Adolf Lorenz (* 15. Januar 1925 in Worbis; † 2012) war ein deutscher Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr.
Nach dem Abitur trat Lorenz am 1. Juli 1943 als Offizieranwärter bei der leichten Artillerie-Ersatz-Abteilung 34 in Trier in die Artillerietruppe der Wehrmacht ein und war Geschützführer und Artilleriebeobachter. Von Dezember 1943 bis April 1944 besuchte er die Unteroffizierschule der Artillerie in Thorn, war von Mai bis Juli 1944 Ausbilder in der leichten Artillerie-Ersatz-Abteilung 34 in Trier, von Juli bis September 1944 mit dem Artillerie-Regiment 132 im Fronteinsatz und von September bis Dezember 1944 bei der Artillerie-Ersatz-Abteilung 69 mit Lazarettaufenthalt. Von Ende Dezember 1944 bis März 1945 war er an der Schule für Fahnenjunker der Artillerie in Groß-Born-Linde und später Gruppenführer im Fahnenjunker-Infanterie-Regiment 1 in Hinterpommern und Rokitzan. Am 1. April 1945 wurde er zum Leutnant befördert und in die Führerreserve beim Oberkommando der Wehrmacht West versetzt. Am 8. Mai 1945 kapitulierte er in Dorfwerfen südlich Salzburg und war bis zum 12. Juni 1945 in Kriegsgefangenschaft der Vereinigten Staaten. Nach einem Aufenthalt in seinem Heimatort Worbis kam er von August bis September 1945 in Kriegsgefangenschaft der Sowjetunion in Oberweimar und Pirna. Am 6. September 1945 gelang im die Flucht in die amerikanische Besatzungszone.
Nach der Kriegsgefangenschaft war Lorenz zunächst von Oktober 1945 bis Mai 1946 Bauhilfsarbeiter, Holzarbeiter und Magazinhelfer in München. Im Mai 1946 begann er ein Studium an einer pädagogischen Hochschule in München-Parsing und wurde im April 1947 Volksschullehrer im Schuldienst von Bayern in Niederbergkirchen und Lohkirchen.
Am 2. Juli 1956 trat Lorenz in die Bundeswehr ein und hatte bis August 1956 einen Einweisungslehrgang an der Artillerieschule in Idar-Oberstein. Von September 1956 bis November 1957 war er Beobachtungsoffizier und Vermessungszugfühjrer im Artillerielehrbataillon in Idar-Oberstein und wurde am 27. November 1956 zum Oberleutnant ernannt. Von November 1957 bis September 1961 war er Lehroffizier und Batterieführer im Artillerielehrbataillon 1 an der Artillerieschule in Idar-Oberstein und in Eschweiler. Im März 1958 wurde er zum Hauptmann ernannt.
Von Oktober 1961 bis September 1963 absolvierte Lorenz den 4. Generalstabslehrgang Heer an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, wo er zum Offizier im Generalstabsdienst ausgebildet wurde. Am 25. April 1963 wurde er Major. Danach war er Referent in den Referaten II 1 und I 1 im Führungsstab des Heeres im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn, Bataillonskommandeur des Panzerartilleriebataillons 315 in Wildeshausen, Section Chief im Hauptquartier der Central Army Group der NATO, Kommandeur einer Lehrgruppe an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg und Referatsleiter III 1 im Führungsstab des Heeres im Bundesministerium der Verteidigung. Am 14. September 1967 erfolgte die Ernennung zum Oberstleutnant und am 18. Oktober 1972 zum Oberst.
Ab April 1981 war Lorenz Stabsabteilungsleiter III (Führung) im Führungsstab des Heeres im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn und wurde zum Brigadegeneral befördert. Mit Ablauf des März 1985 wurde er in den Ruhestand versetzt.
Lorenz war verheiratet und hatte einen Sohn. Er starb 2012.
1980: Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1985: Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Führungsakademie der Bundeswehr/Absolventen
Liste der Generale des Heeres der Bundeswehr
Dermot Bradley, Heinz-Peter Würzenthal, Hansgeorg Model: Die Generale und Admirale der Bundeswehr 1955–1999 – Die militärischen Werdegänge (= Dermot Bradley [Hrsg.]: Deutschlands Generale und Admirale. Teil VIb). Band 3, Laegeler – Quiel. Biblio-Verlag, Bissendorf 2005, ISBN 978-3-7648-2382-5, S. 126–127.
Manfred Sadlowski (Hrsg.): Handbuch der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie 1982/1983. Bernard & Graefe, Bonn 1982, ISBN 3-7637-5262-5, S. 95.