Albert Freiherr von Schirnding (* 9. April 1935 in Regensburg) ist ein deutscher Klassischer Philologe, Lyriker, Erzähler, Essayist und Literaturkritiker sowie ehemaliger Studiendirektor in München.
Albert von Schirnding wuchs in Regensburg als Sohn des „Chef[s] der Thurn-und-Taxisschen Gesamtverwaltung“ Otto Karl Freiherr Schirndinger von Schirnding und dessen Ehefrau Marie Victoire (auch Maria Viktoria) von Schirnding (geborene Gräfin Verri della Bosia, 1907–1989) auf. 1951 veröffentlichte er seine ersten Gedichte. Nach dem Abitur in Regensburg am Alten Gymnasium am Ägidienplatz, der Vorläuferschule des Albertus-Magnus-Gymnasiums, studierte er – da er zugleich Schriftsteller und Lehrer im Höheren Schuldienst werden wollte – Klassische Philologie bei Rudolf Pfeiffer in München und Walter Jens in Tübingen; einen Teil der vorlesungsfreien Zeit verbrachte er als „Feriensekretär“ bei Ernst Jünger in Wilflingen. Nach Stationen in Weiden und Ingolstadt unterrichtete er von 1965 bis 1998 am Münchner Ludwigsgymnasium, unter anderem als Studiendirektor. (Rainald Goetz, Andreas Groethuysen, Hans Honnacker und Werner Tiki Küstenmacher zählen zu seinen ehemaligen Schülern.) Als freier Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung ab 1970 engagierte er sich für eine an Humanität und Aufklärung orientierte Pädagogik und gegen eine „konservative Tendenzwende“ in der Bildungspolitik. Bekannt wurde er auch als Literaturkritiker, als Interpret griechischer Philosophie und als Autor autobiographischer Prosaskizzen, die er von Ende der 1980er Jahre an in seine Erzählbände integrierte.
Von 1991 bis 2003 leitete Albert von Schirnding die Abteilung Literatur in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Von 2004 bis 2009 war er Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Als Herausgeber und Kommentator hat er Werke von Lessing und Thomas Mann bis Rainer Malkowski betreut; 2005 öffnete er die Lyrik-Anthologie Der Ewige Brunnen für zeitgenössische Texte.
Albert von Schirnding lebt mit seiner Ehefrau auf Schloss Harmating in der Gemeinde Egling in Oberbayern. Ihr gemeinsamer Sohn Askan von Schirnding ist Ultra-Radrennfahrer.
1980 Ehrengabe der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
1982 Johann-Heinrich-Merck-Preis Darmstadt für literarische Kritik und Essay (verliehen durch die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung; Laudatio: Joachim Kaiser)
1983 Ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
2000 Kritikerpreis des Kulturkreises im Bundesverband der deutschen Industrie
2004 Ordentliches Mitglied der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur
2005 Hans-Prinzhorn-Medaille der Deutschsprachigen Gesellschaft für Kunst und Psychopathologie des Ausdrucks
2006 Kulturpreis der Stadt Regensburg
2008 Friedrich-Baur-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (Laudatio: Friedrich Denk)
2017 Preis der Dr. Margrit Egnér-Stiftung
Mitglied im P.E.N.-Zentrum Deutschland; Mitglied der Jury des Joseph-Breitbach-Preises, des Rainer-Malkowski-Preises u. a.
Falterzug. Hanser, München 1956. Widmung: Für Georg Britting
Blüte und Verhängnis. Hanser, München 1958
Aug in Aug. Relief, Würzburg 1962. Mit Grafiken von Alfred Darda
Bedenkzeit. Gedichte und kleine Prosa. Langewiesche-Brandt, Ebenhausen 1977, 2. Aufl. 1978. ISBN 3-7846-0099-9