Alexander Kristoff (* 5. Juli 1987 in Oslo) ist ein norwegischer Radrennfahrer. Mit Mailand–Sanremo 2014 und der Flandern-Rundfahrt 2015 konnte er zwei Monumente des Radsports gewinnen. Außerdem wurde er im Jahr 2017 Straßenradsport-Europameister und Vize-Weltmeister. Im Jahr 2012 holte er die Bronzemedaille im olympischen Straßenrennen.
Kristoff ist der Sohn des Sportjournalisten Pål Thomassen und der Gynäkologin Anne Kristoff. Sein Stiefvater Stein Ørn war derjenige, der ihn für den Radsport begeisterte und ihn auch trainiert. Kristoff fuhr zunächst für den Stavanger Cycling Club und gewann im Jahr 2015 als Junior eine Etappe der Tour de Lorraine. Weiters wurde er im selben Jahr hinter Edvald Boasson Hagen norwegischer Junioren-Vizemeister im Einzelzeitfahren. Im Jahr 2016 wechselte der zum dänischen UCI Continental Team Glud & Marstrand Horsens.
Mit dem Jahr 2017 stieg Alexander Kristoff in die Klasse U23 auf und wechselte zum norwegischen UCI Continental Team Maxbo Bianchi (später Team Joker Bianchi). Im Juli zeigte er bei den norwegischen Meisterschaften auf, als er sich im Straßenrennen mit nur 19 Jahren gegen den mehrfachen Tour-de-France-Etappensieger Thor Hushovd durchsetzte und nationaler Meister der Elite wurde. In den Jahren 2008 und 2009 gewann Kristoff jeweils eine Etappe des Ringerike Grand Prix, ehe er im Jahr 2009 norwegischer U23-Meister im Straßenrennen wurde. Fünf Tage später holte er die Silbermedaille im Straßenrennen der Elite, wobei er sich im Zielsprint erneut gegenüber Thor Hushovd durchsetzte.
Im Jahr 2010 erhielt Alexander Kristoff einen Vertrag beim US-amerikanischen UCI WorldTeam BMC Racing. In seiner zweiten Saison gab er sein Grand-Tour-Debüt beim Giro d’Italia 2011, wo er den 157. Gesamtrang belegte. Seine beste Etappenplatzierung erzielte er auf dem leicht profilierten 8. Abschnitt, wo er den dritten Platz belegte. Im Anschluss wurde er zum zweiten Mal norwegischer Meister im Straßenrennen.
Nach zwei Jahren wechselte Alexander Kristoff im Alter von 24 Jahren zum russischen UCI WorldTeam Katusha. Im Frühjahr gewann er einen Abschnitt der Drei Tage von De Panne und setzte sich zudem in der Punktewertung der belgischen Rundfahrt durch. Bei seinem zweiten Giro d’Italia verpasste er mit zwei zeiten Plätzen nur knapp einen Etappensieg, wobei er sich beide Male im Sprint dem Briten Mark Cavendish geschlagen geben musste. Nach Platz drei bei den norwegischen Meisterschaften, wurde Alexander Kristoff für das Straßenrennen bei den Olympischen Spielen von London nominiert. Hinter den beiden Ausreißern Alexander Winokurow und Rigoberto Urán setzte er sich im Sprint um den dritten Platz durch und holte somit im Alter von 25 Jahren die Bronzemedaille. Nach seinem bis dahin größten Erfolg, gewann er eine Etappe und die Punktewertung der Dänemark-Rundfahrt, sowie die Nachwuchswertung der World Ports Classic.
Im Jahr 2013 wiederholte Kristoff seine Erfolge bei den Drei Tage von De Panne, ehe er als Vierter die erste größere Gruppe über den Zielstrich der Flandern-Rundfahrt führte. Sowohl bei Mailand–Sanremo als auch bei Paris–Roubaix fuhr er ebenfalls in die Top 10 und zeigte somit mit seinen Fähigkeiten bei den großen Eintagesrennen auf. Nach drei Etappensiegen bei der Tour of Norway, war Alexander Kristoff im Juni erstmals auf einem Abschnitt der UCI WorldTour erfolgreich, als er die 5. Etappe der Tour de Suisse gewann. Nach Platz zwei im Straßenrennen der norwegischen Meisterschaften, ging Kristoff erstmals bei der Tour de France an den Start und musste sich beim Auftakt auf Korsika nur dem Deutschen Marcel Kittel geschlagen geben. Nachdem er fünf weitere Massensprints in den Top 10 beendet hatte, belegte er schlussendlich den 147. Gesamtrang. Am Ende der Saison gewann er eine Etappe der Tour des Fjords.
Im März der Saison 2014 gewann Alexander Kristoff im Alter von 26 Jahren das Radsport Monument Mailand–Sanremo, als er sich im Sprint einer 25-köpfigen Spitzengruppe vor Fabian Cancellara und Ben Swift durchsetzte. Danach wurde er Fünfter der Flandern-Rundfahrt und gewann Eschborn–Frankfurt im Sprint einer größeren Gruppe. Im Anschluss bestritt er in seiner Heimat die Tour of Norway und Tour des Fjords, wobei er bei Ersterer eine Etappe gewann. Bei der Tour des Fjords hingegen entschied er gleich drei der fünf Abschnitte für sich und gewann neben der Punktewertung erstmals in seiner Karriere die Gesamtwertung einer Rundfahrt. Bei der Tour de France 2014 musste er sich zunächst zweimal als Zweiter geschlagen geben, ehe er die 12. und 15. Etappe im Sprint gewann. Schlussendlich belegte er auch auf der Champs Élysées den zweiten Etappenrang und wurde hinter Peter Sagan Zweiter der Punktewertung. Am Ende der Saison gewann Kristoff zwei Etappen und die Punktewertung des Arctic Race of Norway, sowie die Cyclassics Hamburg.
Im Jahr 2015 stieg Alexander Kristoff endgültig zu einem der besten Klassiker-Fahrer auf. Zu Beginn der Saison gewann er drei Etappen der Katar-Rundfahrt und eine Etappe der Oman-Rundfahrt. Nachdem er sich bei Kuurne–Brüssel–Kuurne nur dem Briten Mark Cavendish geschlagen geben hatte müssen, feierte er einen weiteren Etappensieg bei Paris–Nizza. Bei Mailand–Sanremo konnte der zwischenzeitlich 27-jährige Norweger seinen Vorjahressieg zwar nicht wiederholen, stand jedoch hinter John Degenkolb als Zweiter erneut auf dem Podium. Nach den Plätzen vier und neun bei E3 Harelbeke und Gent–Wevelgem, dominierte Kristoff die Drei Tage von De Panne, indem er drei der vier Abschnitte gewann und sich souverän in der Gesamtwertung und Punktewertung durchsetzte. Sein größter Saison-Erfolg gelang ihm jedoch im April, als er mit der Flandern-Rundfahrt bei einem weiteren Monument des Radsports triumphierte. Diesmal setzte er sich im Zwei-Mann-Sprint gegenüber dem Niederländer Niki Terpstra durch, nachdem sich die beiden rund 26 Kilometer vor dem Ziel im Anstieg des Kruisberg abgesetzt hatten. Kristoff war zugleich der erste norwegische Sieger bei der Flandern-Rundfahrt. Nachdem er auch den Scheldeprijs gewonnen hatte, galt Alexander Kristoff als Mitfavorit bei Paris–Roubaix belegte jedoch nur den zehnten Rang. Zudem wurde er für sein Verhalten kritisiert, da er gemeinsam mit anderen Fahrern einen Bahnübergang überquerte, obwohl sich der Schranken aufgrund eines herannahenden Zuges bereits geschlossen hatte. Im Mai gewann Kristoff insgesamt fünf Etappen bei der Tour of Norway und Tour des Fjords, wobei er sich in der Punktewertung beider Rennen durchsetzte. In Vorbereitung auf die Tour de France war er beim Grossen Preis des Kantons Aargau erfolgreich, ehe er erneut eine Etappe der Tour de Suisse gewann. Nachdem er bei der Frankreich-Rundfahrt ohne Etappensieg geblieben war, sicherte sich Kristoff eine Etappe und die Punktewertung des Arctic Race of Norway, ehe er im Vorfeld der Straßenradsport-Weltmeisterschaften mit mehreren Top-Resultaten bei den größeren Eintagesrennen aufzeigte. So stand er bei den Cyclassics Hamburg und dem Grand Prix Cycliste de Québec auf dem Podest und gewann dazwischen die Bretagne Classic Ouest-France. Bei den Weltmeisterschaften in Richmond verpasste er als Vierter nur knapp eine Medaille.
In der Saison 2016 gab Alexander Kristoff sein Debüt erneut im Nahen Osten und gewann bei der Katar-Rundfahrt und Oman-Rundfahrt insgesamt fünf Etappen. Bei Kuurne–Brüssel–Kuurne wurde er erneut Zweiter, ehe er bei Mailand–Sanremo und der Flandern-Rundfahrt in die Top 10 fuhr. Neben seinem zweiten Sieg bei Eschborn–Frankfurt sicherte er sich im Frühjahr jeweils einen Etappensieg bei den Drei Tage von De Panne und der Kalifornien-Rundfahrt. Nach Platz zwei im Straßenrennen der norwegischen Meisterschaften verpasste Kristoff erneut einen Etappensieg bei der Tour de France, wobei er zweimal Etappenzweiter wurde. Seine letzten Saisonerfolge feierte er in seiner Heimat Norwegen, wo er im Rahmen des Arctic Race of Norway und der Tour des Fjords vier Etappen gewann und bei Letzterer auch die Punktewertung und Gesamtwertung für sich entschied. Bei den flachen Straßenradsport-Weltmeisterschaften von Doha belegte er im Sprint des Straßenrennens den siebten Rang.