An diesem Tag

Albert Kesselring

Generalfeldmarschall im Dritten Reich

Anúncio

Albert Kesselring (* 30. November 1885 in Marktsteft; † 15. Juli 1960 in Bad Nauheim) war ein deutscher Heeres- und Luftwaffenoffizier (seit 1940 Generalfeldmarschall). Während des Zweiten Weltkrieges war er Befehlshaber größerer Verbände von Land- sowie Luftstreitkräften unter anderem in Polen, Frankreich, der Sowjetunion, Nordafrika und Italien. Nach Kriegsende wurde er von einem britischen Militärgericht in Italien als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt und später mehrfach begnadigt.

Kesselring wuchs als Sohn eines Lehrers und späteren Stadtschulrates in Bayreuth auf. Nach bestandenem Abitur am Gymnasium Christian-Ernestinum trat er am 20. Juli 1904 in das in Metz stationierte 2. Fußartillerie-Regiment der Bayerischen Armee ein. Am 8. März 1906 erfolgte seine Ernennung zum Leutnant.

Am 29. März 1910 heiratete er Pauline.

Im Juni 1912 absolvierte er einen Ballonbeobachter-Kurs in einer Luftschiffabteilung (bevor es Aufklärungsflugzeuge gab, verwendete man Fesselballone). Am 25. Oktober wurde er zum Oberleutnant befördert.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges diente Kesselring als Bataillonsadjutant bei der Artillerie. Am 5. Dezember 1914 wurde er zum Hauptquartier der Fußartillerie-Brigade versetzt. 1916 zum Hauptmann befördert, war er als Generalstabsoffizier bei Divisions- und Korpsstäben tätig. Seine Leistungen während des Krieges wurden durch die Verleihung beider Klassen des Eisernen Kreuzes, des Militärverdienstordens IV. Klasse mit Schwertern und mit Krone sowie des Ritterkreuzes II. Klasse des Albrechts-Ordens mit Schwertern gewürdigt.

Nach dem Krieg wurde Kesselring 1919 in die Reichswehr übernommen und zunächst als Batteriechef verwendet. 1922 wurde er ins Reichswehrministerium versetzt, wo er unter anderem in der Heeres-Ausbildungsabteilung (T 4) und im Stab des Chefs der Heeresleitung verwendet wurde. Nach Tätigkeiten als Generalstabsoffizier in verschiedenen Divisionsstäben übernahm Kesselring von 1931 bis 1933 als Oberstleutnant die Funktion des Kommandeurs der III. Abteilung im 4. Artillerie-Regiment in Dresden.

1933 wechselte Kesselring, inzwischen Oberst, in das neugebildete Reichsluftfahrtministerium, wo er die Leitung des Amtes D (später Luftwaffenverwaltungsamt) übernahm. Sein Aufgabengebiet umfasste hierbei den Aufbau der späteren Luftwaffe. Er schied 1934 auch formal aus dem Heer aus und legte die Flugzeugführerprüfung ab.

Nach dem Tod seines Vetters Kurt adoptierte er dessen Sohn Rainer Keßelring.

1936 erfolgte die Beförderung Kesselrings zum Generalleutnant, im Juni dieses Jahres wurde er als Nachfolger des verunglückten Walther Wever zum Chef des Generalstabs der Luftwaffe ernannt. Im Juni 1937 übernahm er unter Beförderung zum General der Flieger den Befehl im Luftkreis III (Dresden). Zu Beginn des folgenden Jahres wurde er Befehlshaber des Luftwaffengruppenkommandos 1 in Berlin, das später in die Luftflotte 1 umgewandelt wurde. Ihm unterstand zu dieser Zeit der deutsche Luftraum von Berlin und Mitteldeutschland nach Osten.

Als Hitler am 1. September 1939 den Zweiten Weltkrieg begann, kommandierte Kesselring die Luftflotte 1; sie war während des Überfalls auf Polen für die Luftunterstützung der Heeresgruppe Nord zuständig. Nach der Kapitulation Warschaus, das zuvor schwer bombardiert worden war, wurde ihm am 30. September 1939 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Im Januar 1940 übernahm er den Befehl über die Luftflotte 2 im Westen, die während des Westfeldzugs die Heeresgruppe B unterstützte. Verbände unter seinem Befehl führten am 14. Mai einen verheerenden Luftangriff auf Rotterdam aus, obwohl bereits Übergabeverhandlungen durchgeführt wurden; die deutschen Bomber konnten jedoch nicht mehr zurückbeordert werden, nachdem sie gestartet waren. Kesselrings Verbände hätten auch den Abzug der British Expeditionary Force über Dunkerque nach der dortigen Schlacht von Dünkirchen unterbinden sollen, waren jedoch aufgrund der Verluste im Westfeldzug nicht mehr dazu in der Lage. Am 19. Juli 1940, nach Beendigung der Kampfhandlungen in Frankreich, wurde Kesselring unter Überspringen des Ranges Generaloberst zum Generalfeldmarschall befördert (zeitgleich mit elf weiteren Generälen). Während der anschließenden Luftschlacht um England war seine Luftflotte für die Angriffe auf Südostengland und ab September 1940 auch auf London (The Blitz) zuständig.

In Vorbereitung des Angriffs auf die Sowjetunion wurde Kesselrings Luftflotte im Juni 1941 nach Ostpreußen verlegt. Ihre Aufgabe war die Unterstützung der Heeresgruppe Mitte bei deren Vormarsch auf Moskau. Sie hatte einen entscheidenden Anteil bei den erfolgreichen Kesselschlachten in den ersten Monaten der Invasion. Im November 1941 erhielten der Stab und mehrere unterstellte Verbände den Befehl zur Verlegung nach Italien.

Kesselring bezog sein Hauptquartier in Frascati bei Rom. Er erhielt zusätzlich den Titel „Oberbefehlshaber Süd beim italienischen Oberkommando“. Seine Aufgabe war die Bekämpfung der britischen Truppen auf Malta und die Sicherung des deutschen Nachschubs über See, insbesondere nach Nordafrika. Dort standen bzw. kämpften im Rahmen des Afrikafeldzuges (9. September 1940 bis 13. Mai 1943) deutsche Truppen. Kesselring stand dieser Aufgabe und den Möglichkeiten der Erfüllung dieser grundsätzlich skeptisch gegenüber, genauso wie der italienische Generalstabschef Ugo Cavallero, gab aber letztlich der Bewertung und dem Drängen von Erwin Rommel als Befehlshaber der Panzerarmee Afrika nach.

Am 25. Februar 1942 wurde Kesselring mit dem Eichenlaub und am 18. Juli desselben Jahres mit den Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Für seinen 200. Frontflug erhielt er 1942 die goldene Frontflugspange. Im Oktober 1942 wurde seine Befehlsgewalt auf alle nominell unter italienischem Oberbefehl stehenden Wehrmachtverbände im Mittelmeerraum mit Ausnahme von Erwin Rommels Panzerarmee Afrika ausgedehnt, Anfang 1943 erhielt er den Gesamtbefehl über den Brückenkopf Tunesien (Tunesienfeldzug von Februar bis Mai 1943). Seine überoptimistischen Lagebeurteilungen auch gegenüber Hitler und Mussolini – wieder entgegen der Bewertungen Rommels, der die Truppen nach Italien zurückziehen wollte – trugen zum Untergang der Heeresgruppe Afrika im Tunesienfeldzug bei, durch deren Kapitulation 240.000 Soldaten der Achsenmächte in Kriegsgefangenschaft gerieten.

Nach der Landung der Alliierten auf Sizilien (ab 10. Juli 1943) und dem Sturz Mussolinis im Juli 1943 wurde Kesselring mit der Vorbereitung der im süditalienischen Raum einzuleitenden Maßnahmen bei einem Abfall Italiens beauftragt (Fall Achse). Nach der Landung der Alliierten in Italien wurde Kesselring am 21. November zum Oberbefehlshaber Südwest und Oberbefehlshaber der Heeresgruppe C ernannt. Zudem wurde ihm die vollziehende Gewalt in der Operationszone Adriatisches Küstenland und der Operationszone Alpenvorland übertragen. Im Winter 1943/1944 kam es zu erbitterten Kämpfen um die sogenannte Gustav-Linie, auf die sich die deutschen Truppen zurückgezogen hatten, und im Rahmen dieser auch zu den verlustreichen Schlachten am Monte Cassino, obwohl die Benediktinerabtei in den Abruzzen strategisch nicht von Wert war. Nachdem die Alliierten im Mai 1944 endgültig die Verteidigungslinie durchbrochen hatten, zogen sich die deutschen Verbände Richtung Norden auf die Gotenstellung zurück. Anfang Juni 1944 erklärte Kesselring Rom zur „offenen Stadt“ und zog bis auf eine Nachhut alle Truppen ab. Am 4. Juni 1944 marschierten Truppen der 5. US-Armee in Rom ein. Kesselring bekam am 19. Juli 1944, einen Tag vor seinem vierzigjährigen Dienstjubiläum, die Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern verliehen. Er war einer von 27 Trägern dieser Auszeichnung.

Gegen Ende einer der schwersten Abwehrschlachten um die Gotenstellung in Italien, am Nordhang des Apennin, wurde Kesselring am 23. Oktober 1944 bei einem seiner täglichen Truppenbesuche schwer verwundet. Stellvertretend für ihn übernahm Generaloberst Heinrich von Vietinghoff bis Mitte Januar den Oberbefehl in Italien. Am 5. Januar 1945 empfing Adolf Hitler Kesselring im Führerhauptquartier Adlerhorst.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Albert Kesselring | World in Stories