Aleš Březina (* 17. September 1965 in Teplice, Tschechoslowakei) ist ein tschechischer Komponist und Musikwissenschaftler. Er ist Direktor des Bohuslav-Martinů-Instituts.
Březina studierte Musik (Hauptfach Violine) am Konservatorium Pilsen sowie Musikwissenschaft an der Karls-Universität Prag, an der Universität Basel sowie in Berlin. Seinen musikwissenschaftlichen Schwerpunkt verlegte er auf Bohuslav Martinů (1890–1959), über den er mehrere Studien schrieb. Seit 1994 ist er Direktor des Bohuslav-Martinů-Instituts in Prag. Er leitet die kritische Gesamtausgabe von Martinůs Werken und hat kritische Ausgaben mehrerer seiner Kompositionen vorbereitet. Aus verstreuten Fragmenten rekonstruierte er die Originalfassung von Martinůs Oper The Greek Passion, die bei den Bregenzer Festspielen 1999 ihre Weltpremiere erlebte.
Březina schrieb mehrere Filmmusiken, unter anderem für Ich habe den englischen König bedient des Regisseurs Jiří Menzel, für das Filmdrama Wir müssen zusammenhalten von Jan Hřebejk und für Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern von Dagmar Knöpfel. Für die Musik zum Film Kawasaki's Rose, ebenfalls von Hřebejk, wurde er 2010 für den Europäischen Filmpreis nominiert. Außerdem komponierte er die Kammeroper Toufar über das Leben von Josef Toufar, sowie das Singspiel Charlotte: A Tri-Coloured Play with Music über Leben und Werk von Charlotte Salomon, die 1943 im KZ Auschwitz ermordet wurde. Seine Oper Zítra se bude... („Morgen wird...“), mit der Altistin Soňa Červená in der Hauptrolle, behandelt den Schauprozess gegen Milada Horáková (1901–1950) und wurde 2010 von Jan Hřebejk verfilmt. Gemeinsam mit Dietfried Bernet übersetzte er das Libretto von Martinůs tschechischer Oper Julietta ins Deutsche.
Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Filmmusik für Kawasakiho růže (Kawasaki’s Rose): Nominierung für den Europäischen Filmpreis, 2010.
Drei Nominierungen für den Tschechischen Löwen, Beste Musik: Horem pádem (Up and down), 2004; Líbánky, 2014; Milada, 2017.
Zítra se bude... , Oper. Uraufführung 2008 am Kolowrat-Theater, Prag.
Toufar, Oper. Uraufführung 2009 im Prager Nationaltheater unter der Regie von Petr Zelenka.
1914 – Szenische Aufführung mit Motiven aus Jaroslav Hašeks Der brave Soldat Schwejk und Karl Kraus’ Die letzten Tage der Menschheit. Premiere 2014, Regie: Robert Wilson.
Requiem für Kinderchor, Soli und Orchester
Agnus Dei für drei Kontratenöre und Streichquintett
A-ha!, Melodrama für Soňa Červená
Reperkuse, Zyklus für Klavier bzw. Cembalo
Charlotte: A Tri-Coloured Play with Music. Singspiel, Libretto: Alon Nashman. Uraufführung 2019.
2004: Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern
2006: Ich habe den englischen König bedient (Obsluhoval jsem anglického krále)
2017: Der arme Teufel und das Glück (Nejlepsí prítel)
2000: Wir müssen zusammenhalten (Musíme si pomáhat)