An diesem Tag

Alberto Contador

Spanischer Radrennfahrer

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Alberto Contador Velasco (* 6. Dezember 1982 in Madrid) ist ein ehemaliger spanischer Radrennfahrer. Er zählt zu den erfolgreichsten Radsportlern der frühen 2000er Jahre und konnte als fünfter Fahrer alle drei Grand Tours für sich entscheiden. Er gewann die Tour de France (2007, 2009) und den Giro d’Italia (2008, 2015) zweimal und setzte sich dreimal bei der Vuelta a España (2008, 2012, 2014) durch.

2010 wurde er wegen Dopings gesperrt. Diese trat durch den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) im Februar 2012 rückwirkend für zwei Jahre in Kraft (von August 2010 bis August 2012). Gleichzeitig wurden Contador sämtliche Erfolge seit dem positiven Dopingbefund offiziell aberkannt. Darunter die Gesamtsiege der Tour de France 2010 sowie des Giro d’Italia 2011.

Alberto Contador wurde am 6. Dezember 1982 in Madrid geboren. Er war das dritte von vier Kindern. Neben einem älteren Bruder und einer jüngeren Schwester hat er einen jüngeren Bruder, der mit Cerebralparese zur Welt kam. In jungen Jahren war Alberto Contador im Fußball und in der Leichtathletik aktiv, ehe er durch seinen älteren Bruder Francisco Javier zum Radsport kam. Dieser hatte von seinen Eltern aufgrund seiner guten Schulnoten ein Fahrrad der Marke Orbea bekommen, das Alberto Contador später erbte. Im Alter von 14 Jahren begann er regelmäßig nach der Schule zu trainieren, ehe er ein Jahr später dem lokalen Radsportverein Unión Ciclista de Pinto beitrat. Mit 16 Jahren wechselte er zum Real Velo Club Portillo, wo er vermehrt an Wettkämpfen teilnahm und mit seinen Fähigkeiten in den Bergen aufzeigte. Bald wurde er aufgrund seiner Fahrweise mit der italienischen Radsport-Ikone Marco Pantani verglichen.

Mit 17 Jahren brach Alberto Contador die Schule ohne Bachillerato ab und konzentrierte sich ganz auf den Radsport. In seinem zweiten Jahr als Junior feierte er seine ersten Siege auf nationaler Ebene, wurde jedoch nicht für die Straßenradsport-Weltmeisterschaften des Jahres 2000 in Plouay nominiert. Mit dem Aufstieg in die Klasse U23 zog Alberto Contador nach Azpeitia und schloss sich mit 19 Jahren der baskischen Iberdrola-Mannschaft an. Diese fungierte als Amateurteam der ONCE-Mannschaft. Als Amateur konnte er weitere Erfolge einfahren. So gewann Contador das Gorla-Bergrennen (Subida a Gorla) in Rekordzeit und sicherte sich als Dritter die Bronzemedaille der spanischen U23-Zeitfahrmeisterschaft. Im Jahr 2002 ging er für die Würth-Mannschaft an den Start, die als offizielles Nachwuchsteam der ONCE-Mannschaft vom gemeinsamen Teamchef Manolo Saiz geführt wurde. Alberto Contador ging nun auch bei internationalen Wettkämpfen an den Start und gewann im Frühjahr die Nachwuchswertung der Tour de Bretagne. Weiters wurde er in jenem Jahr spanischer Zeitfahrmeister der Klasse U23.

Aufgrund seiner Leistungen erhielt Alberto Contador im Jahr 2003 mit 20 Jahren einen Profivertrag bei der spanischen ONCE-Mannschaft. In seiner ersten Saison bestritt er bereits 60 Renntage, wobei er die meisten davon in Spanien absolvierte. Im Mai zeigte er mit dem vierten Gesamtrang bei der Vuelta a Castilla y León auf, ehe er am Ende der Saison seinen ersten Sieg als Profi bei der Polen-Rundfahrt feierte. Dabei setzte er sich im 19 Kilometer langen Einzelzeitfahren der letzten Etappe vor dem Polen Cezary Zamana durch.

Im Jahr 2004 ging die spanische Mannschaft unter dem neuen Namen Liberty Seguros an den Start. Im März nahm Alberto Contador bei Paris–Nizza teil, ehe er im April die Bergwertung der Vuelta a Aragón gewann. Daraufhin stellte ihm seine Mannschaft eine potenzielle Kapitänsrolle bei der Tour de France in Aussicht.

Epileptischer Anfall und Comeback

Im Mai 2004 ging Alberto Contador bei der Vuelta a Asturias an den Start, obwohl er bereits an den Tagen zuvor unter starken Kopfschmerzen gelitten hatte. Einen Tag vor dem Start der Rundfahrt absolvierte er das Eintagesrennen Subida al Naranco nach eigenen Angaben ohne größere Schwierigkeiten, wobei er das Rennen nicht zu Ende fuhr. Am 12. Mai erlitt Alberto Contador jedoch während des ersten regulären Abschnitts der Vuelta a Asturias einen Epileptischen Anfall und kam infolgedessen nach rund 40 Kilometern zu Sturz. Ohnmächtig schlug er mit dem Kiefer auf dem Asphalt auf, ehe ihm aufgrund von Atemwegsverengungen und Krampfanfällen ein Guedel-Tubus von den anwesenden Ärzten eingesetzt werden musste. Im Anschluss wurde er ins Hospital General de Asturias in Oviedo gebracht, wo unter anderem auch ein gebrochener Wangenknochen und ein Schädeltrauma diagnostiziert wurden. Weiters musste Contador aufgrund eines Blutgerinnsels im Kopf zur weiteren Beobachtung im Krankenhaus bleiben.

Wenige Tage nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen worden war, folgte am 28. Mai in seinem Elternhaus ein weiterer Anfall. Im Ramón y Cajal-Krankenhaus von Madrid wurde er am 11. Juni aufgrund eines Hirnkavernoms operiert, wobei der Eingriff fünf Stunden dauerte. Dem erst 21-jährigen Spanier wurden zwei Titanplatten und 70 Klammern eingesetzt, die eine dauerhafte Narbe in Form eines großen Stirnbands hinterließen. Während seiner Rehabilitation fand Alberto Contador nach eigener Aussage Trost in einer Lektüre des US-Amerikaners Lance Armstrong, der nach einer überstandenen Krebserkrankung sieben Gesamtsiege bei der Tour de France feierte. Sieben Monate nach der Diagnose begann er am 17. Dezember wieder mit dem Training.

Im Jahr 2005 startete Alberto Contador bereits im Januar bei der Tour Down Under in seine Comeback-Saison. Er gewann die Bergankunft am Willunga Hill und führte dabei einen Vierfach-Sieg des Liberty Seguros-Würth Team an. Der Gesamtsieg ging an seinen Teamkollegen Luis León Sánchez, der seinem jüngeren Landsmann den Etappensieg überließ. Im März feierte er bei der Setmana Catalana seinen ersten Rundfahrtsieg, wobei er den Grundstein dafür mit einem Etappensieg auf dem Coll de Pal legte. Kurz darauf war er erstmals bei einem Rennen der UCI ProTour erfolgreich, als er das Abschlusszeitfahren der Baskenland-Rundfahrt für sich entschied. In der Gesamtwertung belegte er hinter den beiden Italienern Danilo Di Luca und Davide Rebellin den dritten Rang. Nachdem er auch einen Abschnitt der Tour de Romandie gewonnen hatte, wurde Alberto Contador im Alter von 22 Jahren erstmals für die Tour de France nominiert. Beim siebten und letzten Tour-Sieg von Lance Armstrong belegte der junge Spanier mit einem Rückstand von mehr als einer Stunde den 31. Gesamtrang und wurde Dritter der Nachwuchswertung. Am Ende der Saison ging Alberto Contador auch bei der Deutschland Tour an den Start.

2006: Ermittlungen im Zuge der Operación Puerto

Im Jahr 2006 zeigte Alberto Contador auch weiterhin mit guten Resultaten auf, wobei er seinen ersten Saisonsieg erst im April bei der Tour de Romandie feierte. Kurz darauf geriet seine Mannschaft, das Liberty Seguros-Würth Team, jedoch in die Ermittlungen eines Dopingskandals, der durch ein Interview des ehemaligen Radprofis Jesús Manzano im Jahr 2004 ausgelöst worden war. Am 23. Mai wurden daraufhin im Zuge der Operacion Puerto mehrere Mitarbeiter der Liberty Seguros-Würth Mannschaft festgenommen. Darunter waren auch der sportlichen Leiter Manolo Sainz und der Teamarzt Eufemiano Fuentes, bei dem im Zuge einer Hausdurchsuchung große Mengen an anabolen Steroiden, Blutbeutel und Maschinen zur Blutmanipulation und Bluttransfusion gefunden wurden. Weiters fand die Guardia Civil eine verschlüsselte Liste der Kunden des Arztes. Zwei Tage nach den Festnahmen zog sich der Versicherungskonzern Liberty Seguros als Sponsor zurück. Kurz darauf legte Manolo Sainz seine Ämter im Radsport zurück.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen wurde nun auch Alberto Contador als potentieller Kunde von Eufemiano Fuentes genannt. Ausschlaggebend dafür war ein Medikationsplan der Liberty-Seguros-Mannschaft, auf dem die Initialen A.C. aufschienen. Daneben befand sich die handschriftliche Notiz „Nada o igual a J.J.“ (nichts oder gleich wie J.J.). Später stellte sich heraus, dass es sich bei J.J. um Contadors Teamkollegen Jörg Jaksche handelte, der ein Jahr später ein umfassendes Dopinggeständnis ablegen sollte. Zunächst wirkte sich die Operacion Puerto jedoch nur bedingt auf die Saison von Alberto Contador aus, der in Vorbereitung auf die Tour de France einen Abschnitt der Tour de Suisse gewann.

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