An diesem Tag

Alain Prost

Französischer Formel-1-Fahrer

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Alain Marie Pascal Prost, OBE (* 24. Februar 1955 in Lorette) ist ein französischer Automobilrennfahrer. Zwischen 1980 und 1993 startete er bei insgesamt 199 Grand Prix in der Formel 1. In der Zeit von 1997 bis 2001 führte Prost sein eigenes Formel-1-Team namens Prost Grand Prix. Von 2003 bis 2012 war er wieder als Rennfahrer aktiv und startete regelmäßig in der französischen Eisrennserie Trophée Andros, deren Gesamttitel er dreimal errang.

Alain Prost gehört zu den erfolgreichsten Piloten der Formel-1-Geschichte: Er wurde jeweils viermal Weltmeister und Vizeweltmeister und gewann insgesamt 51 Grand Prix. Viele seiner zahlreichen Bestmarken hatten Bestand, bis sie von Michael Schumacher übertroffen wurden. 1999 erhielt Alain Prost bei den World Sports Awards of the Century den Preis in der Kategorie Motorsport, neben Größen wie Pelé, Muhammad Ali, Carl Lewis und Steffi Graf.

Einer breiten Öffentlichkeit wurde Prost Ende der 1980er Jahre vor allem durch seine Dauerrivalität mit dem Brasilianer Ayrton Senna bekannt, mit dem er sich über die Rennstrecke hinaus intensiv duellierte. In den vier Saisons, in denen beide im Kampf um den Weltmeistertitel alle anderen Fahrer hinter sich ließen (1988–1990 und 1993), gewann jeder von beiden zweimal den Titel.

Im Alter von 14 Jahren begann Prost 1969 seine Motorsportkarriere im Kartsport. Er blieb bis 1975 in dieser Sportart aktiv. Unter anderem gewann er 1974 die französische Kartmeisterschaft. 1976 wechselte er in den Formelsport und gewann mit 12 Siegen aus 13 Rennen auf Anhieb den Meistertitel der französischen Formel Renault. Ein Jahr später entschied er auch die europäische Formel Renault für sich. 1978 trat Prost in verschiedenen Formel-3-Rennserien an. Am erfolgreichsten war er in der französischen Formel-3-Meisterschaft, in der er den Meistertitel gewann. In der europäischen Formel-3-Meisterschaft wurde er Neunter. 1979 gelang es ihm, sowohl in der französischen als auch in der europäischen Formel 3 den Meistertitel für sich zu entscheiden. Prost hatte die Möglichkeit, bereits beim letzten Saisonrennen der Saison 1979 sein Formel-1-Debüt für McLaren, die ein drittes Auto einsetzen wollten, zu geben. Er überraschte den Rennstall mit einer Absage mit der Begründung, dass der Einsatz weder ihm noch dem Team helfen würde.

Für die Formel-1-Saison 1980 erhielt Prost einen Vertrag beim Formel-1-Team McLaren, das zu dieser Zeit noch von Teddy Mayer betrieben wurde. Sein Teamkollege wurde der Brite John Watson, der im Vorjahr zu McLaren gewechselt war. Bereits in seinem Debütrennen, dem Großen Preis von Argentinien auf dem Autódromo Municipal Ciudad de Buenos Aires, erzielte er als Sechster seinen ersten Weltmeisterschaftspunkt. Zuletzt gelang dies 1973 dem US-Amerikaner George Follmer bei seinem Debüt. Ein Rennen später in Brasilien erzielte er als Fünfter weitere Punkte. Dieses Ergebnis wurde sein bestes Resultat in seiner Debütsaison, in der er bei zwei weiteren Rennen als Sechster punktete. Prost erste Saison war jedoch auch von einigen technischen Problemen und Unfällen geprägt. So zog sich Prost bei einem Unfall beim Großen Preis von Südafrika in Kyalami eine Handgelenkverletzung zu. Infolgedessen konnte er bei einem Rennen nicht starten und wurde durch Stephen South, der sich nicht qualifizierte, vertreten. Beim Saisonfinale in den USA musste Prost nach einem Trainingsunfall abermals pausieren. Am Ende der Saison belegte er mit fünf Punkten den 16. Platz in der Fahrerweltmeisterschaft und hatte nur einen Punkt weniger als sein Teamkollege Watson. Obwohl er noch einen Vertrag für zwei weitere Jahre hatte, verließ Prost nach der Saison McLaren. Er begründete den Abgang unter anderem mit der Vielzahl von technischen Defekten an seinem Auto.

1981 wechselte Prost zur Equipe Renault und wurde Teamkollege seines Landsmanns René Arnoux, der im Vorjahr zwei Rennen für Renault gewonnen hatte. Nach Aussage des Motorsportjournalisten Nigel Roebuck gab es von Anfang an Probleme zwischen den Teamkollegen, da Prost auf Anhieb schneller als Arnoux war. Bei den ersten sechs Rennen fiel der Rennfahrer fünfmal aus und stand als Dritter in Argentinien erstmals auf dem Podium. Bei seinem Heim-Grand-Prix auf dem Circuit de Dijon-Prenois gewann er sein erstes Rennen. Im weiteren Verlauf der Saison gewann er die Großen Preise der Niederlande und von Italien und stand bei zwei weiteren Rennen als Zweiter auf dem Podest. Bei allen anderen Rennen fiel er aus. Mithin stand er in der Saison bei jedem Rennen mit Zielankunft auf dem Podium. In der Fahrerweltmeisterschaft belegte er mit sieben Punkten Rückstand auf den Weltmeister Nelson Piquet den fünften Gesamtrang. Teamintern setzte er sich mit 43 zu 11 Punkten deutlich gegen Arnoux durch. Neben Prost konnte nur Weltmeister Piquet drei Siege vorweisen.

1982 startete Prost gut in die neue Saison und gewann die ersten beiden Rennen. Im südafrikanischen Kyalami führte Prost das Rennen zunächst bis zu einem Reifenschaden an, der ihn sieben Positionen nach hinten beförderte. Anschließend stellte Prost mit neuen Reifen einen neuen Rundenrekord auf, überholte alle Piloten, die vor ihm lagen und über ältere Reifen verfügten, und gewann das Rennen. Damit übernahm er erstmals in seiner Karriere die Führung in der Weltmeisterschaft. In Brasilien erhielt er den Sieg nachträglich zugesprochen, da Piquet und Keke Rosberg, die vor ihm ins Ziel kamen, wegen Untergewichts disqualifiziert wurden. Im weiteren Verlauf der Saison gelang es ihm jedoch nicht, weitere Rennen zu gewinnen. Das angespannte Verhältnis von Prost und Arnoux wurde in dieser Saison ein weiteres Mal belastet, da sich Arnoux, der beim Großen Preis von Frankreich von Renault zu einem Platztausch aufgefordert worden war, weigerte seinen Teamkollegen vorbei zulassen. Er beendete die Saison auf dem vierten Platz mit zehn Punkten Rückstand auf Weltmeister Rosberg und verbesserte sich somit abermals. Erneut lag er am Saisonende vor Arnoux, der Renault anschließend in Richtung Ferrari verließ.

1983 erhielt Prost mit dem US-Amerikaner Eddie Cheever einen neuen Teamkollegen. Prost gewann in dieser Saison vier Grand Prix und führte die Weltmeisterschaft lange Zeit an. Zudem war er der Pilot mit den meisten Siegen. Am Ende reichte es jedoch nicht zum Titelgewinn, da Piquet mit einer Aufholjagd zum Saisonende schließlich zwei Punkte mehr als Prost vorweisen konnte. Prost wurde Zweiter und setzte sich teamintern deutlich gegen Cheever, der Gesamtrang sieben belegte, durch. Im Anschluss an die Saison kam es zu Differenzen zwischen Prost und Renault. Prost war der Meinung, dass Renault das Auto zu konservativ entwickelt habe, während Renault den Rennfahrer für den nicht gewonnenen Weltmeistertitel verantwortlich machte. Außerdem nahmen ihm die französischen Fans übel, dass er Arnoux, der in dieser Saison für Ferrari startend Dritter geworden war, aus dem Rennstall verdrängt hatte. Prost wurde schließlich zwei Tage nach dem Saisonfinale von Renault entlassen. Außerdem verließ Prost Frankreich und zog mit seiner Familie in die Schweiz.

1984 kehrte Prost zu McLaren zurück und löste seinen ehemaligen Teamkollegen John Watson ab. Bei McLaren hatten sich in der Zwischenzeit einige Veränderungen ereignet. Mayer war als Teamchef von Ron Dennis abgelöst worden, der zusammen mit Techniques d’Avant Garde (TAG) den Rennstall übernommen und mit seinem eigenen Rennstall Project Four Racing fusioniert hatte. TAG finanzierte zudem Turbomotoren von Porsche. Prosts Teamkollege war Niki Lauda, der in den siebziger Jahren zweimal den Weltmeistertitel gewonnen hatte, und 1982 für McLaren in die Formel 1 zurückgekehrt war. Die Saison begann gut für Prost, der das Auftaktrennen in Brasilien gewann. Zwei Rennen später entschied er auch den Großen Preis von San Marino für sich. Beim sechsten Saisonrennen, dem Großen Preis von Monaco in Monte Carlo erzielte Prost zunächst die Pole-Position. Am Rennsonntag musste der Start wegen starken Regens zunächst um 45 Minuten verschoben werden. Prost führte das Rennen zunächst mit größerem Vorsprung an. Allerdings kamen Ayrton Senna und Stefan Bellof, die hinter ihm lagen, immer besser mit den Bedingungen zurecht und holten auf den Führenden auf. Schließlich wurde das Rennen nach 31 Runden mit der roten Flagge abgebrochen. Senna war wütend über diese Situation, da er auf Prost aufgeschlossen hatte und mit schnelleren Rundenzeiten gute Siegchancen hatte. Da noch nicht 75 % der ursprünglichen Distanz absolviert worden waren, wurden nur halbe Punkte vergeben. Im weiteren Verlauf der Saison gewann Prost mit Siegen in Deutschland, den Niederlanden, Europa und Portugal vier weitere Rennen. Obwohl er Lauda im Training 15 von 16 Mal schlagen und zwei Siege mehr vorweisen konnte, wurde er am Saisonende von seinem Teamkollegen übertroffen. Lauda wurde mit 72 Punkten Weltmeister und hatte nur einen halben Punkt Vorsprung auf Prost. Die Titelentscheidung war die bisher knappste Entscheidung um den Weltmeistertitel in der Formel 1. Auf die restlichen Piloten hatte Prost jeweils mehr als doppelt so viel Punkte erzielt.

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