An diesem Tag

Albrecht I. (Brandenburg)

Erster Markgraf von Brandenburg, Herzog von Sachsen; Begründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt (ca. 1100–1170)

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Albrecht I. von Brandenburg (besser bekannt als Albrecht der Bär; urkundlich ausschließlich Adalbert; * um 1100; † 18. November 1170) aus dem Haus Askanien war Graf von Ballenstedt und Orlamünde, Markgraf der Lausitz (1123–31), Markgraf der Nordmark (1134–1157), Herzog von Sachsen (1138–1142) und der erste Markgraf in Brandenburg (1150, 1157–1170).

Er war einer der bedeutendsten mitteldeutschen Fürsten seiner Zeit und gilt als Begründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt.

Albrecht war ein Sohn von Graf Otto von Ballenstedt, dieser war 1112 kurzzeitig Herzog von Sachsen. Seine Mutter Eilika war eine Tochter des mächtigen Billungerherzogs Magnus von Sachsen und Sophia, einer Tochter des ungarischen Königs Béla I. Sein Bruder Siegfried war Graf von Orlamünde.

Graf von Ballenstedt, Markgraf der Lausitz und der Nordmark

Nach dem Tod des Vaters 1123 übernahm Albrecht die Grafschaft Ballenstedt, die Gebiete vom Ostharz in der Gegend um Aschersleben bis zum Fluss Mulde umfasste.

In diesem Jahr wurde Albrecht von Herzog Lothar von Sachsen auch mit der Mark Lausitz (Niederlausitz) belehnt.

In dieser Zeit muss er schon erste Kontakte zum slawischen Hevellerfürsten Pribislaw in Brandenburg geknüpft haben, denn dieser wurde später als Taufpate von Albrechts Sohn Otto bezeichnet, der in dieser Zeit geboren wurde.

1131 erkannte ihm der spätere Kaiser Lothar III. den Titel eines Lausitzer Markgrafen wieder ab. In den Jahren 1132/1133 nahm Albrecht am Italienfeldzug Lothars teil.

1134 ernannte dieser ihn zum Markgrafen der Nordmark, eines Gebietes östlich der Elbe, das damals weitestgehend unter slawischer Herrschaft stand, wahrscheinlich von Pribislaw. Möglicherweise konnte er aber schon kleinere Gebiete westlich der Havel kontrollieren. Diese Übertragung beinhaltete den Anspruch auf eine Territorialherrschaft im gesamten Gebiet, die ihm schließlich 1150 und 1157 das Recht einräumte, die Markgrafschaft Brandenburg zu übernehmen

Um 1134 überließ der Kaiser dem Askanier zudem das thüringische Erbe über die Grafschaft Weimar-Orlamünde. Die Brakteaten seiner Grafschaft sind wahrscheinlich das früheste Zeugnis der Münzstätte Weimar.

Um 1138/40 war Albrecht an der Gründung des Prämonstratenserstifts in Leitzkau beteiligt, das zu seinem Herrschaftsgebiet der Nordmark gehörte. Er wurde dort Vogt und übernahm Schutzrechte.

Nach dem Tod Kaiser Lothars III. am 3. Dezember 1137 berief Kaiserin Richenza für den 2. Februar 1138 (Mariä Lichtmess) einen Fürstenkonvent nach Quedlinburg ein, um einen neuen römisch-deutschen König wählen zu lassen und um die Machtverhältnisse in Sachsen gemäß der Disposition des verstorbenen Kaisers zu regeln. Richenza favorisierte ihren Schwiegersohn, den Welfen Heinrich den Stolzen. Albrecht der Bär hatte über seine Mutter Eilika, die jüngere Erbtochter des vorvormaligen Herzogs von Sachsen, auch ein Erbfolgeanrecht auf das Herzogtum. Er hintertrieb die Wahl, indem er die für den Konvent angelegten Vorräte vernichten sowie in der Stadt plündern und brandschatzen ließ. Verabredungen mit den Staufern waren dieser Tat nicht vorausgegangen. Albrecht hatte die Haltung Friedrichs II. und Konrads vorhergeahnt und die Initiative ergriffen. Damit wurde Albrecht Steigbügelhalter für die am 7. März 1138 in Koblenz stattfindende Wahl Konrads von Hohenstaufen zum König.

Der um die Königswürde gebrachte Heinrich übergab dem neugewählten König zwar die Reichsinsignien, unterwarf sich diesem aber nicht. Vom jetzt ausbrechenden Krieg zwischen Staufern und Welfen, bei dem es in erster Linie um das Herzogtum Bayern ging, profitierte Albrecht, der als wichtigster antiwelfischer Parteigänger im norddeutschen Raum zeitweise eine entscheidende Rolle spielte. Um die Position der Welfen weiter zu schwächen, erkannte Konrad III. das Sukzessionsrecht Albrechts an und belehnte ihn mit dem Herzogtum Sachsen.

Mehrere sächsische Fürsten und Markgrafen aus der Anhängerschaft Heinrichs des Stolzen schlossen sich noch 1138 in einem Waffengang gegen Albrecht zusammen. Erste Kämpfe konnte Albrecht mit Unterstützung der Staufer gewinnen, doch schon Ende 1138 gelang es seinen Gegnern, die Bernburg im askanischen Land, auf der Albrechts Mutter Eilika residierte, niederzubrennen. Nach weiteren Niederlagen endete bereits 1139 Albrechts tatsächliche Macht in Sachsen, auch wenn er noch bis 1142 formal Herzog von Sachsen blieb; die Unterstützung der Staufer war nurmehr halbherzig, und einige ehemalige Parteigänger Albrechts wechselten in das Lager Heinrichs des Stolzen. Auf dem Frankfurter Reichstag im Mai 1142 wurde Heinrichs Sohn Heinrich der Löwe mit dem Herzogtum Sachsen belehnt. Nach des Königs Tod wurde 1152 Friedrich Barbarossa Herrscher im Reich; dieser unterstützte in der Folgezeit den Welfen Heinrich.

Politisch-Geografische Situation im Osten

Die Slawen zwischen Havel und Oder

Im Zuge der Völkerwanderungen verließen die Semnonen, ein Teilstamm der elbgermanischen Sueben, ab dem 3. und 4. Jahrhundert bis auf wenige Restgruppen ihre Heimat an Havel und Spree in Richtung Oberrhein und gingen in den späteren Schwaben auf. Im späten 6. und 7. Jahrhundert zogen in den vermutlich weitgehend siedlungsleeren Raum Slawen ein.

Östlich einer Linie der Flüsse Havel-Nuthe, im heutigen Barnim und im Ost-Teltow, siedelten die Sprewanen, die ihre Hauptburg am Zusammenfluss von Spree und Dahme im heutigen Berlin-Köpenick bildeten. Westlich der Flüsse, im Havelland und in der südlich angrenzenden Zauche, lebten die Heveller, die sich selbst Stodoranen nannten. Sie errichteten ihre Hauptburg auf der Brandenburg in Brandenburg an der Havel und unterhielten daneben mit dem Spandauer Burgwall eine weitere größere Burg als strategisch wichtigen Außenposten. Diese beiden Stämme im Gebiet der späteren Mark Brandenburg mussten sich nicht nur gegen die übermächtigen Feudalstaaten aus dem Westen wehren, sondern lagen gelegentlich auch untereinander und mit weiteren angrenzenden Slawenstämmen in oft kriegerischem Streit.

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