An diesem Tag

Alan McManus

Schottischer Snookerspieler

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Alan Joseph McManus (* 21. Januar 1971 in Glasgow) ist ein ehemaliger schottischer Snookerspieler. Ab 1990 war er 31 Jahre lang Snookerprofi und gehörte von 1992 bis 2005 zu den Top 16 der Weltrangliste. Er gewann drei Titel der Profitour. Sein größter Erfolg war der Sieg beim Masters 1994, mit dem er die 5-jährige Siegesserie seines Landsmanns Stephen Hendry bei diesem Turnier beendete. Mit 50 Jahren beendete er 2021 seine Spielerkarriere und setzte seine bereits zuvor begonnene Tätigkeit als Fernsehkommentator fort.

Mit 13 oder 14 Jahren begann Alan McManus mit dem Snooker, als er in seiner Heimatstadt Glasgow einen Club entdeckte, der einen Anfängerkurs anbot. Es zeigte sich sein Talent und schon als Jugendspieler gehörte er zu den besten Spielern seines Jahrgangs. Mit 16 Jahren stand er im Finale der nationalen U-19-Meisterschaft und mit 19 Jahren wurde er schottischer Meister. Außerdem stand er 1990 im Finale der englischen Amateurmeisterschaft, dem ältesten Snookerturnier der Welt, das er aber mit 11:13 gegen den Nordiren Joe Swail verlor. Es war erst das zweite Finale in der Geschichte des Turniers, an dem kein Spieler aus England beteiligt war. Nach diesen Erfolgen nahm er an den Professional Play-offs teil, um sich für die Profiturniere zu qualifizieren. Er besiegte Peter Donegan und Dave Harold und sicherte sich mit einem 10:1-Sieg über den langjährigen Profi Dennis Hughes einen von acht freien Plätzen auf der Profitour.

Gleich in seinem allerersten Profimatch beim International One Frame Shoot-out 1990 gelang ihm ein Ein-Frame-Sieg gegen den Weltranglistenersten Stephen Hendry und danach der Einzug ins Halbfinale. Bei seinem ersten großen Turnier, der UK Championship, schlug er erfahrene Spieler wie Dennis Taylor, Silvino Francisco und Jimmy White, bevor ihn Hendry im Halbfinale stoppte. Direkt im Anschluss gewann er das Qualifikationsturnier für das Masters, an dem alle Profis außerhalb der Top 16 teilnehmen konnten. Im Finale besiegte er James Wattana mit 9:5. Er besiegte auch Alain Robidoux in der Wild-Card-Runde und zog ins Masters-Hauptturnier ein, verlor dann aber sein erstes Spiel in der Runde der letzten 16. Den Kanadier Robidoux hatte er auch beim Classic geschlagen und war bei diesem Turnier ebenfalls ins Achtelfinale eingezogen. Dasselbe Ergebnis erreicht er bei seiner ersten Weltmeisterschaft zum Saisonende. Unter anderem mit Siegen über Jason Ferguson, Tony Drago und Willie Thorne qualifizierte er sich auf Anhieb für die Finalrunde im Crucible. Gegen den Weltranglistensechsten Terry Griffiths führte er in Runde eins lange und lag schon 10:7 vorne, bevor ihn der Waliser einholte und in einem knappen Decider noch mit 13:12 bezwang. Für seinen erfolgreichen Profistart wurde er vom Weltverband als bester Nachwuchsspieler (WPBSA Young Player of the Year) ausgezeichnet.

Seine zweite Saison als Profi begann er damit bereits als Nummer 41 der Weltrangliste. Beim Classic erreichte McManus in dieser Spielzeit das Viertelfinale, beim Grand Prix sein zweites Halbfinale und bei den Asian Open stand er erstmals in einem Ranglistenfinale. Steve Davis verhinderte aber seinen ersten Titelgewinn durch einen klaren 9:3-Sieg. Bei der UK Championship verlor er allerdings sein Auftaktmatch und es gab auch einige weitere frühe Niederlagen. Erst bei der WM folgte wieder ein großer Erfolg. Unter anderem Siege über Alex Higgins und Mike Hallett brachten ihm den zweiten Crucible-Einzug im zweiten Jahr. Ein 13:10 über Mick Price bedeutete seinen ersten Endrundenerfolg und gegen den Weltranglistenvierten John Parrott gewann er anschließend im Decider mit 13:12. Gegen Jimmy White verlor er dann aber das Halbfinale klar mit 7:16. Nach zwei Jahren gehörte der Schotte damit bereits zu den Top 16 der Welt und hatte in der Rangliste Platz 13 eingenommen.

Jahre als Nummer 6 der Weltrangliste

In der Saison 1992/93 bestätigte McManus seine sehr guten Leistungen, aber kurz vor dem ersten großen Erfolg gab es immer wieder einen Rückschlag. Beim Dubai Classic, dem Grand Prix, der UK Championship, dem World Matchplay und dem Masters erreichte er jeweils das Halbfinale und verlor dann oft klar. Bei der Benson and Hedges Championship, der European League, den Welsh Open und dem Irish Masters kam er ins Finale und unterlag. Bei der Weltmeisterschaft war er erstmals direkt qualifiziert und kam zum zweiten Mal in Folge ins Halbfinale, wo er sich Stephen Hendry deutlich mit 8:16 geschlagen geben musste. Er hatte zwar alle Spieler aus den Top 8 der Weltrangliste in dieser Spielzeit mindestens einmal geschlagen, in den entscheidenden Spielen konnte er sich aber nicht durchsetzen. Nach seinen vielen Topergebnissen gehörte er aber ab dieser Saison selbst zu den Top 8 und wurde als Ranglistensechster geführt.

Bei all den schnellen sportlichen Erfolgen hatte McManus zu Beginn seiner Karriere Pech in finanzieller Hinsicht. Die Gesellschaft, die er zu seinem Profistart gegründet hatte, musste nach zwei Jahren Insolvenz anmelden und viel Geld ging verloren. Er trennte sich von seinem Manager, den er wegen Geldforderungen verklagte, und ließ sich danach von seinem Onkel als Vertrauensperson betreuen. In seinem Sport brachte ihn das aber nicht aus der Bahn.

Beim ersten Turnier der neuen Saison, dem Scottish Masters 1993, stand er dann so nah wie noch nie vor seinem ersten Turniersieg. Das Finale gegen Ken Doherty verlief bis zum 9:9 ausgeglichen, den Decider verlor er aber gegen den Iren. Das Welsh-Open-Finale verlor er zum zweiten Mal in Folge. Sein drittes Finale in dieser Saison war das Masters und dort traf er wieder auf Stephen Hendry. Der war seit 1989 bei diesem Turnier ungeschlagen und strebte seinen sechsten Masterssieg in Folge an. Bis zum 5:5 hatte McManus immer wieder vorgelegt, dann übernahm der Titelverteidiger die Führung. Aber McManus rettete sich knapp in den Entscheidungsframe und mit einem einzigen Break von 76 Punkten gewann er nach 7 Endspielniederlagen seinen ersten Profititel. Beim Irish Masters kam er noch ein weiteres Mal ins Finale, das zum dritten Mal in dieser Saison mit einem Decider endete. Diesen verlor er wieder mit 39:77 Punkten gegen Steve Davis. Drei weitere Halbfinals, aber auch eine Reihe schwächerer Ergebnisse wie das Aus im Achtelfinale bei der 1994 führten dazu, dass er sich in der Rangliste nicht verbesserte, aber auch nicht zurückfiel.

Die Saison 1994/95 begann mit einem Sieg beim Dubai Classic durch einen 9:6-Finalsieg gegen Peter Ebdon und damit dem ersten Sieg des Schotten bei einem Weltranglistenturnier. Es war aber sein einziges Topergebnis in dieser Spielzeit. Das Viertelfinale bei den International Open 1995 war sein zweitbestes Ergebnis bei Ranglistenturnieren. Auch beim Masters war im Viertelfinale Schluss. Das Achtelfinalergebnis bei der WM am Saisonende rettete ihm den Weltranglistenplatz. Im Jahr darauf machte ihm dann John Higgins den Platz als schottische Nummer 2 hinter Stephen Hendry streitig. Der 5:1-Niederlage im direkten Vergleich im ersten Saisonspiel beim Scottish Masters folgten Niederlagen beim Thailand Classic im Achtelfinale und zwei Halbfinalniederlagen beim Grand Prix und den German Open. Beim Masters war es Hendry, der ihn im Halbfinale stoppte. Bei den Thailand Open traf er auf keinen von beiden und konnte sein zweites Ranglistenturnier und insgesamt seinen dritten Titel gewinnen. Dabei musste er ab dem Viertelfinale in allen Runden über den Decider gehen und das Endspiel gewann er mit 9:8 gegen Ken Doherty. Die Weltmeisterschaft brachte dann die fünfte Niederlage im fünften Spiel gegen John Higgins, ein deutliches 5:13, bei dem er weitgehend chancenlos war. Higgins stieg danach auf Platz 2 der Weltrangliste und McManus hielt sich auf der 6.

Als Schwäche des Schotten wird beschrieben, dass er nicht so angriffslustig und wagemutig spielte, wie andere Spieler und dass er sich seine Siege erarbeiten musste. Er beherrschte aber alle Facetten des Spiels und seine besondere Stärke war das taktische Spiel. Berühmt war er für seine Fähigkeit, schwierige Snooker zu legen und sich umgekehrt selbst aus Snookern zu befreien. Sein Gespür für das Bild auf dem Tisch brachte ihm den Spitznamen „Angles“ ein, weil er die „Winkel“ beim Bandenspiel und in der Ablage beherrschte.

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