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Alex Ferguson

Schottischer Fußballspieler und -trainer

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Sir Alexander Chapman „Alex“ Ferguson, CBE (* 31. Dezember 1941 in Govan, Glasgow) ist ein ehemaliger schottischer Fußballspieler und -trainer. Mit 49 Titeln zählt Ferguson zu den erfolgreichsten Vereinstrainern der Fußballgeschichte. Nach einer wenig spektakulären Spielerkarriere in Schottland feierte er in den 1980er Jahren mit dem FC Aberdeen beachtliche Erfolge (u. a. 3-mal Meister, 4-mal Pokalsieger, Europapokal der Pokalsieger 1983), bevor er 1986 das Traineramt von Manchester United übernahm. Während der folgenden 26 Jahre (1.500 Pflichtspiele) formte Ferguson die Red Devils zu einer der besten und wirtschaftlich stärksten Vereinsmannschaften der Welt. Dabei setzte er konsequent auf die Förderung von Jugendspielern und zeichnete sich durch eine geschickte Transferpolitik aus. Fergusons legendärer Führungsstil kennzeichnete sich durch absolute Macht und Kontrolle innerhalb der Vereinsstrukturen. Von seinen Spielern verlangte er Disziplin und galt als geschickter Motivator, der auch durch sein Verhalten immer wieder Einfluss auf das Spielgeschehen nahm. Besondere Berühmtheit erlangte die „Fergie Time“, da Manchester häufig in der Nachspielzeit entscheidende Tore erzielte. Bis zum Ende seiner Trainerkarriere im Mai 2013 gewann er mit Manchester 38 offizielle Titel und machte den Klub zum englischen Rekordmeister. Unter Ferguson gewann United u. a. 13-mal die Meisterschaft, 4-mal den FA Cup, 2-mal die UEFA Champions League (1999, 2008) und den Weltpokal (1999). Für seine Verdienste wurde Ferguson im Jahr 1999 geadelt und trägt seitdem die Anrede „Sir.“

Alexander Chapman Ferguson wurde am 31. Dezember 1941 in Glasgow geboren. Seine Eltern führten in der damals noch stark auf konfessionelle Zugehörigkeiten geprägten Region, eine der seltenen interkonfessionellen Ehen: Vater Alexander Beaton war Katholik, Mutter Elizabeth und die beiden gemeinsamen Söhne hingegen Protestanten. Die Familie bewohnte eine der typischen Mietskasernen im wenig beschaulichen Arbeiterviertel Govan, einem Zentrum für Schiffbau am Fluss Clyde und auch der Vater war Werftarbeiter. Somit wuchsen „Alec“ und sein jüngerer Bruder Martin (* 1942) als Arbeiterkinder in einem rauen Umfeld auf. Während der entbehrungsreichen Nachkriegszeit nahm der Fußball früh eine wichtige Rolle ein. Entweder spielten sie auf der Straße oder für die Mannschaften verschiedener Jugendorganisationen. Gemeinsam mit seinem Bruder besuchte Ferguson im nahen Ibrox Stadium die Heimspiele der Glasgow Rangers, dem protestantisch geprägten Klub der Stadt. Nach seinem Schulabschluss 1958 absolvierte Ferguson eine Lehre zum Werkzeugmacher und schloss sich dem Fußballklub Drumchapel Amateurs an. Seine einfache Herkunft hat dazu geführt, dass sich Ferguson in politischer Hinsicht als Sozialist bezeichnet. Beispielsweise engagierte er sich in seinem Betrieb gewerkschaftlich und zählte zu den finanziellen Unterstützern der Labour Party.

Fergusons Spielerkarriere begann 1957 mit der Unterzeichnung eines Amateurvertrags beim FC Queen’s Park, dem ältesten Fußballklub Schottlands. Der 16-Jährige galt als hoffnungsvoller Nachwuchsstürmer, kam jedoch trotz ansprechender Leistungen nur sporadisch zu Einsätzen in der Scottish Division Two (15 Tore in 31 Ligaspielen). Um mehr Spielpraxis zu bekommen, wechselte er 1960 zum FC St. Johnstone. Da er weiterhin seinem Beruf als Werkzeugmacher nachging, musste Ferguson zu den Trainingseinheiten nach Perth pendeln. Doch auch bei seinem neuen Klub spielte Ferguson nur eine Nebenrolle und konnte sich nicht als Stammspieler durchsetzen. Nach einer Verletzungspause wurde er sogar in die Reservemannschaft versetzt, weshalb er mehrfach um einen Transfer bat und zeitweise sogar eine Auswanderung nach Kanada in Erwägung zog. Der FC St. Johnstone war eine Fahrstuhlmannschaft, dem zur Saison 1963/64 der direkte Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse (Scottish Division One) gelang. Ausgerechnet der 3:2-Auswärtssieg über die Glasgow Rangers am 23. Dezember 1963 brachte die Wende für Ferguson, der einen Hattrick erzielt hatte, weshalb er die Partie in seiner Autobiographie als „das wichtigste Spiel meines Lebens“ bezeichnet.

Erst im Sommer 1964 nahm Fergusons Karriere Fahrt auf. Er wechselte zu Dunfermline Athletic und wurde Vollzeit-Profi (Wochengehalt: 28 £), weshalb er seine Anstellung als Werkzeugmacher kündigte. In der Saison 1964/65 belegte er mit Dunfermline den dritten Platz und erreichte das FA Cupfinale (2:3-Niederlage gegen Celtic Glasgow). Trainer Willie Cunningham hatte allerdings im Endspiel auf Ferguson verzichtet. Die folgende Spielzeit (1965/66) war seine beste und Ferguson entwickelte sich zu einem Torjäger, der mit 31 Treffern schottischer Torschützenkönig wurde (zusammen mit Joe McBride).

Die Glasgow Rangers waren auf Ferguson aufmerksam geworden und verpflichteten ihn 1967 für die damalige schottische Rekordablöse von 65.000 £. Die erste Saison beendeten sie mit zwei Punkten Rückstand auf den Erzrivalen Celtic auf dem zweiten Tabellenplatz in der Liga. Im Pokal schied man im Viertelfinale gegen den späteren Finalisten Heart of Midlothian aus, nach einem 1:1 im regulären Spiel ging das Wiederholungsspiel 0:1 verloren. Die Ligasaison 1968/69 endete für die Rangers ähnlich wie die vorherige: Wieder wurde man hinter Celtic Glasgow Vizemeister. Im Pokal unterlagen die Rangers im Finale im Old Firm Celtic Glasgow mit 0:4. Alex Ferguson wurde anschließend für das frühe Führungstor Celtics in der dritten Minute durch Kapitän Billy McNeill verantwortlich gemacht, da er für dessen Deckung zuständig gewesen war. Daraufhin absolvierte er kein Spiel mehr für die erste Mannschaft der Rangers und wurde nur noch in der Reserve eingesetzt.

Im November 1969 wechselte er zum FC Falkirk, wo er als Spielertrainer aktiv sein sollte. Als John Prentice Trainer von Falkirk wurde, weigerte er sich jedoch, Ferguson als gleichberechtigten Trainer neben sich zu akzeptieren, weshalb Ferguson den Verein verließ und sich Ayr United anschloss, wo er seine Karriere beendete.

Im Alter von 32 Jahren schlug Alex Ferguson die Trainerlaufbahn ein und übernahm im Juli 1974 den FC East Stirlingshire. Der Klub aus Falkirk spielte in der Division Two und das Wochengehalt für die Teilzeit-Anstellung lag bei 40 £. Zum Zeitpunkt der Übernahme standen lediglich acht registrierte Spieler im Kader und kein Torwart. Fergusons erstes Pflichtspiel als Trainer war ein 3:3 gegen Forfar Athletic am 10. August 1974 im Scottish League Cup. Schon damals zeichnete sich seine Teamführung vor allem durch das Einfordern totaler Disziplin aus und der Stürmer Bobby McCulley erinnerte sich später an seinen Trainer: „Er hat uns Angst gemacht. Alles war auf seine Ziele ausgerichtet.“ Trotz der widrigen Umstände und eines bescheidenen Transferbudgets von nur 2.000 £ stellte Ferguson eine wettbewerbsfähige Mannschaft zusammen. Shire gewann neun von 17 Spielen und nach nur dreieinhalb Monaten wechselte Ferguson zum Ligakonkurrenten FC St. Mirren, bei dem er bessere Voraussetzungen vorfand.

Neben der Leidenschaft für den Fußball entwickelte Ferguson früh Geschäftssinn. Um das bescheidene Einkommen als Trainer aufzubessern, erwarb er die Lizenz für einen Pub in Govan (Fergie’s), den er gemeinsam mit seinem Vater und Bruder führte. Seine Erfahrungen als Pub-Betreiber bewertet Ferguson positiv:

Ab dem 21. Oktober 1974 trainierte Ferguson den FC St. Mirren aus Paisley. Gleich in seiner Premierensaison (1974/75) gelang ihm als Sechster die Qualifikation für die Scottish First Division, die nach einer Liga-Reform als zweithöchste Spielklasse eingeführt wurde. Ferguson war ein unerbittlicher Charakter, der mit seiner Arbeitswut die Professionalisierung der Klub-Strukturen vorantrieb und auf hungrige Nachwuchsspieler wie Billy Stark, Tony Fitzpatrick oder Frank McGarvey setzte. Er formte aus dem wenig aufregenden Vorstadtverein einen angriffslustigen Aufstiegskandidaten, der durch aggressives Pressing und intensiven Vertikalfußball überzeugte. Nach einer starken Saison, mit nur zwei Niederlagen und einem Torverhältnis von 91:38, gelang ihnen 1976/77 als Zweitliga-Meister der Aufstieg in die Premier Division. Das Durchschnittsalter der Saints lag bei 19 Jahren und schon früh deutete sich sein faszinierendes Talent an, das Potential junger Nachwuchsspieler zu erkennen und sie erfolgreich in die Profimannschaft zu integrieren. Die positive Entwicklung an der Love Street setzte sich fort und der Aufsteiger war 1977/78 auf dem besten Weg, den Klassenerhalt perfekt zu machen. Doch trotz dieser äußerst erfolgreichen Zeit wurde Ferguson am 31. Mai 1978 von Präsident Willie Todd vorzeitig entlassen, der gar öffentlich erklärte, seinem Trainer fehle es an allen Fähigkeiten, um auf dem höchsten Niveau eine Fußballmannschaft trainieren zu können. Die Mannschaft lag zu diesem Zeitpunkt auf Tabellenplatz acht. Dreißig Jahre später gab Todd gegenüber The Guardian allerdings zu, dass die Entlassung keinerlei sportliche Gründe hatte – sondern dass er Ferguson gefeuert habe, weil dieser bereits in Verhandlungen mit dem FC Aberdeen gewesen sei.

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