Alexandru Bulucz (* 1987 in Alba Iulia, Sozialistische Republik Rumänien) ist ein deutscher Lyriker, Literaturkritiker, Übersetzer und Herausgeber.
Alexandru Bulucz wuchs in Alba Iulia auf und emigrierte mit seiner Mutter und seiner Schwester im Jahr 2000 nach Deutschland. Er hatte Aufenthalte in Aschaffenburg und Bad Sooden-Allendorf, wo er im dortigen Sportinternat im Jahr 2008 seine Hochschulreife erlangte. 2008 nahm er das Magisterstudium der Germanistik und der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main u. a. bei Werner Hamacher auf, das er 2016 abschloss.
Seit 2013 veröffentlicht er regelmäßig Lyrik in Literaturzeitschriften und Anthologien sowie Artikel und Rezensionen in Onlinefeuilletons, Print und Rundfunk. 2015 gründete er die philosophische Gesprächsreihe Einsichten im Dialog in der Edition Faust. Der erste Band der Reihe war Sterbliche Gedanken, ein Gespräch mit dem Philosophen Dieter Henrich. Er übersetzte unter anderem Jean-Luc Nancy aus dem Französischen und Alexandru Vona, Eugène Ionesco, Moni Stănilă und Andra Rotaru aus dem Rumänischen ins Deutsche. Sein Lyrikdebüt erschien 2016. Seine Lyrik wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Seit 2020 ist er Autor im Schöffling-Verlag. Er war bis April 2024 langjähriger Redakteur des Onlinemagazins Faust-Kultur, für das er seit 2013 schrieb. Seit 2017 bespricht er lyrische Neuerscheinungen für den „Büchermarkt“ des Deutschlandfunk.
Bulucz ist Mitgründer des PEN Berlin und ist bis November 2024 zweieinhalb Jahre dessen Vorstandsmitglied gewesen.
Bulucz lebt und arbeitet in Berlin.
2026 Eichendorff-Literaturpreis für sein bisheriges Werk
2025 Anna-Vandenhoeck-Gastdozentur für Literaturkritik der Georg-August-Universität Göttingen
2024 Hölty-Preis für Lyrik der Landeshauptstadt und der Sparkasse Hannover für sein bisheriges Werk
2024 Horst Bingel-Preis für Literatur für sein bisheriges Werk zu gleichen Teilen mit Björn Kuhligk und Katja Petrowskaja
2022 Deutschlandfunk-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Preis für die Erzählung "Einige Landesgrenzen weiter östlich, von hier aus gesehen"
2019 Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis beim Literarischen März
Alexandru Bulucz: Über Leben und Literatur. Texte 2013 bis 2025 ; Rezensionen, Interviews, sonstige Essayistik; Berlin (Gans Verlag) 2025.
Alexandru Bulucz: "Es drängt dich zu schreiben, als ob du mit dem Leben im Rückstand wärst". Annäherung an René Char (Reihe "Zwiesprachen" der Stiftung Lyrik Kabinett München), hrsg. v. Holger Pils, Heidelberg (Das Wunderhorn) 2025.
Alexandru Bulucz: Stundenholz. Gedichte, Frankfurt am Main (Schöffling & Co.) 2024, ISBN 978-3-89561-508-5
Alexandru Bulucz: was Petersilie über die Seele weiß. Gedichte, Frankfurt am Main (Schöffling & Co.) 2020.
Alexandru Bulucz: Aus sein auf uns. Gedichte, München (Lyrikedition 2000) 2016.
Stanisław Barańczak: Ethik und Poetik. Skizzen 1970–1978, aus dem Polnischen von Mateusz Gawlik und Jakub Gawlik, hrsg. von Alexandru Bulucz, Ewa Czerwiakowski und Michael Krüger, Frankfurt am Main (Edition Faust) 2023.
Werner Söllner: Schartige Lieder. Ausgewählte Gedichte, hrsg. von Susanne Söllner, Björn Jager, Nancy Hünger, Alexandru Bulucz, Frankfurt am Main (Edition Faust) 2021.