An diesem Tag

Adtranz

Markennamen einer Bahntechnik-Firma

Anúncio

ABB Daimler Benz Transportation und ihr Nachfolger DaimlerChrysler Rail Systems waren Bahntechnik-Firmen, die unter dem Markennamen Adtranz bekannt waren. ABB Daimler Benz Transportation entstand 1996 durch den Zusammenschluss der Verkehrstechnik-Sparten von ABB und Daimler-Benz. Nach dem vollständigen Rückzug von ABB wurde die Firma 1999 zu DaimlerChrysler Rail Systems umbenannt und schließlich 2001 an Bombardier verkauft. Deren Sparte Bombardier Transportation wurde 2021 von Alstom übernommen.

Die Geschichte von ABB Daimler Benz Transportation ist eng mit der Konzentration der Bahntechnik-Industrie in Europa verbunden:

ABB Verkehrssysteme wurde 1990 aus der Verkehrstechnik-Sparte von ABB gegründet, die 1988 aus der Fusion der schwedischen Allmänna Svenska Elektriska Aktiebolaget (ASEA) und der schweizerischen Brown, Boveri & Cie. (BBC) hervorging und auch den Bahnbau von Henschel übernommen hatte. BBC hatte bereits 1967 die Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) übernommen.

Die Verkehrstechniksparten der seit 1985 Daimler-Benz gehörenden AEG Aktiengesellschaft hießen AEG Schienenfahrzeuge, zuletzt mit Sitz in Hennigsdorf bei Berlin, und AEG Bahnfahrwegsysteme. Die AEG Schienenfahrzeuge ging 1992 aus der Zusammenlegung der ehemals westdeutschen AEG Westinghouse Transport-Systeme mit der nach dem Zweiten Weltkrieg durch die sowjetische Besatzung von AEG enteigneten LEW Hennigsdorf hervor. Die AEG Bahnfahrwegsysteme war eine 1994 aus den Bereichen Bahnstromversorgung und Bahnleitungen der AEG Aktiengesellschaft gegründete Gesellschaft.

Die AEG Westinghouse Transport-Systeme bestand aus der Bahntechniksparte der AEG Aktiengesellschaft, die 1988 mit derjenigen von Westinghouse zur AEG Westinghouse Transport-Systeme fusionierte. AEG Westinghouse Transport-Systeme verfügte über das von AEG eingebrachte Werk im damaligen West-Berlin an der Nonnendammallee, wo elektrische Ausrüstungen für Schienenfahrzeuge gebaut wurden und auch die M-Bahn entwickelt wurde. Westinghouse war hauptsächlich im Bereich der Peoplemover tätig. AEG Westinghouse Transport-Systeme übernahm 1990 die unter MAN Gutehoffnungshütte Schienenverkehrstechnik firmierende Sparte von MAN und 1993 den Einschienenbahnbereich der schweizerischen von Roll.

ABB Daimler Benz Transportation

Der Zusammenschluss von ABB Verkehrssysteme und der Verkehrstechniksparten von Daimler-Benz, die immer noch unter AEG firmierten, wurde 1995 vereinbart und am 1. Januar 1996 vollzogen. Die Aktien von ABB Daimler Benz Transportation gehörten zu gleichen Teilen den Gründungsunternehmen. Mit 22.000 Beschäftigten in 40 Ländern wurde ABB Daimler Benz Transportation zum weltgrößten Anbieter von Schienenverkehrstechnik. Die Europäische Union stimmte dem Firmenzusammenschluss nur zu unter der Bedingung, dass AEG die Firma Kiepe (heute Vossloh Aktiengesellschaft) verkauft, die elektrische Ausrüstungen für leichte Schienenfahrzeuge und O-Busse herstellte.

1996 übernahm ABB Daimler Benz Transportation den Softwarebereich von der Ingenieurgesellschaft für Verkehrsplanung und Verkehrssicherung (IVV) in Braunschweig, der später Adtranz Signal genannt wurde.

1998 bildete Adtranz mit Thyssenkrupp und Siemens die Transrapid International GmbH & Co. KG, welche die Entwicklung und Vermarktung der Magnetschwebebahn Transrapid übernahm.

Rolf Eckrodt übernahm 1998 den Vorsitz von ABB Daimler Benz Transportation, die noch im gleichen Jahr sieben Produktreihen vorstellte, mit denen die Produktionskosten für Schienenfahrzeuge gesenkt werden sollen. Es sind dies

Incentro: Straßenbahn-Fahrzeuge in Niederflurtechnik

Movia: U-Bahn- und S-Bahn-Fahrzeuge

Itino: Dieseltriebzüge für den Regionalverkehr

Crusaris: Triebzüge für den Fernverkehr

Blue Tiger: Diesellokomotiven mit Dieselmotoren und elektrischer Ausrüstung von General Electric

Im November 1999 kündigte das Unternehmen an, die Produktion in seinen beiden Schweizer Werken (in Pratteln und Zürich Oerlikon) zu beenden. Nach öffentlichen Protesten wurde ein Teil der Mitarbeiter in die 2001 neu gegründete Nachfolgegesellschaft Railcor übernommen.

Durch den vollständigen Rückzug von ABB aus der Verkehrstechnik-Branche wurde aus ABB Daimler Benz Transportation am 1. Juli 1999 DaimlerChrysler Rail Systems, die eine 100-%-Tochter von DaimlerChrysler war.

Am 4. August 2000 gab DaimlerChrysler die Absicht bekannt, den Adtranz-Konzern an das kanadische Unternehmen Bombardier Transportation zu verkaufen. Die Übernahme wurde am 3. April 2001 durch die Europäische Kommission unter Auflagen genehmigt und im gleichen Jahr vollzogen, davon ausgenommen blieben der Standort Berlin-Pankow, der von Stadler Rail vollständig (davor 50-%-Joint-Venture) übernommen wurde sowie der Geschäftsbereich Fixed Installations (Bahnenergieversorgungsanlagen), der von der Balfour Beatty plc gekauft wurde und seitdem als Balfour Beatty Rail GmbH als eigenständiger Bereich innerhalb der Balfour-Beatty-Rail-Gruppe agiert.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Adtranz | World in Stories