An diesem Tag

Agnolo Gaddi

Italienischer Renaissancemaler (c.1350-1396)

Anúncio

Agnolo Gaddi, auch Agnolo di Taddeo Gaddi (* um 1350 in Florenz; † 16. Oktober 1396 ebenda), war ein Ende des 14. Jahrhunderts in Florenz und Prato aktiver Maler. Zu seinen bedeutendsten Aufträgen zählen die großen Freskenzyklen in der Hauptchorkapelle der Florentiner Franziskanerkirche S. Croce und der Cappella del Sacro Cingolo in Santo Stefano in Prato.

Agnolo Gaddi war der Sohn des Malers und Giotto-Mitarbeiters Taddeo Gaddi; sein Großvater Gaddo Gaddi war ebenfalls Maler. Seine Ausbildung scheint er in der Malerwerkstatt seiner Familie absolviert zu haben. 1369 arbeitete er erhaltenen Dokumenten zufolge zusammen mit den Malern Giottino, Giovanni da Milano und einem namentlich nicht bekannten Schüler seines Bruders Giovanni im Auftrag Papst Urbans V. im vatikanischen Palast; die Fresken sind nicht erhalten. In den Jahren 1381–1387 fertigte er Entwürfe für marmorne Figuren an der Loggia de’ Signori (Loggia dei Lanzi) an.

Agnolo Gaddis Ansehen belegt der Auftrag zu einem Freskenzyklus in der Hauptchorkapelle (Cappella Maggiore) in der Franziskanerkirche Santa Croce in Florenz, den er in den 1380er Jahren ausführte. Die Kapellenausstattung war 1380 von Jacopo degli Alberti gestiftet worden; die Wappen der Familie sind an der Stirnwand der Kapelle angebracht. Zwischen 1383 und 1385 entstand die Ausmalung der Cappella Castellani auf der Südseite des Querhauses von Santa Croce; ein Teil der Fresken wird Gherardo Starnina zugeschrieben. Die Stiftung der Kapelle war 1383 von Michele di Vanni Castellani in seinem Testament festgelegt worden.

In den 1390er Jahren war Agnolo Gaddi in Prato aktiv, wo er unter anderem zwischen 1392 und 1395 in der Cappella del Sacro Cingolo im Dom Santo Stefano in Prato den Freskenzyklus mit dem Leben der Maria und der Legende des Gürtelspende schuf. Der Gürtel der Gottesmutter galt als eine der wichtigsten Reliquien der Toskana und wurde in der Kapelle aufbewahrt.

Sein heute in San Miniato al Monte im sog. Tabernacolo del Crocifisso aufgestelltes Altarbild – ein Polyptychon mit San Giovanni Gualberto und weiteren Heiligen – blieb unvollendet. Agnolo Gaddi starb am 16. Oktober 1396 im Alter von etwa 45 Jahren in Florenz.

Tafelbilder von Agnolo Gaddi befinden sich unter anderem in der Accademia di Belle Arti in Florenz und in zahlreichen Sammlungen innerhalb und außerhalb Italiens.

In der Vita Agnolos in seinen Lebensbeschreibungen (1550 bzw. 1568) behauptet Giorgio Vasari, dass sich Agnolo Gaddi von der Malerei abgewandt und für den Handel entschieden habe („fu dato più ai traffichi e alle mercanzie che all'arte della pittura“). Vermutlich handelt es sich dabei um eine bewusste Konstruktion Vasaris, der den als begabt, innovativ und fleißig charakterisierten Malern des Trecento Taddeo Gaddi, Stefano Fiorentino und Spinello Aretino ein negatives Beispiel gegenüberstellen wollte.

Triptychon mit der Madonna und Heiligen (Altarretabel aus der Cappella Nobili, S. Maria degli Angeli, Florenz), 1388 (datiert, Rahmen im 19. Jahrhundert überarbeitet), Tempera und Blattgold auf Pappelholz, Berlin, Gemäldegalerie, Ident. Nr. 1039

Tafel mit Madonna und Heiligen, Tempera und Blattgold auf Pappelholz, 72,4 × 54,8 cm, Berlin, Gemäldegalerie, Ident. Nr. III.72

Tafel mit vier stehenden Heiligen, Tempera und Blattgold auf Pappelholz, 55,9 × 77,3 cm, Berlin, Gemäldegalerie, Ident. Nr. 1138

Tafel mit drei Künstlern der Familie Gaddi, 1389, Tempera auf Holz, 47 × 89 cm, Uffizien, Florenz

Legende des Heiligen Kreuzes, Freskenzyklus, 1385–1387, Florenz, Santa Croce, Cappella Maggiore

Legenden der Heiligen Nikolaus von Bari, des Täufers Johannes, des Evangelisten Johannes und des Antonius Abbas, Freskenzyklus (gemeinsam mit Gherardo Starnina), 1383–1385, Florenz, Santa Croce, Cappella Castellani

Legende des Heiligen Gürtels, Freskenzyklus, zwischen 1392 und 1396, Prato, Santo Stefano, Cappella del Sacro Cingolo

Jean K. Cadogan: The social identity of Agnolo Gaddi and his family. A Florentine “success story”. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte. Band 74, Heft 2. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2011, S. 153–176, JSTOR:41310767 (englisch).

Ada Labriola: Gaddi, Agnolo. In: Fiorella Bartoccini (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 51: Gabbiani–Gamba. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1998.

S. Petrocchi: Gaddi, Agnolo. In: Enciclopedia dell’Arte Medievale. 1996 (treccani.it).

Joachim Poeschke: Wandmalerei der Giottozeit in Italien 1280–1400. Hirmer, München 2003, ISBN 3-7774-9800-9, mit ausführlicher Dokumentation des Freskenzyklus in Santa Croce.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Agnolo Gaddi | World in Stories