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Alan Hovhaness

Amerikanischer Komponist armenischer Herkunft (1911–2000)

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Alan Hovhaness (* 8. März 1911 als Alan Vaness Chakmakjian in Somerville, Massachusetts; † 21. Juni 2000 in Seattle) war ein US-amerikanischer Komponist armenisch-schottischer Abstammung.

Hovhaness wurde auf den Namen Alan Vaness Chakmakjian getauft. Seine Eltern waren der armenischstämmige Haroutioun Hovanes Chakmakjian, Chemieprofessor am Tufts College, und Madeleine Scott, Amerikanerin mit schottischen Vorfahren. Ab 1931 verwendete er den Zunamen „Hovaness“ in Erinnerung an seinen Großvater väterlicherseits und änderte ihn offiziell etwa 1940 zu „Hovhaness“. Der junge Alan zeigte früh musikalisches Interesse und begann bereits als Siebenjähriger zu komponieren. Zu Beginn der 1930er-Jahre studierte er am New England Conservatory of Music bei Heinrich Gebhard (Klavier) und Frederick Converse (Komposition). 1934 besuchte er den von ihm bewunderten Jean Sibelius in Finnland, der wenig später Taufpate seiner Tochter werden sollte.

Etwa ab 1940 befasste er sich intensiv mit armenischer Kultur und Musik; damals wirkte er als Organist an der St. James Armenian Apostolic Church in Watertown (Massachusetts). In dieser Zeit vernichtete er eine Vielzahl bis dahin entstandener Kompositionen. 1942 gewann er für die Meisterklasse von Bohuslav Martinů in Tanglewood ein Stipendium. Allerdings erlitt Martinů kurz zuvor einen schweren Unfall, der es ihm unmöglich machte, seinen Lehrverpflichtungen nachzukommen. Stattdessen leiteten Aaron Copland und Leonard Bernstein das Kompositionsseminar. Während einer Aufnahme von Hovhaness’ 1. Sinfonie (Exile Symphony) unterhielt sich Copland fortwährend lautstark, und nach Abschluss der Aufnahme bemerkte Bernstein: I can’t stand this cheap ghetto music. (Ich kann diese billige Ghettomusik nicht ertragen). Hovhaness war frustriert und verließ Tanglewood bereits während seines Stipendiums wieder. In der Folgezeit widmete er sich vermehrt armenischen Themen, insbesondere den für armenische Musik typischen Modi. Unterstützung erhielt er etwa durch John Cage und Martha Graham, während er weiterhin als Kirchenorganist tätig war.

Lou Harrison beurteilte 1945 ein Konzert, bei dem auch Hovhaness’ Klavierkonzert Lousadzak gespielt wurde:

Allerdings gab es weiterhin auch kritische Stimmen:

Ab 1948 lehrte Hovhaness für drei Jahre am Boston Conservatory. Ab 1951 widmete er sich nahezu völlig der Komposition. 1954 schrieb er die Partitur zum Broadwaystück The Flowering Peach von Clifford Odets, und danach zwei Partituren für NBC-Dokumentationen.

Seinen bis dahin größten Erfolg bildete 1955 die Uraufführung seiner 2. Sinfonie Mysterious Mountain, die Leopold Stokowski in Auftrag gegeben hatte, durch die Houston Symphony. Im gleichen Jahr veröffentlichte MGM Records Aufnahmen mehrerer seiner Werke. 1956 bis 1958 unterrichtete Hovhaness Komposition an der Eastman School of Music.

1959 bis 1963 unternahm Hovhaness eine Reihe von Forschungsreisen nach Indien, Hawaii, Japan und Südkorea, um die Musiktraditionen dieser Länder kennenzulernen. Anfang der 1970er-Jahre übersiedelte er endgültig nach Seattle, nachdem er 1966/67 bereits Composer-in-Residence der Seattle Symphony gewesen war. Der Ausbruch des Mount St. Helens 1980 inspirierte ihn zu einer gleichnamigen Sinfonie (die Nr. 50, zu seinen bekannteren Werken zählend).

1977 wurde er in die American Academy of Arts and Letters gewählt.

Alan Hovhaness’ Musik erschließt sich auch dem nicht vorgebildeten Zuhörer und entfaltet ihre Wirkung besonders durch eine häufig kontemplativ-mystisch erscheinende Grundhaltung, einen hohen Anteil repetitiver Elemente und choralartig-feierliche Kulminationen. Sie integriert die Musik vieler Kulturen und greift neben europäischen Einflüssen (die etwa in der Verwendung von Kirchentonarten oder fugierten Passagen zum Ausdruck kommen) beispielsweise armenische Modi und Elemente asiatischer Musikkulturen auf. Trotz gelegentlicher atonaler oder vereinzelt auch dodekaphonischer Experimente fühlte sich Hovhaness der Tonalität verpflichtet.

Sein Werkkatalog umfasst über 500 Kompositionen, darunter 67 Sinfonien. Zu den wichtigsten Werken zählen:

Piano Sonata Prospect Hill op. 346

Firdausi op. 252, für Klarinette, Harfe und Schlagzeug

Sonata for 2 Bassoons (or Violoncello and Bassoon) op. 266

Sonata for Oboe and Bassoon op. 302

Sonata for Harp and Guitar Spirit of Trees op. 374

String Quartet No. 4 The Ancient Tree

Suite for English Horn and Bassoon op. 21

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