An diesem Tag

Alberto Bigon

Italienischer Fußballspieler

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Alberto „Albertino“ Bigon (* 31. Oktober 1947 in Padua) ist ein ehemaliger italienischer Fußballspieler und späterer ‑trainer. Als Aktiver spielte er die meiste Zeit seiner Karriere für die AC Mailand, mit dem er italienischer Meister und Europapokalsieger wurde. Als Trainer arbeitete Bigon unter anderem für die SSC Neapel, mit dem er 1990 den Scudetto gewann und im Jahr danach auch in der Supercoppa Italiana siegreich war.

Alberto Bigon begann mit dem Fußballspielen im Jahre 1964 bei Calcio Padova in seiner Heimatstadt Padua im Norden Italiens. Bei Padova spielte er in den folgenden drei Jahren bis 1967 in der zweitklassigen Serie B. In dieser Zeit machte er insgesamt 64 Ligaspiele für den Verein, wobei dem Mittelfeldspieler vierzehn Treffer gelangen. Im Sommer 1967 verließ Bigon Calcio Padova und schloss sich der SSC Neapel an, wo er jedoch nicht richtig zum Zuge kam und nur wenige Monate darauf im November 1967 an SPAL Ferrara verkauft wurde. Im Trikot von SPAL kam Bigon in der Saison 1967/68 noch auf vierzehn Einsätze, konnte den Abstieg des Vereins allerdings nicht verhindern. In der Folgesaison in der Serie B war er Teil der Mannschaft von SPAL Ferrara, die den direkten Durchmarsch von der ersten in die dritte Liga vollzog, ein Vorkommnis, von dem sich der lombardische Verein bis heute nicht richtig erholt hat.

Zur Saison 1969/70 wechselte Alberto Bigon erneut den Verein und spielte fortan für die US Foggia. Mit den Süditalienern schaffte er bereits in seiner ersten Saison den Aufstieg in die Serie A, nachdem in der zweithöchsten Liga der zweite Platz hinter dem FC Varese und vor Catania Calcio belegt wurde. Nach dem Aufstieg in die Serie A konnte sich Foggia in dieser nicht richtig etablieren und musste schon nach einer Saison wieder den Abstieg hinnehmen, woran auch das Mitwirken von Alberto Bigon, der in der Saison 1970/71 28 von dreißig möglichen Ligapartien absolvierte, nichts änderte. Nach dem Abstieg mit Foggia verlängerte sich der Vertrag von Alberto Bigon nicht und er ging in die Lombardei zur AC Mailand.

Bei der AC Mailand konnte sich Alberto Bigon trotz großer Konkurrenz auch auf seiner Position durchsetzen und avancierte zum Stammspieler. In einer Mannschaft mit Spielern wie Gianni Rivera, Angelo Anquilletti oder Roberto Rosato gewann Bigon mit Milan in der Saison 1972/73 durch einen 1:0-Endspielsieg gegen den englischen Vertreter Leeds United im griechischen Thessaloniki den Europapokal der Pokalsieger, nachdem zuvor unter anderem Legia Warschau, Spartak Moskau und Sparta Prag besiegt wurden. Weiterhin gewann Bigon als Spieler des AC Mailand in den Jahren 1972, 1973 und 1977 dreimal die Coppa Italia, den italienischen Fußballpokal. Zwei Jahre nach dem letzten Pokalsieg konnte Alberto Bigon indes seinen größten Erfolg als Rossoneri feiern, als man in der Serie A 1978/79 den ersten Rang mit drei Punkten Vorsprung auf den Überraschungsvizemeister AC Perugia belegte und sich zum ersten Mal seit 1968 wieder zum italienischen Meister krönte. Doch der Erfolg der AC Mailand währte nicht lange. Als amtierender Meister musste man 1980 in die Serie B zwangsabsteigen, nachdem der Verein in den Totonero-Skandal, den ersten großen italienischen Fußballwettskandal, verwickelt war. Mitabsteiger war auch Lazio Rom, das als Hauptverdächtiger in diesem Skandal galt.

Zu eben jenem Verein wechselte Alberto Bigon zur Saison 1980/81, um den direkten Wiederaufstieg zu schaffen. Im Gegensatz zu seinem alten Verein AC Mailand hatte der Totonero-Skandal für Lazio Rom zur Folge, dass der Verein nahezu die gesamten Achtzigerjahre in der Serie B beziehungsweise in unteren Gefilden der Serie A zu finden war. Alberto Bigon kickte hierbei bis 1982 für Lazio Rom und konnte bis dahin nicht den Wiederaufstieg erreichen. Zur Saison 1982/83 schloss er sich dem mittlerweile bis in die dritte Liga abgerutschten ehemaligen Vizemeister Lanerossi Vicenza an, wo er bis 1984 weitere 57 Ligaspiele absolvierte und zweimal den Sprung in die Zweitklassigkeit relativ knapp verpasste. Nach Abschluss der Spielzeit 1983/84 hatte Alberto Bigons Karriere als aktiver Fußballspieler im Alter von 39 Jahren ein Ende. Noch im gleichen Jahr begann er seine Laufbahn als Fußballtrainer.

Anfänge bei Conegliano, Reggina und Cesena

Direkt nach Ende seiner Laufbahn als aktiver Fußballspieler wurde Alberto Bigon vor der Saison 1984/85 Trainer des unterklassigen Vereins Union Conegliano San Vendemiano, einem Fünftligisten. Diesen betreute er zwei Jahre lang und erreichte in beiden Spielzeiten den Klassenerhalt im Campionato Interregionale, wie die heutige Serie D von 1981 bis 1992 hieß. Bei dieser Arbeit wurden die Späher des Drittligisten Reggina Calcio auf Alberto Bigon aufmerksam und er erhielt ein Angebot der Süditaliener. Zur Saison 1986/87 war Bigon dann Trainer von Reggina Calcio und erreichte mit dem Verein – er war der erste Coach nach einer Neugründung im Sommer 1986 – einen akzeptablen siebten Rang in der Serie C1.

Nach Ende der Spielzeit 1986/87 wurde Alberto Bigon neuer Coach bei der AC Cesena. Cesena war im Jahr zuvor als Tabellendritter der Serie B nach gewonnenen Aufstiegsplayoffs gegen die US Lecce und die US Cremonese in die Erstklassigkeit zurückgekehrt, nachdem der Verein zuvor vier Spielzeiten zweitklassig zu finden war. Nach dem Aufstieg konnte sich Cesena sofort in der Serie A festsetzen und erreichte unter Trainer Alberto Bigon in der Saison 1987/88 den neunten Tabellenplatz, was den sicheren Klassenerhalt zur Folge hatte. Dabei wusste Cesena vor allem gegen sehr gute Gegner zu überzeugen, man spielte gegen Juventus Turin, gegen Inter Mailand wie auch gegen die AC Mailand remis und besiegte sowohl Hellas Verona, Meister von 1985, als auch Sampdoria Genua. Über die gesamten Saison hinweg musste die Mannschaft von Alberto Bigon nur zwei Heimniederlagen hinnehmen. Jeweils 0:1 endeten die Partien gegen die SSC Neapel beziehungsweise gegen Pescara Calcio. Auswärts war die Bilanz des Aufsteigers jedoch ungleich schlechter, es sprangen nur zwei Siege – bezeichnenderweise gegen Juventus Turin und Hellas Verona – heraus. In der Folgesaison zeigte sich ein ähnliches Bild, als Cesena nicht ein einziges Auswärtsspiel siegreich gestalten konnte und alle acht Saisonsiege im heimischen Stadio Dino Manuzzi einfuhr, am Ende aber dennoch mit Platz dreizehn die Klasse hielt.

Erfolgreiche Zeit beim SSC Neapel

Unter Trainer Ottavio Bianchi hatte die SSC Neapel in der zweiten Hälfte der Achtzigerjahre die erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte bis heute. Il Napoli di Maradona, wie die Mannschaft um Spielgestalter und Publikumsliebling Diego Maradona, den Brasilianer Careca und den italienischen Angreifer Andrea Carnevale genannt wurde, erreichte unter Bianchi im Jahre 1987 zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Gewinn des Scudetto. Zwei Jahre darauf konnte man zudem den UEFA-Pokal in die Metropole am Fuß des Vesuv holen, nachdem im Endspiel der deutsche Vertreter VfB Stuttgart bezwungen wurde. Nach dem Titelgewinn im UEFA-Pokal endete auch die Ära Ottavio Bianchis in Neapel, er wurde durch Alberto Bigon ersetzt. Auch unter dem neuen Cheftrainer zeigte sich die Mannschaft des SSC Neapel sehr erfolgreich und es gelang bereits in Bigons erster Spielzeit als Napoli-Trainer der Sieg in der Serie A. Die Saison 1989/90 wurde auf dem ersten Platz mit zwei Punkten Vorsprung auf die AC Mailand beendet. Wenig später gelang dem SSC im heimischen Stadio San Paolo ein spektakulärer 5:1-Erfolg gegen Pokalsieger Juventus Turin, wodurch die Mannschaft am ersten September 1990 auch noch den italienischen Superpokal gewann.

Die Spielzeit 1989/90 bildete den Höhepunkt der erfolgreichen Zeit des SSC Neapel, danach ging es für den Verein stetig bergab. Während man in der Serie A 1990/91 nur Achter wurde, musste der unumstrittene Star der Mannschaft, Diego Maradona, am 17. März 1991 nach einem Ligaspiel gegen Sampdoria Genua aufgrund von Drogenproblemen und dem Nachweis von Kokaingebrauch aus Neapel fliehen, um einer Bestrafung zu entgehen. Nach Maradonas Abschied wurde bekannt, dass der SSC Neapel in starken finanziellen Schwierigkeiten steckte, was in der Folge zu einer starken Verschlechterung der wirtschaftlichen und sportlichen Lage führte. Schließlich musste der Verein 1998 in die Serie B absteigen. Nach einigen weiteren Jahren folgte 2004 der Konkurs des SSC Neapel und die Neugründung sowie der Kauf durch den Filmregisseur Aurelio De Laurentiis, der Napoli zurück in die oberen Bereiche der Serie A führen konnte.

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