27. November 1887 wurde er ordiniert, danach war er bis 1888 Vikar in Moßbach in Sachsen-Weimar-Eisenach.

Palmsonntag, Karfreitag und Ostersonntag 1888 hielt er Bewerbungspredigten an der Reformierten Kirche in Riga. Am 15. Mai 1888 wurde er von der Gemeindeversammlung dieser Kirche mit Wirkung zum 1. Oktober zum Hilfsprediger gewählt.

Am 11. November 1890 hielt er die Festpredigt anlässlich des 150-jährigen Bestehens der reformierten Kirche zu Mitau.

Am 30. November 1890 trat Alfred Geist gemeinsam mit Gustav Cleemann der literärisch-praktischen Bürgerverbindung bei.

Zu Neujahr spendete er regelmäßig zu wohltätigen Zwecken.

Am 26. Januar 1892 um 13 Uhr assistierte er bei der Einweihung der renovierten Friedhofskapelle.

Am Sonntag, dem 19. Septemberjul. / 1. Oktober 1893greg., wurde er alleiniger Pastor der Reformierten Kirche, als sechster reformierter Pastor Rigas. Er betrat gemeinsam mit seinem Vorgänger, Pastor August Iken, und Pastor Kurnatowski aus Mitau die Kirche und betete kurz am Altar. Dann stellte sich Geist zwischen die Vorsteher der Gemeinde. Iken hielt die Einführungsrede zu den Worten Jesu an Petrus: „Simon Johanna, hast Du mich lieb?“ (Joh 21,15-17 ). Kurnatowski begrüßte ihn in der Pastorenschaft. Geist predigte dann über 1 Kor 11,3 . Am Ende gratulierte ihm die Gemeinde.

Als Pastor der Reformierten Kirche Rigas bemühte sich besonders Alfred Geist erfolgreich um die innerevangelische Ökumene mit den Rigaer Lutheranern unter Wahrung der jeweils eigenen, gegenseitig respektierten Identität. Außer um seine Rigaer Gemeinde machte sich Geist um die Reformierte Kirche ganz Russlands verdient. So brachte er den Zusammenschluss der wenigen, im ganzen Land verstreuten evangelisch-reformierten Pastoren auf den Weg und bemühte sich auch weiter um diesen Verbund.

Am 1. Dezemberjul. / 13. Dezember 1899greg. heiratete er in Riga Martha Ottilie Wagner (* 1862).

Um 1903 bat die Rigasche Reformierte Gemeinde das Generalkonsistorium in Sankt Petersburg, auch das reformierte geistliche Mitglied des livländischen Konsistoriums, nämlich Geist, an seinen Sitzungen teilnehmen zu lassen. Das Gesuch wurde an das Innenministerium weitergeleitet. Erst im Februar 1906 kam die entsprechende Erlaubnis, so dass Geist Anfang März 1906 erstmals an einer solchen Sitzung teilnehmen konnte.

Geist war Präses des Evangelischen Jünglingsvereins zu Riga.

In den Jahren 1907 bis 1911 hielt er alljährlich Ansprachen anlässlich des Geburtstags des deutschen Kaisers Wilhelm II. bei der reichsdeutschen Kolonie.

Am 29. Januar 1909 explodierte die Petroleumküche seines Hauses. Seine Köchin, Marie Oseedataj, erlitt dabei lebensgefährliche Brandverletzungen an Armen, Gesicht und Brust.

Am 5. Dezember 1912 trat er in den Vorstand der deutschen Kinderfürsorge des St. Johannisvereins, Abteilung Riga, ein.

Am 19. März 1914 wurde er auf der reich besuchten Vorstandssitzung der Ortsgruppe Riga des Deutschen Vereins, in dem alle Deutsch-Balten Livlands zusammengeschlossen waren, einstimmig zu deren Präses gewählt.

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