An diesem Tag

Adolphus Busch

Deutsch-amerikanischer Brauereibesitzer

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Adolphus Busch (* 10. Juli 1839 in Kastel, Großherzogtum Hessen; † 10. Oktober 1913 in Lindschied) war ein deutsch-amerikanischer Unternehmer, Brauer und Mitbegründer der Brauerei-Dynastie Anheuser-Busch in den Vereinigten Staaten.

Adolphus Busch wurde als jüngstes von einundzwanzig Kindern in Kastel geboren; heute ist Mainz-Kastel ein Stadtteil von Wiesbaden. Sein Vater Ulrich Busch war Hopfenhändler und Grundbesitzer. Der Mainzer Gymnasiast Adolphus graduierte an der Akademie zu Darmstadt und besuchte eine Brüsseler Hochschule. Bereits 1857, als 18-Jähriger, wurde er vom Reisefieber ergriffen und entschloss sich zur Emigration. Während die meisten seiner Geschwister in Deutschland blieben, entschlossen sich einige von ihnen, ihr Glück in der Neuen Welt zu suchen. Unter ihnen waren die Brüder

Johann, welcher eine Brauerei in Washington, Missouri, errichtete,

Ulrich, der – wie Adolphus – eine Tochter von Eberhard Anheuser heiratete, mit ihr in Chicago lebte und seinen Geschäften mit Brauereibedarf nachging, und

Anton, ein später wieder nach Mainz heimgekehrter Hopfenhändler.

Adolphus Busch ließ sich in St. Louis im Bundesstaat Missouri nieder. Er war Angestellter im dortigen Großhandelshaus von William Hainrichshofen und lernte dieses Metier. Mit dem ausgezahlten elterlichen Erbe stieg Busch in die Großhandelsfirma von Ernst Wattenberg in St. Louis ein. 1865 kaufte er seinen Partner aus und führte das Unternehmen als Großhandelshaus für Brauereibedarf „Adolphus Busch & Co.“ weiter. Zu seinen Kunden gehörte auch die „Bayerische Brauerei“ in St. Louis, die – nachdem sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten war – von dem 1840 aus Bad Kreuznach, Deutschland ausgewanderten Eberhard Anheuser übernommen worden war. Dabei machte der junge Busch Bekanntschaft mit Anheusers Tochter Lilly. Am 7. März 1861 ging Adolphus Busch mit der 17-jährigen Lilly Anheuser (1844–1928) die Ehe ein. Als Soldier gehörte er dann drei Monate lang der Unionsarmee der Nordstaaten an und war in Kämpfe verwickelt. Anheuser hatte es in den Staaten bereits zum wohlhabenden Seifenfabrikanten gebracht. Doch im Brauereigewerbe fehlten ihm die Kenntnisse des Fachmanns, so dass er sich entschloss, einen Fachmann anzuwerben. 1864 motivierte Anheuser seinen Schwiegersohn, in die Geschäftsleitung des Brauhauses „Anheuser & Co.“ überzuwechseln. Busch führte beide Unternehmen bis 1869 parallel, verkaufte dann seine Beteiligung am florierenden Großhandelshaus und übernahm von William O’Dench die Hälfte der Anheuser-Brauerei.

Auf Europareisen in den frühen 1870er Jahren hörte Busch über Erfolge von Louis Pasteur bei der Abtötung von Mikroorganismen durch kurzzeitiges Erhitzen. Nach der Rückkehr begann er zu experimentieren und wandte als erster die Methode der Pasteurisierung auf Bier an. Es war der Anheuser-Brauerei damit möglich, Bier in konstanter Qualität im ganzen Land auszuliefern.

Busch kümmerte sich um neue Märkte, stellte technische Neuerungen vor und modernisierte die Geschäftsprozesse. 1879 wurde in Anerkennung seiner enormen Verdienste die Firma in Anheuser-Busch Brewing Association umbenannt. Als Anheuser im Jahr darauf starb, wurde Busch Präsident der inzwischen größten Braustätte in den USA und blieb es bis zu seinem Tod.

Das von Busch unter dem Namen Budweiser gebraute Bier wurde später zeitweise das meistverkaufte Bier der Welt. 1891 kaufte Busch von Carl Conrad die Handelsmarke und den Namen Budweiser, nachdem Buschs Brauerei bereits seit 1883 Bier unter diesem Label auf den Markt gebracht hatte. Im selben Jahr nahm die Adolphus Busch Glass Manufacturing Company die Produktion von Bierflaschen auf. 1901 überschritt der Bierausstoß Anheuser-Buschs erstmals in einem Jahr eine Million Barrel.

Busch betrieb mit einer Tagesproduktion von 4250 Tonnen Eis die damals größte Eismaschine der Welt. Darüber hinaus erwarb er im westlichen Illinois einige Kohlegruben, die über eine eigens dafür trassierte Bahnlinie seine Brauerei mit Brennstoff versorgte. Das Schienennetz in und um St. Louis geht größtenteils auf Busch zurück.

Großunternehmer Busch und sein Industrial Empire

Busch amtierte als Präsident einiger Bankhäuser und besaß Großgrundbesitz in Arkansas. In Chicago und in Dallas ließ er 1912 die Adolphus-Hotels erbauen. Das Adolphus war mit einer Höhe von 95 Metern seinerzeit das höchste Gebäude in Texas.

Während seiner Besuche in Deutschland stieß er auf den Dieselmotor, der 1893 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Busch erkannte sofort dessen Bedeutung und erwarb im Jahre 1897 die Herstellungsrechte für die Vereinigten Staaten. Bereits ein Jahr später ließ Busch als Präsident der Diesel Motor Company of America den ersten in den Staaten konstruierten Dieselmotor bauen. 1912 gründete er mit den Schweizer Ingenieuren Sulzer in St. Louis die Busch-Sulzer-Brothers Diesel Engine Company.

Der Erfolg der Brauerei machte seinen Eigentümer unabhängig und gestattete es ihm, philanthropisch sowie als Förderer deutscher Kultur in den Staaten zu wirken.

Seine neue Heimatstadt verlieh Adolphus Busch den Titel eines „Ersten Bürgers“ und anerkannte dadurch die Verdienste des deutschen Einwanderers um das wirtschaftliche und kulturelle Leben, nicht nur von St. Louis, sondern der gesamten Vereinigten Staaten.

Adolphus Busch hatte die Kontakte nach Deutschland nie abreißen lassen. Als 1882 ein Rheinhochwasser auch Kastel in Mitleidenschaft zog, spendete der überseeische Gönner den Betroffenen in der Heimat viel Geld zur Linderung der ärgsten Not. Im Jahr 1902 erhielt die Quelle des Ochsenbrunnens in seinem Heimatort eine Einfassung mit einem beeindruckenden Gewölbe.

Der Millionär konnte es sich später leisten, einen eigenen Eisenbahn-Salonwagen auf Reisen zu benutzen, der auch bei Schiffsreisen mitgenommen wurde. Die Sommer verbrachte er gerne mit seiner Frau in Deutschland.

Ehrenmitgliedschaft bei der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin

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